COP 24 in Kattowitz: Der Weg aus der Klimakrise führt in den Wald

In den nächsten zwei Wochen trifft sich die Welt in Polen, um sich bei COP 24 in Kattowitz über wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu beraten. „Wenn das vereinbarte 1,5 Grad-Ziel des Pariser Weltklimaabkommens noch erreicht werden soll, müssen wir jetzt rasch und mit weitreichenden, bisher nicht dagewesenen Maßnahmen reagieren“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V. (DFWR) am Montag (3.12.) in Berlin.

„Die vergangenen 12 Monate haben uns deutlich vor Augen geführt, was die Folgen des Klimawandels für den Wald, die deutsche Forstwirtschaft aber auch für die Gesellschaft bedeuten. Stürme sowie langanhaltende Hitze und Dürre haben dem Wald 2018 besonders schwer zugesetzt und zu erheblichen Waldschäden geführt“, betonte der DFWR-Präsident. Wald und Forstwirtschaft haben im Klimawandel eine Doppelrolle: sie sind besonders von den Auswirkungen betroffen und sie tragen entscheidend dazu bei, dass die Klimaschutzziele erreicht werden können. „Der deutsche Wald sowie seine nachhaltige Nutzung sparen jährlich rund 14 Prozent der nationalen CO2-Emissionen ein. Schirmbeck betont: „Wir können es uns nicht leisten, diese erhebliche Klimaschutzleistung durch unüberlegte Nutzungsbeschränkungen im Wald aufs Spiel zu setzen, da insbesondere die nachhaltige Nutzung unserer Wälder die größten Klimaschutzpotenziale bietet“.

Die Forstleute und Waldbesitzenden arbeiten bereits seit rund 30 Jahren verstärkt daran, die Wälder an die sich ändernden klimatischen Bedingungen anzupassen. Dazu gehören unter anderem aktive Pflegemaßnahmen und das Pflanzen standortgerechter, produktiver Mischwälder, um die Klimastabilität und die Widerstandsfähigkeit zu verbessern. „Der dauerhafte Erhalt des Waldes und seiner vielfältigen Funktionen für die Gesellschaft sollte nicht nur die DNA der Forstleute und Waldbesitzenden sein. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die mehr wertgeschätzt und öffentlich stärker gefördert werden sollte“, forderte der DFWR-Präsident.

„Die deutsche Forstwirtschaft fordert deshalb verlässliche politische Rahmenbedingungen für die zwei Millionen Waldbesitzenden und Forstbetriebe. Es sollten nicht immer neue Hürden für die weltweit als Vorbild dienende nachhaltige deutsche Forstwirtschaft aufgebaut werden. Im globalen Maßstab erfüllen wir bereits die höchsten Standards für die Waldbewirtschaftung“, sagte Schirmbeck.

„Die Bundesregierung muss sich deutlich mehr anstrengen, um die ambitionierten
Klimaschutzziele zu erreichen. Die deutsche Forstwirtschaft steht als verlässlicher Partner
breit, sie dabei mit allen Kräften zu unterstützen“, betonte der DFWR-Präsident.


Weitere Informationen:


COP 24
Vom 2. bis 14. Dezember 2018 findet in Kattowitz (Polen) die 24. UN-Klimakonferenz statt
beziehungsweise die 24th Conference of the Parties, kurz COP 24. Sie soll die Umsetzung des
2015 verabschiedeten Weltklimaabkommens einleiten und weiter voranbringen.
Im Oktober 2018 wurde der Sonderbericht zur globalen Erwärmung von 1,5 Grad des
Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) veröffentlicht. Danach wäre das im
Weltklimaabkommen von Paris vereinbarte 1,5 °C-Ziel gerade noch erreichbar, wenn jetzt mit
schnellen und weitreichenden, bisher nicht dagewesenen Maßnahmen reagiert würde.