Eröffnung der Internationalen Grünen Woche in Berlin

PRESSEMITTEILUNG 01/17

Unter dem Motto „Unser Wald tut dir gut“ präsentiert sich die deutsche Forstwirtschaft auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Vom 20. bis 29. Januar 2017 können sich die Messebesucher auf einem rund 400 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand über die vielfältigen und wohltuenden Waldfunktionen informieren und diese erleben. Zentrales, verbindendes Element zwischen „Erholung“, „Genuss“, „Gesundheit“ und „Klimaschutz“ ist eine Wald-Murmelbahn. Eingebettet in die Erlebnisschau „Multitalent Holz“ zeigen die Betriebe, Organisationen und Verbände der deutschen Forstwirtschaft, welche vielfältigen und positiven Wirkungen nachhaltig bewirtschafteter Wald auf uns und unser Leben hat. Viele Leistungen des Waldes sind lebensnotwendig für unsere Gesellschaft und tragen in erheblichem Maße zu unserem persönlichen Wohlbefinden bei. Neben Gesundheit, Erholung, Erlebnis und Genuss bieten bewirtschaftete Wälder wirkungsvollen Klimaschutz und liefern mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz nachhaltig Behaglichkeit und Lebensqualität.

Mit einer etwa 50 Meter langen Wald-Murmelbahn können die Messebesucher ihr eigenes Wohlbefinden „ins Rollen bringen“. Entlang des Parcours erfahren sie nicht nur Interessantes über den Wald und seine Möglichkeiten, sondern haben am Ende auch einen neuen jungen Baum für den „Grüne Woche Wald“ in Berlin erspielt. Die Bäume werden von den Berliner Forsten gepflanzt.

Die einzelnen Stationen und Sonderstände des Gemeinschaftsstandes greifen das Motto „Unser Wald tut dir gut“ auf und widmen sich jeweils einem ausgewählten Schwerpunktthema: Von „Gesundheit, Sport und Erholung“ über „Wald als Klimaschützer, natürliches Wasserwerk und Luftfilter“ sowie „Wald als Lieferant des Rohstoffes Holz“ bis hin zu „Wald als Ursprungsort für viele (Gaumen-)Genüsse“.

Schauen Sie vorbei und erleben Sie selbst! Den Gemeinschaftsstand des Deutschen Forstwirtschaftsrates finden Sie auf der IGW in Halle 4.2 (Stand 505) in der Zeit vom 20. bis zum 29. Januar 2017. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Klimaschutzplan 2050

Klimaschutzbemühungen: Verbandsarbeit erfolgreich. Anregungen des Wirtschaftsclusters Forst & Holz im Klimaschutzplan 2050 aufgenommen. Weiterer Einsatz für offene Forderungen notwendig!

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat [DFWR] begrüßt den Kabinettbeschluss zum „Klimaschutzplan 2050“ als eine „Totalüberarbeitung“ des bisherigen BMUB-Hausentwurfs durch die Bundesregierung mit zahlreichen fachlichen Richtigstellungen und drängt auf eine weitere Berücksichtigung der herausragenden Klimaschutzpotenziale des Wirtschaftsclusters Forst & Holz.

Berlin, den 28.11.2016: Mit dem Kabinettbeschluss vom 14.11.2016 zum „Klimaschutzplan 2050“ liegt im Vergleich zum BMUB-Hausentwurf vom 06.09.2016 nun eine umfangreich veränderte und erheblich verbesserte Langfriststrategie zum deutschen Klimaschutz vor. Durch die Streichung der zuvor zahlreichen tendenziösen Formulierungen wurde das Papier weitestgehend „entideologisiert“. Besonders bezüglich der die deutsche Forstwirtschaft betreffenden Textpassagen können nun grundsätzlich verbesserte und auf geltendes Recht abgestimmte Argumentationsketten sowie zahlreiche fachliche Richtigstellungen konstatiert werden. Der DFWR dankt allen Akteuren des deutschen Wirtschaftsclusters Forst & Holz, die sich an dem Entwicklungsprozess des Klimaschutzplanes als Dokument von nationaler Bedeutung beteiligt haben.

Georg Schirmbeck, Präsident des DFWR, kommentiert den Kabinettbeschluss zum Klimaschutzplan wie folgt: „Ich freue mich Ihnen mitteilen zu können, dass sich unsere „Frontarbeit“ als Spitzenverband der deutschen Forstwirtschaft gelohnt hat. Das Dokument ist im Vergleich zum BMUB-Hausentwurf hinsichtlich seiner den Wirtschaftscluster Forst & Holz betreffende Sachargumente nicht wiederzuerkennen! Viele (nicht alle!) unserer Anregungen wurden umgesetzt und zahlreiche Kritikpunkte ausgeräumt. Unter Berücksichtigung der Entwurfsfassung kann die bis dato finale Version des Klimaschutzplanes trotz weiterer Verbesserungspotenziale zurecht als ein absoluter Qualitätsgewinn bezeichnet werden! Es ist nicht vermessen, den auch vom DFWR mitgestalteten Klimaschutzprozess als ein Musterbeispiel erfolgreicher Verbandsarbeit zu bezeichnen. Nun gilt es jedoch, sich nicht zurückzulehnen, sondern auf das Erreichte aufzubauen und weiter für unsere guten Argumente zu streiten – im Interesse eines noch wirkungsvolleren Klimaschutzes durch eine noch leistungsfähigere multifunktionale, nachhaltige deutsche Forstwirtschaft.“

Allem voran wird positiv eingeschätzt, dass sowohl der noch den BMUB-Hausentwurf prägende Alleinfokus auf die „Kohlenstoff-Senkenfunktion“ des Waldes als auch die inflationären programmatischen Stilllegungsforderungen von Wald den Kabinettbeschluss nun nicht mehr belasten.

Die grundsätzliche Überarbeitung vom „Leitbild 2050“ und der „Meilensteine 2030“ zur Erlangung der deutschen Klimaschutzziele findet die weitestgehende Zustimmung und Unterstützung des DFWR. Darin besonders begrüßt, werden die folgenden Maßgaben:

  • Erhaltung und Verbesserung der Kohlenstoff-Senkenfunktion des Waldes sowie Ausschöpfung der noch verfügbaren CO2-Minderungspotenziale, u. a. durch eine nachhaltige Waldwirtschaft im Verbund mit einer vielfältigen Holzverwendung.
  • Schutz und Mehrung der Waldfläche.
  • Deklarierung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung als ein geeignetes und kostengünstiges Mittel zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes.
  • Betonung des Gleichklanges der ökologischen, ökonomischen und sozialen Waldfunktionen.
  • Anpassung der Wälder an den zu erwartenden Klimawandel und Erhöhung ihrer Klimaschutzleistungen durch die waldbauliche Integration standortgerechter, vitaler, produktiver, naturnaher und überwiegend heimischer Baumarten.
  • Steigerung einer intelligenteren Holzverwendung und zu diesem Zweck Neuauflage der „Charta für Holz“.
  • Stärkere Fokussierung der forstlichen Förderung der Forstbetriebe auf die Unterstützung bei der Bewältigung von klimawandelbedingten Herausforderungen.
  • Weitere Reduktion der Fremdstoffeinträge aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft als Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Existenzsicherung des Waldes.
  • Befürwortung der Kaskadennutzung in Kombination mit der Koppelnutzung sowie Steigerung von Materialeffizienz und Werkstoffrückführung zur bestmöglichen Rohstoffausnutzung.
  • Abbau der Hemmnisse einer stärkeren Verwendung langfristiger Holzprodukte.
  • Stärkung der internationalen Zusammenarbeit beim globalen Schutz und Wiederaufbau von Wäldern sowie ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung.
  • Beförderung des klimabewussten Verbraucherverhaltens durch die Intensivierung von Information, Aufklärung und Wissenstransfer.

Weitere Verbesserungs- bzw. Korrekturnotwendigkeiten sieht der DFWR in den folgenden Punkten:

  • Die herausragenden und sehr vielfältigen Positivwirkungen auf den Klimaschutz prädestinieren den Sektor „Forstwirtschaft“ für eine eigenständige Darstellung im KSP, was sowohl seine forstliche Umsetzung als auch das allgemein politische Klimaschutzhandeln befördern würde.
  • Die Forschungsdefizite zum Abbau der methodischen Schwierigkeiten bei der forstlichen Emissionsbilanzierung sind abzubauen und der Sektor „Forstwirtschaft“ in die nationalen Klimaziele einzubeziehen.
  • Die sekundären Klimaschutzleistungen des deutschen Wirtschaftsclusters Forst & Holz sind im Interesse einer wahrhaftigeren Bewertung seiner Klimaschutzwirkung und noch ausschöpfbaren -potenziale zu berücksichtigen.
  • Das Leitbildfragment „Klimapotenziale der natürlichen Waldentwicklung“ ist von der Bundesregierung zu erläutern und die diesbezüglich geplanten Umsetzungsmaßnahmen zu formulieren.
  • Neue Laubholz-Nutzungstechnologien zur höherwertigen Verwendung des im Zuge des Waldumbaues heranwachsenden Laubholzpotenzials sind von der Bundesregierung zu fördern.
  • Die forstlichen Möglichkeiten zur Offenlandgestaltung (Agroforestry, Kurzumtriebsplantagen, Feldgehölzsysteme) als wirkungsvolle Elemente zur Steigerung der Klimaschutzleistung des Sektors Forst & Holz sind bei den Klimaschutzdebatten zu berücksichtigen.

Weitere Informationen unter: http://dfwr.de/index.php/positionen

Plattform Forst & Holz

Forst und Holz fordern gemeinsam mit dem WWF eine „Zukunftsoffensive Holzbau“

Berlin, 25.11.2016: Beim aktuellen Parlamentarischen Frühstück der Plattform Forst & Holz zu dem Thema „Bauen mit Holz“ überreichte deren Sprecher Steffen Rathke, der Politik fünf Forderungen, mit denen die Potenziale des Holzbaus künftig noch besser ausgeschöpft werden sollen. Die Forderungen umfassen die Erweiterung von Wohnraum in Ballungszentren, den Klimaschutz, die regionale Wertschöpfung, die Forschungsförderung sowie den Abbau rechtlicher Hemmnisse in bestehenden Gesetzen.

Zwei Referenten beleuchteten bei der Veranstaltung am 23. November 2016 im Reichstag unterschiedliche Aspekte des Holzbaus: Während Jörg-Andreas Krüger vom World Wide Fund For Nature (WWF) einen Schwerpunkt auf die Ökobilanz des Rohstoffes Holz sowie die Prämissen des Klimaschutzplanes legte, stellte Architekt Martin Seelinger die praktischen Aspekte und technischen Möglichkeiten des Bauens mit Holz vor. Die Beiträge wurden von den anwesenden Mitgliedern des Bundestages sowie den Vertretern der Forst- und Holzbranche positiv aufgenommen und entsprechende Lösungsansätze diskutiert.

Gerade mit Blick auf die Reduzierung der CO2-Emissionen kann das Bauen mit Holz einen entscheidenden Beitrag leisten. „Ohne Holzbau werden wir unsere Klimaschutzziele nicht erreichen“, so der Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Chris Kühn. „Wir brauchen endlich in Deutschland eine nationale Holzbaustrategie.“

In der Diskussion wurde darüber hinaus jedoch auch deutlich, dass die nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft nicht nur einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leistet. Das Bauen mit Holz trägt dazu bei, zentrale Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern: vom Wohnraumbedarf über den Klimawandel bis hin zur Stärkung der ländlichen Räume durch das Cluster Forst und Holz.

„Letztlich stellt sich nicht die Frage, ob Holz eine größere Rolle spielt, sondern welche Rahmenbedingungen die deutsche Forst- und Holzwirtschaft benötigt, um die Potenziale des Holzbaus für die Zukunft zu erschließen“, so Steffen Rathke, Sprecher der Plattform Forst & Holz sowie Vizepräsident des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e. V.

Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V. bekräftigt, dass dafür ein bedarfsgerechtes Rohholzaufkommen sowie der Erhalt eines nennenswerten Anteils an Nadelholz Grundlagen für den langfristigen Erfolg sind. „Bewirtschaftete Wälder sind das Rückgrat der Klimaschutzleistungen der Forst- und Holzwirtschaft und ermöglichen eine unumstritten gute Treibhausgasbilanz für den weiteren Holzbau.“

Die Zukunftsoffensive Holzbau ist eine gemeinsame Initiative der Plattform Forst & Holz und dem WWF. Jörg-Andreas Krüger, Bereichsleiter Biodiversität des WWF dazu: „Alle gesellschaftlichen Ebenen sind gefordert, ressourcen- und klimaschonendes Bauen voranzubringen. Bestehende rechtliche Hemmnisse sollten daher schnellstmöglich abgebaut werden.“

Eine klimagerechte Politik sollte künftig nicht nur Energieeinsparung oder Wärmeeffizienz vorantreiben, sondern die gesamte Treibhausgasbilanz von Produkten (Product Carbon Footprint) betrachten. Ein Anfang wäre beispielsweise eine CO2-Einsparverordnung im Bausegment – denn hier ist Holz anderen Baumaterialien im wahrsten Sinne des Wortes „haushoch“ überlegen.

 

Zukunftsoffensive Holzbau

1.Wohnraum in Ballungszentren effektiv erweitern

Bauen mit Holz kann einen entscheidenden Beitrag leisten, das dringend benötigte Wohnraumangebot in Ballungsgebieten zu erweitern. Dabei ermöglichen ein hoher Vorfertigungsgrad der Bauelemente sowie das geringe Gewicht eine schnelle und effiziente Aufstockung und Nachverdichtung von Bestandsgebäuden in dicht besiedelten Gebieten. Darüber hinaus verfügen Holzgebäude von Natur aus über hervorragende Dämmeigenschaften, die bei der Wärmewende eine bedeutsame Rolle einnehmen können.

2.Klimaschutz und Ressourceneffizienz aktiv fördern

Eine langfristige Verwendung von Holz in Bauprodukten ist ein effektiver Weg eines nachhaltigen Klimaschutzes und einer effizienten Nutzung von Ressourcen: Als Baustoff ist Holz optimal in der Lage Kohlenstoff dauerhaft und langfristig zu speichern. Darüber hinaus können durch die Substitution energieintensiver Materialien, wie Stahl und Beton durch Holz der Primärenergieverbrauch und die CO2-Emissionen deutlich reduziert und damit ein wichtiger Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz und Ressourcenproduktivität geleistet werden.

3.Regionale Wertschöpfung nachhaltig steigern

Das Cluster Forst und Holz nimmt in Deutschland eine bedeutende industrie- und strukturpolitische Rolle ein. Vorwiegend in ländlichen Regionen erwirtschaften mehr als 1,3 Mio. Beschäftigte in rund 185.000 Betrieben jährlich einen Gesamtumsatz von 180 Mrd. Euro. Der verstärkte Einsatz von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern für Bauprodukte würde im Sinne der Ressourceneffizienz ohne lange Transportwege damit entscheidend zur Entstehung neuer Arbeitsplätze und Wertschöpfung in den ländlichen Regionen beitragen.

4.Gesetzliche Rahmenbedingungen dauerhaft verbessern

Das Bauen mit Holz wird entscheidend durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst. Ziel sollte es daher sein, den Holzbau als selbstverständliche und gleichberechtigte Möglichkeit zu den konventionellen Baumaterialien in der Musterbauordnung zu etablieren, in den Landesbauordnungen entsprechend zu verankern sowie deren Harmonisierung stetig voranzutreiben. Diese rechtliche Gleichstellung ist für die Entfaltung der Potenziale des Holzbaus eine entscheidende Voraussetzung.

5.Innovationsfähigkeit und Technologiekompetenz langfristig vorantreiben

Wissen, Innovationsfähigkeit und Technologiekompetenz sind die entscheidenden Faktoren, die die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf dem internationalen Markt bestimmen. Um auch im Holzbau eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung von innovativen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen einzunehmen, ist die Förderung des Wissens- und Technologietransfers durch eine stärkere Verankerung des Holzbaus in Forschung, Ausbildung und Lehre ein zentrales Element.

Zusatzinformationen:

Die Plattform Forst & Holz wurde im Mai 2007 vom Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR) und dem Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR) ins Leben gerufen und vertritt die gesamte Holzwirtschaftskette vom Wald bis zum Endprodukt. Mit einem jährlichen Gesamtumsatz von 181 Mrd. Euro, rund 128.000 Unternehmen und 1,1 Mio. Beschäftigten hat die holzbasierte Wertschöpfung einen hohen Stellenwert für die Wirtschaftskraft und die Beschäftigung in Deutschland und gilt als eine der Schlüsselbranchen insbesondere im ländlichen Raum.

Stärkung der deutsch-österreichischen Kooperation der Forst-, Holz- und Papierbranche. Präsident des DFWR hält Vortrag im Rahmen der Österreichischen Holzgespräche.

Berlin, den 21.11.2016: Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates [DFWR] und Vizepräsident der deutschen Plattform Forst und Holz, hat am 10. November 2016 in Salzburg an den 9. Österreichischen Holzgesprächen teilgenommen. Neben Helmut Brunner, Bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, war Schirmbeck der Einladung der österreichischen Kooperationsplattform Forst Holz Papier [FHP] gefolgt und referierte über die Vorbildfunktion der Forst-, Holz- und Papierbranche und hob deren Vorbildfunktion für andere Länder Mitteleuropas hervor.

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Zusätzliche Bundesmittel stärken Forst- und Holzwirtschaft ab 2017

Berlin, den 11.11.2016: Im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages wurde gestern die Steigerung der Bundesmittel für den Etat des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft [BMEL] beschlossen. Die Forst- und Holzbranche wird durch die zusätzlichen Mittel vor allem im Bereich der nationalen und internationalen nachhaltigen Wald- und Holzwirtschaft gestärkt. Darüber hinaus wird die institutionelle Förderung für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald [SDW] ausgebaut, um insbesondere jungen Menschen den Wald und seine vielfältigen Funktionen näher zu bringen und der zunehmenden Entfremdung der Bevölkerung von der Primärproduktion entgegenzuwirken. Die zusätzlichen Personalstellen stärken zahlreiche Institutionen und Projektträger. Damit können hier zielgerichtet Forschungs- und Entwicklungsvorhaben unterstützt und ausgebaut werden.

Für die Forst- und Holzbranche kommt eine Erhöhung der Fördermittel für die nachhaltige nationale Waldwirtschaft genau richtig. Durch die Stärkung der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe [FNR] mit zusätzlich 4 Mio. Euro können 2017 weitere Projekte umgesetzt werden. Ziel wird es sein, durch Forschung, Entwicklung und Modellvorhaben die natürliche Produktionsgrundlage „Wald“ zu sichern, Lösungsansätze für das Spannungsfeld der verschiedenen Ansprüche an den Wald aufzuzeigen und innovative Verwendungsmöglichkeiten von Holz zu entwickeln. So kann der Wald für den Klimawandel „fit gemacht“ werden. Dabei stehen standortangepasste, strukturreiche und wuchskräftige Mischwaldbestände mit der Beteiligung von trockenresistenten Nadel- und Laubbaumarten im Vordergrund der Fördermaßnahmen.

Die Mittel für die Projektförderung im Bereich der internationalen nachhaltigen Waldwirtschaft werden um 1 Mio. Euro aufgestockt [6,5 Mio. €]. DFWR-Präsident Schirmbeck: „Weltweit genießt die deutsche Forstwirtschaft eine Vorbildfunktion. Um die globalen Herausforderungen zu meistern, den umfassenden Waldverlust zu stoppen und damit den folgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen, bedarf es  Initiativen und Anstrengungen. Wir müssen unser umfangreiches Wissen mit der Welt teilen und strategische Partnerschaften zum Erhalt und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder begründen. Das Signal des Bundestages, die Projektförderung in diesem Bereich auszubauen, begrüße ich daher sehr.“

Die im Haushalt 2017 vorgesehenen zusätzlichen Personalstellen werden beispielweise zur Umsetzung der Waldstrategie 2020 oder der EU-Holzhandelsverordnung eingesetzt. Auch wird im Bereich Pflanzenschutz und Pflanzengesundheit im Forst und zur Stärkung der Klimaschutzleistungen von Wäldern weiteres kompetentes Forstpersonal eingestellt, welches als Ansprechpartner, Multiplikator und Experten für die gesamte Branche fungiert.

„Mit den zusätzlichen Bundesmitteln wird die Forst- und Holzbranche nachhaltig gestärkt und deren Schlagkraft erhöht. Wir danken den beiden Berichterstattern der Großen Koalition, Cajus Caesar und Ulrich Freese für ihren Einsatz“, so Schirmbeck. „Gleichzeitig möchte ich die Forst- und Holzbranche aufrufen, Projekte zu initiieren, um unser Wissen weiter auszubauen und an Lösungen für die großen Herausforderungen zu arbeiten. Gemeinsam können wir viel erreichen, also packen wir es an.“ 

Faktenbasierten Klimaschutz mit Wald und Holz voranbringen!

Berlin, 03.11.2016: „Wir begrüßen die klare Haltung des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt zum Klimaschutzplan 2050 [KSP] und stehen als Branche geschlossen hinter ihm. Ambitionierter Klimaschutz kann nicht unter unangemessenem Zeitdruck und ohne entsprechende Berücksichtigung umfassender wissenschaftlicher Erkenntnisse gelingen!“, so Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates [DFWR].

Der DFWR hat in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt darauf hingewiesen, dass die ambitionierten Klimaschutzziele von Paris für den Fortbestand unserer Wälder sowie eine lebenswerte Zukunft essentiell sind. Deshalb befürwortet der DFWR ausdrücklich die Initiative der Bundesregierung, den Klimaschutz als prioritäres Staatsziel im globalen Kontext zu verfolgen. Die Bundesregierung schafft damit die Grundlagen für eine nachhaltige Wald- und somit Gesellschaftsentwicklung. Der vom Bundesumweltministerium vorgelegte Entwurf des Klimaschutzplans 2050 lässt wesentliche Beitragsmöglichkeiten des waldbasierten deutschen Wirtschaftsclusters Forst & Holz jedoch unberücksichtigt.

Das Dokument ist somit nicht geeignet, dem Anspruch eines bundesdeutschen Leitbildes bzw. Maßstabes gerecht zu werden. Die gegenwärtigen Positionen widerstreben nicht nur vielfach den Klimaschutzzielen, sondern gefährden den Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes als das für die Lebensraumsicherung und den Klimaschutz bedeutungsvollste Landökosystem.

„Wir haben dem Bundesumweltministerium unsere guten Argumente, die auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, an verschiedenen Stellen mitgeteilt. Wir wollen nicht Klimaschutz verhindern, sondern zusätzliche Klimaschutzpotentiale einbringen. Es scheint aber so, als wolle Umweltministerin Hendricks einen Klimaschutzplan ohne die Anhörung der Hauptbetroffenen verabschieden. Ich kann nur noch einmal an das Umweltministerium appellieren, den Alleingang zu beenden, unsere Argumente aufzunehmen und damit die Klimaschutzeffekte des Klimaschutzplans 2050 erheblich zu steigern. Dies wäre im Sinne  eines international beispielgebenden Klimaschutzes und damit einer nachhaltigen Entwicklung von Wald und Menschheit!“, so Präsident Schirmbeck weiter.

Weiterführende Informationen unter: http://dfwr.de/index.php/positionen

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