DFWR-Präsident würdigt den mutigen Einsatz der Waldbrandbekämpfer

DFWR-Präsident würdigt den mutigen Einsatz der Waldbrandbekämpfer und fordert mehr Löschkapazitäten sowie Unterstützung beim Waldumbau.


Kurz nach dem Großbrand nahe Berlin war Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats, unterwegs in der Region Treuenbrietzen, um den Bekämpfern des Waldbrands für ihre Bemühungen zum Schutz der umliegenden Wälder, vor allem aber des Lebens der Anwohner, zu danken. Kreisbrandmeister Jens Heinze nahm den Dank entgegen, aber an viel Zeremonie war nicht zu denken, denn die Pflicht rief: Diverse Glutnester flammten immer wieder auf. Das ging tagelang so. Der zuständige Stadtförster fuhr alle vier Stunden Patrouille durch den Wald.


So bekam Herr Schirmbeck Eindrücke aus erster Hand. Besonders beeindruckte ihn eine Fläche, durch die das Feuer gleich zweimal wütete: Zuerst als Bodenfeuer, dann drehte der Wind und bewegte sich im Kronenbereich zurück. „Derartige Richtungsänderungen gefährden die Retter. Im schlimmsten Fall wird man überholt oder ist gefangen“, so der Kreisbrandmeister.


Stärkung der Waldbrandbekämpfung
Herr Schirmbeck würdigte das: „Vor ein paar Tagen hätte ich hier nicht stehen wollen. Meinen Respekt für die Männer und Frauen, die hier unerschrocken Ihre Pflicht getan haben!“ Jetzt stehe im Gegenzug die Gesellschaft in der Pflicht: „Es müssen mehr Möglichkeiten zur Waldbrandbekämpfung geschaffen werden, am Boden wie in der Luft.“ Die Gefahr nähme wegen des Klimawandels deutlich zu. „Wenn wir in Zukunft nicht schnell und effektiv reagieren können, setzen wir das Leben von Anwohnern und Rettern aufs Spiel, aber auch die Klimaschutzleistungen unserer Wälder!“


Um die Brandbekämpfung effektiver zu gestalten, fordert Verbandspräsident Schirmbeck eine Förderung für Löschfahrzeuge in waldreichen Gemeinden. „Wenn überlegt wird, welche Mittel die Länder ihren Gemeinden zur Unterstützung der Feuerwehren zur Verfügung stellen, muss das erhöhte Waldbrandrisiko eingerechnet werden“, so Schirmbeck. „Zusätzlich sollten die Waldbesitzer bei der Schaffung und Instandhaltung eines durchgängigen Netzes von Löschbrunnen im Wald unterstützt werden, damit immer Wasser vor Ort verfügbar ist.“ Laut Schirmbeck hat es Vorbildfunktion, dass in dem besonders gefährdeten Bundesland Brandenburg solche Maßnahmen bereits jetzt zu 100 % vom Land gefördert werden.
Interessierte private und kommunale Waldbesitzer könnten sich an die Bewilligungsbehörde des Landesbetriebes Forst Brandenburg wenden.


Prävention durch Waldumbau
Nebst der Brandbekämpfung müsse auf Prävention gesetzt werden. Hier sind die Förster und Waldbesitzer aktiv und pflanzen bereits seit Jahrzehnten verstärkt Baumarten, die den Wald weniger anfällig für Waldbrände machen. „Wir setzen uns für Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen ein, der bestmöglich an die zukünftigen Bedingungen angepasst ist. Die jetzt verbrannten Monokulturen wurden vor fast 100 Jahren angelegt. Damals war Deutschland noch kein Waldbrandland. Und wir müssen fair zu unseren Vorfahren sein, die bei der Anlage der Wälder manchmal keine andere Wahl hatten. Waldflächen, die der Krieg zerstörte oder die für Zahlung von Kriegsreparationen kahlgeschlagen wurden, mussten unsere Vorfahren mit anspruchslosen Baumarten wieder bepflanzen. Anderes Pflanzmaterial war nach dem Krieg kaum zu bekommen“, so Schirmbeck


Heute dagegen muss sich die Forstwirtschaft gemeinschaftlich einer ganz anderen Problemlage stellen: „Förster, Waldbesitzer, Naturschützer und Rettungskräfte eint das Interesse an einem Wald, der zukünftigen Klimafolgen trotzt und seine gesamtgesellschaftlichen Ansprüchen genügt trägt. Wir stellen heute die Weichen in Verantwortung für den Wald in 100 bis 200 Jahren“, betonte Schirmbeck. „Deshalb fordert der DFWR Förderprogramme, die einerseits die Forschung bei forstlichem Saat- und Vermehrungsgut und die Forstbaumschulen stärken und anderseits den Waldumbau mit klimatoleranten Laub- und Nadelbaumarten voranbringen. Im Schadensfall z. B. nach Sturm, Insektenbefall, Trockenheit oder Feuer, braucht der Waldbesitz kurz- und langfristige Hilfeleistungen durch den Bund und die Länder. Steuerliche Erleichterungen, Bildung von Rücklagen oder unbürokratische Direktzahlungen können eine Lösung sein. Denn durch fehlende Holzverkaufserlöse können viele Waldbesitzer ihren Wald nicht zukunftsweisend umbauen. Besonders betroffen sind kleine Waldbesitzer, die ohnehin kaum Gewinn aus dem Wald ziehen können und oft selbst ohne Waldschäden schon draufzahlen, um den Wald aus ideellen Gründen zu bewahren. Diese Menschen müssen ermutigt und gefördert werden, damit sie ihren Wald nicht aufgeben! Dies dient der gesamten Gesellschaft, da ein stabiler Wald mitsamt einer verantwortungsvollen, nachhaltigen Holznutzung Klima-, Wasser- und Erosionsschutz sowie Erholungsfunktionen bereitstellt“, so Schirmbecks Fazit.