Forstwirtschaft schafft Vielfalt

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Waldbesitzende und Forstleute tragen zu artenreichen und resilienten Wäldern bei!“

Berlin, 21. März. Wälder und Biodiversität stehen in diesem Jahr als Thema des Internationalen Tag der Wälder ganz besonders im Fokus. Ein Drittel von Deutschland ist mit Wald bedeckt. Und dabei zählen unsere Wälder zu den intaktesten und ursprünglichsten Ökosystemen, die wir in Deutschland haben. Insbesondere in Zeiten des Klimawandels gilt es unsere Wälder mit all ihren Leistungen und ihrer Biodiversität zu erhalten. Der Beitrag einer nachhaltigen Forstwirtschaft ist dabei ganz wesentlich. „Die nachhaltige Bewirtschaftung multifunktionaler Wälder führt nicht nur zu einem hohen Artenreichtum an Tieren und Pflanzen, sondern ist auch essenziell für die Anpassung unsere Wälder an den Klimawandel,“ betont Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e.V. (DFWR).

„Wir haben eine besondere Verantwortung vor allem bei der anstehenden Wiederbewaldung von Schadflächen, auch im Hinblick auf die biologische Vielfalt des Ökosystems Wald“, sagt Georg Schirmbeck. Besonders erschwerend kommen in der jetzigen Situation jedoch die Entwicklungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie hinzu, die auch die Forstwirtschaft voll trifft. Insbesondere im Hinblick auf die Wiederbewaldung und Pflanzsaison im Frühjahr gilt es jetzt Lösungsansätze für die Forstwirtschaft mit der Politik zu diskutieren. „Die Freizügigkeit für Arbeitskräfte und eine Beschäftigung ist weiter zu ermöglichen, so dass wertvolles Pflanzgut jetzt für den Walderhalt eingesetzt werden kann,“ sagt Schirmbeck.

Ende Februar veröffentlichte Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zeigen, wie ernst die Lage ist. Demnach wurden Wälder durch Stürme, Dürre, Brände und Käferbefall deutschlandweit auf einer Fläche von rund 245.000 Hektar geschädigt. Angesichts der Zahlen kann nur mit einer engagierten und beherzten Waldbewirtschaftung in diesen herausfordernden Zeiten auch für die Zukunft ein artenreicher Wald mit all seinen Leistungen für die Gesellschaft bereitgestellt werden. Intakte Wälder bieten ein vielfältiges Angebot an Nahrung, Deckung und Brutmöglichkeiten. Die Veröffentlichung "Vögel in Deutschland - Übersichten zur Bestandssituation" von Anfang Februar 2020, unter anderem vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), belegt zum Beispiel, dass sich die Vogelbestände im Wald in den vergangenen Jahren deutlich erholt haben. Im Zeitraum 2005 bis 2016 sind etwa 1,5 Millionen Waldvögel dazugekommen. Besonders erfreulich ist die deutliche Zunahme der Bestände von Waldvogelarten seit 2010.

„Das ist eine sehr gute Nachricht für die Forstwirtschaft in Deutschland. Es ist ein deutlicher Beleg dafür, das Waldbesitzenden und Forstleuten der Artenschutz wichtig ist und nachhaltige Waldwirtschaft der Artenvielfalt dient“, betont Schirmbeck. Die Ergebnisse des Berichtes zeigen, dass die Wälder offenbar älter werden. Der Wald wird sich mit dem Klimawandel ändern und in der Zukunft anders aussehen.

Fakt ist aber, dass laut Bundeswaldinventur der Mischwaldanteil in den letzten Jahren auf 75 Prozent der Gesamtwaldfläche gestiegen ist und 68 Prozent der Wälder bereits zwei- oder mehrschichtig aufgebaut sind. Tendenz weiter steigend. Ein Ergebnis nachhaltiger, multifunktionaler Waldbewirtschaftung, die nachweislich die heimische Biodiversität sichert und im Klimawandel dafür sorgen kann, Lebensräume zu erhalten und zu verbessern. Die Bewirtschaftung von Wäldern und der Erhalt der Biodiversität sind keine Gegensätze, sondern lang gelebter Ansatz einer integrativen Waldbewirtschaftung.

Weitere Informationen:

Publikation "Vögel in Deutschland - Übersichten zur Bestandssituation". Die aktuelle Gesamtschau enthält umfangreiche Informationen und eine aktuelle Übersicht zu allen 305 Brutvogelarten Deutschlands, zu Bestandsgrößen, Bestandstrends und der Verbreitung aller Brut- und der rastenden Wasservogelarten. Sie wurde vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam erarbeitet und am 5. Februar 2020 veröffentlicht.