1. Deutscher Waldtag Wald ist Klimaschützer und ein Multitalent

Berlin, 20.10.2016: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt MdB eröffnete am 18. Oktober den 1. Deutschen Waldtag in Berlin. In seiner Rede betonte Minister Schmidt die großartigen Beiträge des Waldes und der Holzverwendung zum Klimaschutz sowie die Bedeutung des Waldes für Wirtschaft, Naturschutz und Erholung.  Vorangegangen war eine Pflanzaktion mit 22 Forstwirtinnen und Forstwirten aus ganz Deutschland. Diesen dankte Minister Schmidt stellvertretend für alle, die im Forst tätig sind. Während der beiden Konferenztage diskutierten Politiker und Wissenschaftler aus Bund und Ländern mit Akteuren aus Forst- und Holzwirtschaft, Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie Sportverbänden.

Bei den Podiumsdiskussionen, Wald-Dialogen, Sessions und der Clusterkonferenz ging es um Themen wie Waldnaturschutz, Stärkung der Holzverwendung, Nutzungskonflikte im Wald sowie die Stärkung des Clusters Forst und Holz. Die zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und Erholung knüpften in den Wald-Dialogen an die Dialogforen zur Waldstrategie 2020 von 2015 und 2016 an. Die Ergebnisse wurden von den Moderatoren der jeweiligen Workshops im Plenum vorgestellt und in der Fachkonferenz am 19. Oktober erörtert. Die Fachkonferenz war eine interne Veranstaltung, bei der die Leiterinnen und Leiter der Forstverwaltungen des Bundes und der Länder mit Vertretern der Verbände der Forst- und Holzwirtschaft, des Naturschutzes, der Jagd und der Erholung, Freizeit und Gesundheit gemeinsam diskutierten.

Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, dass der 1. Deutsche Waldtag als großes Treffen der Forst- und Holzbranche zu werten ist. Auch eine gemeinsame Herangehensweise in Bezug auf den Klimawandel wurde immer wieder bekräftigt. Geeignete Strategien zur Abschwächung des drohenden Klimawandels zu entwickeln und den Wald auf die Herausforderungen des bereits spürbaren Klimawandels vorzubereiten, ist eine zentrale und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Durch die Nutzung und die aktive Entwicklung des Waldes lassen sich klimaplastische Wälder schaffen. Nur diese garantieren eine stabile Senkenfunktion und liefern nachhaltig den Rohstoff Holz. Erst durch die Holznutzung entstehen, im Zuge einer langfristigen Bindung von Kohlenstoff in Holzprodukten (Produktspeicher) und durch die stoffliche sowie energetische Substitution, zusätzliche Klimaschutzleistungen.

Ministerialdirigent Dr. Alex Heider gelang es einen zutreffenden Bogen um die zweitägige Veranstaltung zu schlagen. Die Ergebnisse des 1. Deutschen Waldtages fasste er wie folgt zusammen:

  1. Das BMEL gründet eine Bundesplattform, auf der Forst, Erholung und Naturschutz sowie die Nutzer des Waldes vereint werden sollen,
  2. Zielkonflikte im Wald werden zukünftig an einem runden Tisch beim BMEL unter Beteiligung von Wissenschaft, Politik, Verbänden und Praktikern diskutiert und
  3. es gibt eine Charta Holz 2.0, in welche die Ergebnisse der Clusterkonferenz einfließen.

Dr. Heider lobte außerdem die besonderen Leistungen des Clusters und dass trotz der Heterogenität ein roter Faden erkennbar ist: Die Bestrebung die Leistungen, die die Forst- und Holzseite und der Naturschutz für die Allgemeinheit erbringen, in Wert zu setzen.

Georg Schirmbeck, als Vertreter der Plattform Forst und Holz und Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e.V., bedankte sich im Namen aller Teilnehmenden für die informative Veranstaltung des BMEL. Er unterstrich die gute Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen zwischen dem Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens und der Branche. Unter den beteiligten Akteuren der Veranstaltung warb Georg Schirmbeck dafür, neue Kooperationspartner – z.B. aus dem Erholungssektor – zu suchen und gemeinsam „das tolle Produkt Wald zu verkaufen und nach vorne zu bringen“. Nur durch eine gemeinsame Strategie und Kommunikation der Branche lassen sich Forderungen gezielt platzieren und damit im Gesetzestext implementieren. Georg Schirmbeck wörtlich: „Packen wir es an!“

Die Ergebnisse und Berichte, die in den kommenden zwei Jahren erarbeitet werden, sollen auf dem 2. Deutschen Waldtag 2018 vorgestellt werden.