Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Kurt Mantel

Kurt Mantel entstammte einer alten Forstfamilie des bayerischen Spessart. Er wurde am 12. 06.1905 in Hohenberg/Bayern geboren, studierte von 19231927 Forstwissenschaft und begann 1931 als Forstassessor seine forstliche Laufbahn nach dem erfolgreichen Abschluss des Referendariats in der Bayrischen Staatsforstverwaltung. Neben seiner dienstlichen Tätigkeit fertigte er eine forstgeschichtliche Dissertation über die Geschichte des Ebersberger Forstes an, mit der er 1929 mit summa cum laude an der Staatswirtschaftlichen Fakultät der Universität München zum Dr. oec. publ. promoviert wurde. Danach arbeitete er beim Regierungsforstamt Würzburg und studierte dort gleichzeitig Jura. Auch dieses Studium schloss er 1933 mit der Promotion zum Dr. jur. mit summa cum laude an der Rechts und Staatswissenschaftlichen Fakultät ab. Noch im gleichen Jahr begann er mit der Habilitation an dieser Fakultät und Anfang 1934 erhielt er die venia legendi für Rechts und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Würzburg. Ab dem Wintersemester nahm Mantel einen Lehrauftrag für Forstpolitik, Forstgeschichte und Forstrecht sowie für die Allgemeinen Rechts und Wirtschaftswissenschaften an der Forstlichen Fakultät der Technischen Hochschule Tharandt an. Dort wurde er schließlich 1939 planmäßiger außerordentlicher Professor für Forstpolitik und Forstrecht sowie Direktor des Seminars für Forst und Jagdrecht.
Nach dem Weggang von Professor Heske erhielt Professor Mantel 1941 vertretungsweise das Ordinariat für Forstpolitik und die Direktion des forstpolitischen Institutes. In den Kriegsjahren 19411944 war Professor Kurt Mantel darüber hinaus Leiter der Forstlichen Versuchsanstalt Krakau und Direktor der Forsthochschule in Lemberg bei gleichzeitiger Berufung zum ordentlichen Professor durch das Rechtswissenschaftsministerium.


Das Kriegsende brachte für Mantel den Verlust seiner beruflichen Stellung und seiner persönlichen Besitztümer, einschließlich aller wissenschaftlichen Manuskripte und Sammlungen sowie seiner wertvollen Bibliothek. Nach einem Lehr und Vertretungsauftrag an der Forstlichen Fakultät Göttingen in Hannoversch Münden seit 1945, erhielt er fünf Jahre später einen planmäßigen außerordentlichen Lehrstuhl und wurde Direktor des Instituts für Forstrecht und Forstgeschichte an dieser Universität. 1952 folgte die Berufung zum persönlichen Ordinarius und 1953 die Wahl zum Dekan der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen. 1954 erhielt Kurt Mantel die Berufung zum ordentlichen Professor für Forstpolitik an der Universität Freiburg i.Br.


Als Direktor des Instituts für Forstpolitik übernahm er ab 1955 auch das Institut für Forstgeschichte.
Neben seiner Lehrtätigkeit war Professor Mantel in der wissenschaftlichen Forschung sehr aktiv, was durch zahlreiche Veröffentlichungen dokumentiert wird. Hauptkennzeichen seiner Arbeiten war die Integration der historischen, wirtschaftsgeographischen, nationalökonomischen und juristischen Fachrichtungen in die forstwissenschaftliche Forschung.


In Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistungen wurde Mantel 1958 die akademische Würde eines Ehrendoktors der Hochschule für Bodenkultur in Wien verliehen. 1959 erfolgte die Ernennung zum Ehrenmitglied der Finnischen Forstwirtschaftlichen Gesellschaft. 1966 berief ihn die Akademie für Raumforschung und Landesplanung, 1968 die italienische Akademie der Forstwissenschaften zum korrespondierenden Mitglied. 1970 verlieh ihm der Bundespräsident das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik.


Auch ehrenamtlich engagierte sich Professor Mantel außerhalb der Universität in großem Maße. Beispielhaft sind folgende Tätigkeiten zu nennen: Von 1952 bis 1972 war er Präsident des Deutschen Verbandes Forstlicher Forschungsanstalten, von 1961 bis 1967 Obmann der Sektion Forstgeschichte des Internationalen Verbandes Forstlicher Forschungsanstalten (IUFRO), von 1958 bis 1965 Präsident des Forschungsrates für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, ab 1947 Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, ab 1964 forstlicher Beirat in der Interparlamentarischen Arbeitsgemeinschaft Bonn und bis zu seiner Emeritierung Leiter der Abteilung Landespflege der BadenWürttembergischen Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt.
Im Deutschen Forstwirtschaftsrat war er von 1950 bis 1965 Vorsitzender des Rechts und Forstpolitischen Ausschusses, Mitglied des Ständigen Ausschusses und des Holzmarktausschusses, von 1965 bis 1974 Präsident und ab 1974 Ehrenmitglied. Die wesentlichsten Marksteine während seiner Präsidentschaft waren das Forstpolitische Programm 1966, die Förderung der Forstlichen Zusammenschlüsse, einige steuerliche Erleichterungen für die Forstwirtschaft und seine maßgebliche Beteiligung bei der Gestaltung des Bundeswaldgesetzes.

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