Erich Naujack

Als langjähriges Mitglied des Holzmarktausschusses und des Präsidiums wurde Erich Naujack auf der Mitgliederversammlung in Konstanz am 25.06.1992 zum 8. Präsidenten des Deutschen Forstwirtschaftsrates gewählt. Brennpunkte dieser dreijährigen forstpolitischen Arbeit bildeten die zunehmende Internationalisierung der Holzmärkte, deren Öffnung nach Osten, die Erweiterung der Europäischen Union um Waldnationen wie Schweden, Finnland und Österreich sowie das zum Teil sehr emotional geführte Thema Zertifizierung. Große Anerkennung erwarb er sich durch sein vorbildliches Engagement bei der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Forstwirtschaft und durch die mit der Holzwirtschaft gemeinsam durchgeführten Imagekampagnen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des Rohstoffes Holz.


Sein privater und beruflicher Werdegang ist zunächst sehr eng mit dem Bundesland RheinlandPfalz verbunden. Am 14.08.1935 wurde er in Gerolstein in der Eifel geboren. Er verbrachte seine Schulzeit in Boppard am Mittelrhein und begann 1950 seine berufliche Karriere im benachbarten St. Goar. Nach Vollendung der Verwaltungsausbildung wurde er 1965 im damals selbständigen Bingerbrück zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Nach der Eingliederung in die Stadt Bingen erfolgte 1969 auch dort die Wahl zum Bürgermeister. 1976 nahm er das Amt des Oberbürgermeisters wahr, in dem er 1986 erneut bestätigt wurde. Der ca. 2000 ha große Binger Stadtwald stellte mit seinen zahleichen, sich überlagernden Waldfunktionen im infrastrukturellen und wirtschaftlichen Bereich ein ideales forstpolitisches Betätigungsfeld dar.

Neben dem Arbeitsgebiet auf lokaler Ebene, muss vor allem seine langjährige Tätigkeit in regionalen, nationalen und internationalen forstlichen Gremien herausgestellt werden. Als Dezernent für den Binger Stadtwald sowie als Verbandsvorsitzender des Walderholungsverbandes RheinNahe nahm Naujack neben der Vorstandstätigkeit im rheinlandpfälzischen Landesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. die Mitgliedschaft im Forst und Landwirtschaftsausschuss des Gemeinde und Städtebundes RheinlandPfalz sehr engagiert wahr. Er arbeitete als Mitglied sowohl im Forstausschuss der Landwirtschaftskammer RheinlandPfalz als auch im Gemeinsamen Forstausschuss der Bundesvereinigung der Kommunalen Spitzenverbände seit 1976 aktiv mit. Hier übernahm er 1989 das Amt des Vorsitzenden. Darüber hinaus erstreckte sich seine Tätigkeit auf die Mitarbeit bei der Stiftung "Wald in Not". 1990 übernahm er als Gründungsmitglied und Vizepräsident verstärkt Verantwortung im neu entstandenen Europäischen Kommunalwaldbesitzerverbandes (FECOF) in Straßburg. Für seinen vorbildlicher Einsatz und die zahlreichen Aktivitäten wurde ihm 1989 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

denlenfritptrues