Olivenbäume für den deutschen Wald?

Gemeinsame Pressemitteilung des DFWR und DBV

DFWR- und DBV-Veranstaltung auf IGW:

Forstwirtschaft und Klimawandel – Konsequenzen aus dem Dürresommer 2018
 
Nach der verheerenden Trockenheit des Sommers 2018 ist es auch im deutschen Wald und bei den
Jungbäumen zu teilweisen erheblichen Ausfällen gekommen. Die damit verbundenen Vermögensverluste
sind enorm. Durch die großen Mengen an Schadholz sind die Holzpreise „im Keller“. Besonders viele
Kleinwaldbesitzer könnten die Motivation für ihre Waldbewirtschaftung verlieren. Bund und Länder sind
daher gefordert, deutliche Zeichen der Ermutigung zu setzen. Die Diskussion um klimafeste Baumarten
muss offen und ideologiefrei geführt werden. Auch ist die Wissenschaft mehr denn je zu der Frage
gefordert, „welchen Wald wir brauchen“. Anders als in der Landwirtschaft ist das Pflanzen von
Waldbäumen eine Entscheidung für ein oder mehrere Generationen. Das sind die Ergebnisse einer
gemeinsamen Veranstaltung des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) und des Deutschen
Bauernverbandes (DBV) auf der Internationalen Grünen Woche (IGW). 

 „Die letzten 15 Monate brachten Winter- und Herbststürme, immense Trockenheit und Borkenkäfer in
einem Ausmaß, wie wir es noch nicht kannten“, fasste DFWR-Präsident Georg Schirmbeck die Situation
der deutschen Forstwirtschaft zusammen und verwies auf die damit verbundene prekäre Lage auf dem
Holzmarkt. Aber nicht nur die Waldbesitzenden selbst haben mit Vermögensverlusten zu kämpfen, auch
die Forstbaumschulen, die das wichtige Pflanzgut für die folgende Waldgeneration erzeugen, leiden unter
der Situation. Einerseits, weil auch sie trockenheitsbedingt nur wenig Pflanzen auf den Markt bringen
konnten, andererseits, weil durch das trockene Wetter die Nachfrage seitens der Waldbewirtschafter
gebremst war.  

In der Forstwirtschaft gilt es schon seit geraumer Zeit, Konsequenzen aus der zunehmenden
Klimaerwärmung und der Häufung von Extremwetterlagen zu ziehen. Von daher waren sich die
Diskutanten darin einig, das Potenzial der gesamten Baumartenpalette ausschöpfen zu müssen. Georg
Schirmbeck: „Anders als in der Landwirtschaft wirken sich im Wald Fehler bei der Pflanzenwahl über lange
Zeit aus, die Waldbesitzenden brauchen also jetzt die Möglichkeit, Bäume zu pflanzen, die auch mit den
künftigen Klimabedingungen zurechtkommen“. „Wenn es wärmer wird, kommt der Olivenbaum ohnehin
in 1000 Jahren zu uns“, veranschaulichte VDF-Geschäftsführer Alain Paul die Situation.

Der Wald ist auch in der Jugend en vogue. Das versucht SDW-Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann
zu nutzen, um die Folgen des Klimawandels für den Wald Kindern und Jugendlichen bewusst zu machen.
Die kommende Generation müsse den gesamtgesellschaftlichen Nutzen der Wälder erkennen und
verinnerlichen, wofür „Klimaschutz auch vor unserer Haustüre“ gut ist.
 
Weitere Informationen:
 
Der Deutsche Bauernverband (DBV) ist die Interessenvertretung der Landwirte in Deutschland. Der DBV ist
parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Über 90 Prozent der rund 300.000 landwirtschaftlichen
Betriebe in Deutschland werden über die regionalen Bauernverbände im Deutschen Bauernverband
vertreten. Gute die Hälfte der deutschen Landwirte bewirtschaftet auch Wald.