IPCC Sonderbericht: Wälder schützen das Klima

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Nachhaltige Forstwirtschaft leistet wesentlichen Beitrag negative Klimafolgen umzukehren!“

 

Berlin/Genf 08. August 2019: Vom 2.-6. August 2019 fand in Genf die 50. Plenarsitzung des Intergovernmental Panel on Climate Chance (IPCC) statt. Der Weltklimarat stellte heute einen neuen Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL) vor, der sich vor allem an politische Entscheidungsträger richtet.

„Der Bericht zeigt sehr deutlich, dass wir verantwortungsvoll mit unseren natürlichen Ressourcen insbesondere dem Wald umgehen müssen, wenn wir unsere Lebensgrundlage erhalten wollen“, sagte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V.

„In Zeiten des Klimawandels kommt einer nachhaltigen und aktiven Forstwirtschaft in Deutschland eine ganz besondere Rolle zu, weil sie Teil der Lösung ist“, erklärt Schirmbeck. Global verlieren wir Wald, mit negativen Folgen für das Klima und die Gesellschaft. Im weltweiten Vergleich nimmt die Waldfläche in Deutschland kontinuierlich zu. „Damit steht es in unserer Verantwortung, als Vorbild voranzugehen und einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz durch die nachhaltige Nutzung unserer heimischen Wälder und des nachwachsenden Rohstoffes Holz zu leisten. Nur wenn wir den erneuerbaren Rohstoff Holz nutzen wird es außerdem gelingen, den Einsatz fossiler Brennstoffe zu verringern“, betont Schirmbeck.
Eine nachhaltige, aktive Bewirtschaftung des Waldes in Deutschland ist für den Klimaschutz somit unverzichtbar. Wald und Holz leisten gemeinsam einen Klimaschutzbeitrag von 127 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr und gleichen damit rund 14 Prozent der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands aus.

Vor dem Hintergrund der aktuell bundesweit zunehmenden Klimaschäden am Wald forderte Schirmbeck die Bundesregierung auf, den Klimaschutz ernst zu nehmen und wirksame Maßnahmen auf den Weg zu bringen. „Der Wald ist unser wichtigster Verbündeter im Klimaschutz. Deshalb setzen Waldbesitzende und Forstleute alles daran, den Wald in seinem Bestand zu erhalten und an den Klimawandel anzupassen“, betonte Schirmbeck.

„Das ist eine Jahrhundertaufgabe für die Forstwirtschaft! Deshalb müssen wir darüber nachdenken, die Gesellschaft an den Kosten für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu beteiligen“, sagte Schirmbeck und schlägt unter anderem im Bundehaushalt ein neues Kapitel Wald vor, das aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung gespeist wird. Wir benötigen jetzt eine langfristige Strategie und Finanzierung zur Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel.

Schirmbeck: „Klimaschutz kostet Geld, aber nichts tun kostet die Zukunft!“

Masterplan für den Wald in Deutschland

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Der Krisengipfel für den Wald gehört ins Kanzleramt, um jetzt Taten folgen zu lassen!“

Berlin 02. August 2019: Gestern trafen sich auf Einladung des Sächsischen Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt die Forstministerinnen und -minister aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen sowie Bundesministerin Julia Klöckner in Moritzburg bei Dresden, um sich über die bundesweit katastrophale Situation in den Wäldern zu beraten.

„Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung die kritische Situation in den deutschen Wäldern ernst nimmt und jetzt Maßnahmen auf den Weg bringen möchte, um den Wald und seine Funktionen für die Gesellschaft und folgender Generationen zu erhalten“, sagt der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck. Er begrüßt den Masterplan, der in Moritzburg beschlossen wurde.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat hat in der letzten Woche in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel einen Krisengipfel für den Wald im Kanzleramt mit allen Ministerpräsidenten der Bundesländer gefordert. Die dramatische Situation, die wir im Moment erleben erinnert an das Waldsterben der 1980er Jahre. Mit dem Unterschied, dass heute die Einflussfaktoren auf den Wald weitaus komplexer sind und die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald in der Politik und Gesellschaft immer noch nicht ernsthaft wahrgenommen werden. „Das müssen wir dringend ändern und dem Wald in der Krise die Aufmerksamkeit zuwenden, die er jetzt benötigt und verdient. Wir haben eine nationale Herausforderung. Der deutsche Wald ist systemrelevant und gehört ins Kanzleramt“, betont Schirmbeck.

Wir haben gegenüber den nachfolgenden Generationen eine große Verantwortung. Schirmbeck: „Deshalb müssen wir in einem ersten Schritt die entstandenen Waldschäden beheben und die Kahlflächen mit klimaangepassten Mischbaumarten wiederaufforsten. Das kostet Geld, aber nichts tun kostet uns die Zukunft!“

„Neben den Soforthilfemaßnahmen braucht der deutsche Wald eine langfristige Strategie, um aus den Krisenmodus zu kommen und die Wälder an den Klimawandel anzupassen“, betont Schirmbeck. Die Moritzburger Erklärung liefert dafür gute Ansätze. Diese herausfordernde Aufgabe der Schadensbeseitigung, Walderhalt und eines klimaangepassten Waldumbaus erfordert die Bereitstellung von erheblichen zusätzlichen Finanzmitteln über Jahre hinweg. Schirmbeck: „Und deshalb müssen wir weiterdenken. Die Maßnahmen und Unterstützung dürfen kein schnelles Verfallsdatum haben. Eine dauerhafte Einrichtung eines Risikofonds für die Forstwirtschaft, der aus der CO2-Abgabe gespeist wird, kann beispielsweise dazu beitragen, dass künftig Hilfe schneller im Wald ankommt und sich klimabedingte Schadereignisse für die Waldbesitzenden nicht existenzbedrohend aufschaukeln.“

Der Wald ist unser wichtigster Verbündeter für den Klimaschutz. Deshalb verdient er eine ernsthaftere und engagiertere Klimaschutzpolitik auf Bundesebene. „Das Klimakabinett muss endlich liefern damit die Gesellschaft ihren CO2-Fußabdruck verringert“, sagte Schirmbeck. Eins ist für den DFWR-Präsidenten klar: „Eine nachhaltige, aktive Bewirtschaftung des Waldes ist für den Klimaschutz in Deutschland unverzichtbar“!

Die Moritzburger Erklärung finden Sie hier.

Klimaschutz

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Forst- und Holzwirtschaft sind für die Speicherung von klimaschädlichen CO2 systemrelevant!“

 

Berlin 18. Juli 2019: Die Wälder in Deutschland leiden unter den Folgen des Klimawandels in einem extremen Ausmaß. Noch ist Deutschland zu 30 Prozent bewaldet. Um den Wald in seinem Bestand zu erhalten sind Waldbesitzende aktuell und in Zukunft extrem gefordert. Absterbende Bäume werden gefällt und aus dem Wald abtransportiert. Vertrocknete Jungpflanzen müssen ersetzt und bis zu 110.000 Hektar Kahlflächen mit klimastabilen, naturnahen Mischbaumarten wieder neu bepflanzt werden.

Die Bundespolitik muss jetzt handeln: für die Zukunft unserer Wälder, Waldbesitzenden und damit für die Zukunft der Gesellschaft.

Die Klimaschutzleistung unserer Wälder kann nur dann stattfinden, wenn diese Wälder auch weiterhin erhalten bleiben. „Deshalb ist es essentiell, dass Wälder einerseits bewirtschaftet und an den Klimawandel angepasst werden, andererseits das Holz mit dem darin gespeicherten CO2 geerntet und zu Holzprodukten verarbeitet wird. In Deutschland sind bis zu 350 Mio. Tonnen Kohlenstoff in Holzprodukten gespeichert. Je länger die Produkte in Gebrauch sind, desto besser fürs Klima“, sagt Georg Schirmbeck, Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates. Wesentlich für die Einsparung von CO2 ist aber auch der Ersatz fossiler Brennstoffe und Energieträger durch den nachwachsenden Rohstoff Holz.

„Damit leisten Forstwirtschaft und Holzverwendung einen Klimaschutzbeitrag von jährlich 14 Prozent der CO2-Emissionen Deutschlands“, betont der DFWR-Präsident. Dieser Klimaschutzbeitrag durch die Aufnahme von CO2 in unseren Wäldern und Holzprodukten muss durch die Politik und Gesellschaft honoriert und in Wert gesetzt werden.

„Die Anstrengungen und Leistungen der Waldbesitzenden sind durch eine zweckgebundene CO2-Abgabe für den Wald anzuerkennen, die auf den Ausstoß klimaschädlicher Rohstoffe erhoben wird“, betont Schirmbeck.

Journalist Franz Alt brachte es in einer ARD-Sendung zu Auswirkungen zum Klimawandel auf den Punkt: „Klimaschutz kostet - aber kein Klimaschutz kostet die Zukunft.“

„Was wir im Moment erleben sind die Folgen einer Klimaschutzpolitik, die so nicht weiter gehen kann. Wir müssen als Gesellschaft dringend unsere CO2-Emmissionen herunterfahren und gleichzeitig die Waldbewirtschaftung als wesentlichen Baustein der Lösung für unser Klimaproblem und CO2-Aufnahme mit allen möglichen Mitteln unterstützen“, betont Schirmbeck.

Waldministerin Julia Klöckner forderte mindestens 600 Mio. Euro aus dem Waldklimafond der Bundesregierung für die Wiederaufforstung klimastabiler, naturnaher Mischwälder bereitzustellen. Damit sollen Waldbesitzende in Deutschland bei der Wiederaufforstung einer Gesamtschadfläche unterstützt werden, die der halben Landesfläche des Saarlandes entspricht. Diese Unterstützung ist dringend notwendig. Die zunehmende Dynamik der Klimawandelfolgen, die an der raschen Abfolge der Schadereignisse im Wald von Sturm, Dürre und Borkenkäfer vor allem 2018 und 2019 sichtbar ist, bringt Waldbesitzende zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Einkünfte fehlen, weil das Schadholz in einem überlasteten Markt nicht mehr absetzbar ist.

Es hat sehr lange gedauert, bis die Brisanz in den deutschen Wäldern die Bundespolitik erreicht hat. Eine zweckgebundene CO2-Abgabe könnte in einen Risikofond für die Forstwirtschaft eingezahlt werden und dazu beitragen, dass Hilfe schneller im Wald ankommt und sich klimabedingte Schadereignisse für die Waldbesitzenden nicht existenzbedrohend aufschaukeln.

 
 
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)
 
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.
 
Kontakt:
Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.
Geschäftsführer Franz Thoma
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
Tel.: 030-31904 560
Fax: 030-31904 564
 
Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.
Sebastian Schreiber, Pressesprecher
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
Tel.: 030-31904 571
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 

DFWR tritt Gleisanschluss-Charta bei

Berlin 25. Juni 2019: Auf Initiative des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) setzen sich 37 Verbände und Organisationen aus Industrie, Handel, Logistik und öffentlichen Einrichtungen gemeinsam für die Stärkung und Förderung von Gleisanschlüssen im deutschen Schienennetz ein.
 
Die beteiligten Akteure haben dazu diese Woche in Berlin ihre eigens erarbeitete Gleisanschluss-Charta an Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, und Dr. Torsten Sevecke, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovationen der Freien und Hansestadt Hamburg überreicht.
 
Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats: „Holz auf der Schiene zu transportieren ist insbesondere in Katastrophenjahren wie diesen essentiell, um die riesigen Mengen an Schadholz aus dem Wald zu bekommen und einer möglichst hochwertigen Nutzung zuführen zu können. In manchen Regionen hat sich seit Kaiser Wilhelm in Sachen Gleisanschlüssen außer Rückbau nichts getan! Dabei benötigt gerade der ländliche Raum dringend verbesserte Infrastruktur. Grundsätzlich sehen wir den Holztransport auf der Schiene auch aufgrund seiner hervorragenden Treibhausgasbilanz als wesentlichen Baustein für die Zukunft. Deswegen unterstützen wir die Gleisanschlusscharta und begrüßen die Initiative des VDVs! Beginnen sollte man mit einer Reaktivierung der vielerorts noch vorhandenen stillgelegten Gleise, gleichzeitig sollte in die nötigen Planungsverfahren für neue Trassen so schnell wie möglich eingestiegen werden!“   
 
 
Enak Ferlemann, Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Ich bin gespannt auf die Vorschläge in der Gleisanschluss-Charta. Wir werden uns jeden einzelnen davon genau ansehen und  einen Machbarkeits-Check durchführen. Ich freue mich besonders, dass so viele Akteure aus der Branche mit der Gleisanschluss-Charta gerade zum jetzigen Zeitpunkt dieses sehr wichtige Themenfeld aufgreifen und an die Öffentlichkeit bringen. So können wir den Schwung für den Neustart der Gleisanschlussförderung nutzen.“
 
Dr. Torsten Sevecke, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg: „Schienengüterverkehr lebt von guten Zugangsmöglichkeiten zum Bahnnetz. Der Hamburger Hafen ist der größte Eisenbahnhafen Europas und damit zentraler Start- bzw. Zielpunkt für Güterverkehr, den wir weiter stärken wollen. Dabei ist es wichtig, dass es in ganz Deutschland Gleisanschlüsse zum Be- und Entladen von Güterzügen gibt.“
 
Weitere Informationen:
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.
Von den 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland sind 67 Prozent Privatwald sowie Kommunal- und Körperschaftswald. Die privaten Waldeigentümer verfügen über 48 Prozent des Waldes, die Körperschaften (z.B. Kirchen) und Kommunen verfügen über 19 Prozent, Bund und Länder über 33 Prozent.
Die AGDW setzt sich für die Interessen der rund zwei Millionen privaten Waldeigentümer ein, die mit ihrer multifunktionalen, nachhaltigen Forstwirtschaft etwa die Hälfte der deutschen Waldfläche bewirtschaften.
 
Kontakt:
Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.
Franz Thoma, Geschäftsführer
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
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Aktuelle Meldung

DFWR-Präsident Schirmbeck spricht Grußworte zu den 5. KWF-Thementagen aus, die unter dem Thema „Walderschließung heute – neue Wege zur Logistik“ in Mittelhessen am 26./27. Juni 2019 stattfinden.  

 
Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freundinnen und Freunde der Forstwirtschaft,
 
für eine aktive und nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder in Deutschland sind erfolgreiche Partnerschaften unerlässlich. Das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) ist für die Forstwirtschaft ein wesentlicher Partner und unterstützt insbesondere im technisch-wissenschaftliche Bereich mit Technologien und Verfahren. Die deutsche Forstwirtschaft zeichnet sich durch ihren weltweit anerkannten guten Ruf sowie durch hohe Standards für eine moderne, arbeitssichere sowie geprüfte Forsttechnik aus. Hierfür setzt sich das KWF vorbildlich ein und ist ein wichtiger Baustein.
 
 
Die Arbeitsbedingungen im Wald und die Forsttechnik entwickeln sich ständig weiter. Alle im und am Wald Arbeitenden benötigen und erwarten Arbeitshilfen, welche die Wirtschaftlichkeit, Ergonomie und Umweltverträglichkeit besonders berücksichtigen sowie erprobte und geprüfte Entscheidungshilfen für Forsttechnik anbieten. Durch seine Arbeit sorgt das KWF dafür, dass unsere Forstexpertinnen und -experten vor allem sicher ihren Job, beziehungsweise ihrer Berufung nachgehen können. Nur wenn wir die Qualität und Sicherheit auf höchstem Niveau halten, kann die nachhaltige Waldwirtschaft unter Einsatz hochmotivierter und gut ausgebildeter Kolleginnen und Kollegen aufrechterhalten werden.
 
 
Im Hinblick auf den Klimawandel und die damit einhergehenden Kalamitäten steigen die Anforderungen an die Wälder und ihre Erschließungssysteme. Das Fokusthema „Walderschließung heute - Neue Wege zur Logistik“ der 5. KWF-Thementage in Mittelhessen rückt hierzu passend seinen Fokus auf die Bedeutung logistischer Konzepte und Walderschließung, insbesondere in Zeiten wie diesen. Welche Dynamik die Auswirkungen des Klimawandels für den Wald bekommen können, haben Waldbesitzende und Forstleute das letzte Jahr deutlich gespürt. Die Schäden in den Wäldern übertreffen in vielen Regionen Deutschlands die Schäden des Waldsterbens vor 35 Jahren. Wenn sich die Prognosen bestätigen, setzt sich dieses Szenario 2019 fort. Eine solide Walderschließung und Logistik sind wichtige Voraussetzungen, um den Herausforderungen des Klimawandels und der Folgen für Waldwirtschaft und Waldbesitzende zu begegnen.
 
 
Liebe Freundinnen und Freunde der KWF-Thementage, nutzen Sie diese Chance zum Austausch mit Fachleuten. Lassen Sie uns gemeinsam die kommenden Herausforderungen bewältigen. Ich wünsche der Veranstaltung einen guten Verlauf, viele spannende Diskussionen sowie gute persönliche Gespräche.
 
Herzlich
 
Ihr
 
Georg Schirmbeck
Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e.V.
 
 

Lebensraum Wald

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Biodiversität im Wald ist eine wesentliche Leistung und Ergebnis verantwortungsvoller Arbeit von Waldbesitzenden und Forstleuten seit Generationen“
 
Berlin, 22. Mai. Nachhaltige Waldbewirtschaftung fördert die biologische Vielfalt. Jüngste Auswertungen des Bundesamtes für Naturschutz zum Wald zeigen die besten Werte seit dem Beginn der Erhebungen im Jahr 1990. „Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass dieses Ergebnis vor allem auch ein Verdienst der umsichtigen Arbeit von Generationen von Waldbesitzenden und Forstleuten ist, die unseren Respekt verdienen“, sagt Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates.
 
Der deutsche Wald beherbergt von allen mitteleuropäischen Ökosystemen die meisten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten - in der Summe vermutlich weit über 10.000. Das bestätigt der Indikatorenbericht der Bundesregierung zur „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“. „Dem Landschaftsraum Wald und der Forstwirtschaft wurde mit 87 Prozent der beste Wert aller Flächennutzungen bescheinigt,“ betont Schirmbeck.
 
Es gehört zum waldgesetzlichen Auftrag und zum forstlichen Selbstverständnis, den Wald so zu bewirtschaften, dass er seinen verschiedenen Funktionen für die Gesellschaft möglichst umfassend gerecht wird. Ein vielfältiger und gemischter Wald ist meist artenreicher und in der Regel stabiler und widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen und Schadorganismen. Diese Erkenntnis setzen die Forstleute in der Bundesrepublik bereits seit mehr als 30 Jahren im Waldbau um. „Die Weiterentwicklung der Wälder in naturnahe, strukturreiche und klimaflexible Wälder ist sehr komplex, benötigt sehr viel Erfahrung und geht nicht von heute auf morgen.
 
Schirmbeck äußert: „Deshalb ist es auch ganz entscheidend, dass wir unser Klima schützen. Die Bundesregierung ist gefordert endlich zu handeln, wenn wir den Wald, so wie wir ihn kennen und schätzen, erhalten wollen. Die moderne Forstwirtschaft ist bereit und trägt ihren Teil dazu bei die CO2- Senkenfunktion der Wälder durch Waldwirtschaft zu gestalten und gleichzeitig Lebensräume für Arten zu schaffen und zu erhalten.
 
Weltweit gesehen sind eine Millionen Tier- und Pflanzenarten, laut Weltreport zum Artensterben des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) von Anfang Mai, vom Aussterben bedroht. Umso wichtiger ist es, die vorbildliche und nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland weiter zu fördern und entsprechende Rahmenbedingungen für eine Bewirtschaftung sicherzustellen, um dem weltweiten Trend etwas entgegenzusetzen. Die Nutzung von Holz aus heimischen Wäldern ist ein wesentlicher Baustein in der Diskussion um den Klimawandel und Biodiversität. Waldbesitzende und Forstleute setzen sich mit Ihrer Arbeit unter anderem dafür ein, dass sich Arten entfalten können. „Artenschutz beschränkt sich dabei nicht nur darauf, Bäume alt werden zu lassen und die Nutzung für bestimmte Waldbereiche einzustellen,“ sagt Schirmbeck.
 
Schirmbeck weiterhin: „Bestimmte Arten benötigen eine aktive Gestaltung des Lebensraumes Wald durch die Forstwirtschaft, damit sie sich ansiedeln oder erhalten werden können.“ Das Auerwild zum Beispiel, das in bestimmten Regionen Deutschlands vorkommt, benötigt genügend Lücken, also Freiflächen. Mehr Licht im Wald begünstigt eine vielfältige Bodenvegetation, Bäume mit niedrigen Ästen und eine hohe Strukturvielfalt. „Auf diese Weise entstehen für den größten Hühnervogel Europas deutlich bessere Nahrungs- und Versteckmöglichkeiten für Altvögel und frisch geschlüpfte Küken,“ sagte Schirmbeck. Schneisen und die Abwechslung von dichtem und lockerem Baumbestand erleichtern dem ungeschickten Flieger das Landen und Starten und sorgen gleichzeitig für Deckung. „Diese Strukturen tun nicht nur dem Auerhuhn gut, sie locken viele Insekten an und sind für andere bedrohte Vogelarten, Fledermäuse und Reptilien wertvoll,“ betonte der DFWR-Präsident. So könne durch Vielfalt am Waldboden dem Auerhuhn geholfen und die Biodiversität gefördert werden.
 
Förderprogramme der Länder unterstützen die Waldbesitzenden dabei noch mehr zu tun und in Naturschutzleistungen zu investieren. Schirmbeck: „Das sind finanzielle Anreize, die nur einen Bruchteil des tatsächlichen Aufwandes abdecken“. Schirmbeck mahnte in diesem Zusammenhang auch an, den Respekt im Umgang mit den Waldbesitzenden und Forstleuten zu wahren. „Wir brauchen für den Naturschutz im Wald mehr Verlässlichkeit in die politischen Rahmenbedingungen und die Akteure. Dazu zählen unter anderem angemessene Ausgleichsleistungen für die Waldbesitzenden bei Investitionen in Artenschutzmaßnahmen,“ forderte Schirmbeck.
 
Weitere Informationen:
 
Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt

Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt offiziell angenommen wurde. Artenvielfalt, auch Artendiversität genannt, ist ein Maß für die Vielfalt der biologischen Arten innerhalb eines Lebensraumes oder geographischen Gebietes und somit für die Vielfalt von Flora und Fauna.
 
Indikatoren für den Naturschutz

Der bundesweite Indikator für „Naturschutz, Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ dient der Erfolgskontrolle der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und der nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung in Deutschland, der Bundesregierung. Der Indikator ist eine Maßzahl, die aus den Bestandsgrößen von 51 ausgewählten repräsentativen Brutvogelarten ermittelt wird. Die aktuellen Bestandsgrößen werden ins Verhältnis zu einem jeweils artspezifischen Zielwert für das Jahr 2015/2030 gesetzt und über die Arten der Teilindikatoren gemittelt. Die Teilindikatoren erlauben Aussagen zum Zustand der Hauptlebensraum- und Landschaftstypen.
Die Veröffentlichung des BfN zur Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie für das (jüngste veröffentlichte) Berichtsjahr 2015 belegt die positive Entwicklung der Biodiversität im Wald.
Von allen Hauptlebensraumformen hat der Wald den besten Wert. Ebenso ist es in der Zeitreihe Wälder der beste jemals erreichte Wert.
https://www.bfn.de/themen/monitoring/indikatoren/naturschutz.html
 
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)
 
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.
 
Kontakt:
Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.
Geschäftsführer Franz Thoma
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
Tel.: 030-31904 560
Fax: 030-31904 564
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!