Wer rettet das Klima?

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Wir können es uns nicht leisten, auf die CO2-Minderungspotenziale des Sektors Forst- und Holz zu verzichten!“

Das Bundeskabinett nahm am Mittwoch, den 6. Februar den Klimaschutzbericht 2018 an, aus dem hervorgeht, dass die festgelegten Ziele für den Klimaschutz 2020 um acht Prozent unterschritten werden.

„Wann fangen wir endlich an, Klimaschutz ernst zu nehmen,“ fragte besorgt Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V. in Berlin.  „Das letzte Jahr hat nachdrücklich gezeigt, welche verheerenden Folgen der Klimawandel für Wald und Waldbesitzende haben. Über 70 Millionen Kubikmeter Schadholz in Europa und Schäden in Milliardenhöhe sind eine erste Bilanz, die uns konkret beunruhigen. Denn: Was die Menschen bereits heute erleben, ist eine rasche Veränderung ihres gewohnten Umfeldes und Landschaftsbildes. Damit verbunden sind Einschränkungen im Erholungswert sowie der zeitweise Verlust weiterer Schutzeigenschaften des Waldes. Das könnte sich 2019 nahtlos fortsetzen, wenn sich unsere Prognosen bestätigen“, warnte Schirmbeck. 

„Wir begrüßen es daher ausdrücklich, dass die Autoren des Berichtes die Klimaschutzleistungen des Forst- und Holzsektors gegenüber dem Entwurf vom Herbst 2018 berichtigt haben“, betonte der DFWR-Präsident. Die CO2-Senkenleistung des Waldes durch nachhaltige Waldbewirtschaftung werde ebenso anerkannt, wie das CO2-Minderungspotenzial der Holzverwendung. „In Anbetracht der verfehlten Klimaschutzziele 2020 können wir es uns nicht leisten, auf diese Effekte zu verzichten“, betonte Georg Schirmbeck. Der DFWR werde auch künftig die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung kritisch begleiten und sich dafür einsetzen, dass die Klimaschutzleistungen des Forst- und Holzsektors darin angemessen berücksichtigt werden. 

„Wald und Forstwirtschaft sind in Bezug auf die Folgen des Klimawandels Opfer und Retter zugleich. Deshalb ist einerseits eine ambitioniertere Klimaschutzpolitik für Wald und Gesellschaft überlebensnotwendig“, betonte Schirmbeck. Wald und Waldbesitzende tragen andererseits selbst in erheblichem Maße zum Klimaschutz bei. Schirmbeck: „Der deutsche Wald sowie seine nachhaltige Nutzung spart jährlich rund 14 Prozent der nationalen CO2-Emissionen ein.“  Waldbesitzende und Forstleute stellen sich jeden Tag der Verantwortung, den Wald zu pflegen, in dem sie Holz ernten. Schirmbeck weiter: „Nur so ist es ihnen möglich, den Wald unserer Vorfahren weiter in klimaflexible, widerstandsfähige Mischwälder umzubauen. Mit nachhaltiger Waldwirtschaft gewährleisten sie, dass die Senkenleistung des Waldes nicht abreißt und sich die Gesellschaft auf die vielfältigen Waldfunktionen auch morgen noch verlassen kann. Vor diesem Hintergrund sollten Politik und Gesellschaft kritisch hinterfragen, ob beispielsweise das unreflektierte Stilllegen von Wald sinnvoll ist.“

„Waldbesitzende und Forstbetriebe in Deutschland benötigen verlässliche Rahmenbedingungen, die sie bei der Bewältigung der Jahrhundertaufgabe unterstützen“, betonte der DFWR-Präsident.