DFWR zieht Zwischenbilanz zu Waldschäden

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Die Extremwetterereignisse haben zwischen 2018 und 2020 bundesweit Schäden in Höhe von rund 13 Mrd. Euro verursacht!“

 

 

                                                  Berlin, 24. Februar 2021Am heutigen Mittwoch stellt Bundesministerin Julia Klöckner den Waldzustandsbericht 2020 für Deutschland vor. Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass es unseren Wäldern keinesfalls besser geht und unsere Bäume unter dem Klimawandel weiter leiden. Sturm, Dürre und Borkenkäfer haben in den letzten drei Jahren in den Wäldern und damit auch in den Forstbetrieben zu großen volkswirtschaftlichen Schäden geführt, die Waldbesitzende mit aller Kraft versucht haben zu bewältigen und den Wald weiter klimafit zu machen. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) hat mit seinen Experten aus Praxis, Wissenschaft und Verwaltung erstmalig eine ökonomische Zwischenbilanz für die relevantesten Waldschäden 2018-2020 gezogen, die in Kürze veröffentlicht wird. Die dabei bewerteten Schadenskomponenten summieren sich auf rund 13 Milliarden Euro, als Folge der Extremwetterereignisse 2018 bis 2020. „Die Folgen des Klimawandels gefährden den gesamten deutschen Wald und seine vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft,“ betont DFWR-Präsident Georg Schirmbeck.

„Die klimawandelbedingten Extremwetterereignisse haben in den letzten drei Jahren am Wald und in den Forstbetrieben bis heute einen volkswirtschaftlichen Gesamtschaden von rund 13 Mrd. Euro verursacht. Und das ist leider nur eine Momentaufnahme“, betont Schirmbeck. Die vom Bund für den Erhalt und Wiederaufbau der Wälder bereitgestellten 800 Millionen Euro an Soforthilfen sowie weitere 500 Mio. Euro Nachhaltigkeitsprämie waren richtig und ein wichtiger Schritt. Diese Mittel stehen jedoch nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung und werden bei weitem nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, der sich allein aus der Wiederbewaldung und der Anpassung der Wälder an den Klimawandel ergibt. Dies zeigt sich allein aus der Relation der errechneten Gesamtschäden zu den Finanzmitteln aus den Soforthilfemaßnahmen.

Schirmbeck: „Deshalb muss das Förderinstrument der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) für die Forstbetriebe zur Schadbewältigung und für die Wiederbewaldung als ein wesentlicher Baustein deutlich verlängert und verstetigt werden.“ Schirmbeck weiter: „der Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern ist eine Generationenaufgabe! Die Wiederbewaldung und die Anpassung der Wälder an den Klimawandel kann nur mit handlungsfähigen Waldbesitzenden gelingen. Wenn wir das Engagement der Waldbesitzenden und ihren wichtigen Beitrag zum Erhalt der Wälder mit Ihren vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft nicht verlieren wollen, müssen wir jetzt die Forstbetriebe auf eine sichere ökonomische Basis stellen“.

„Eine weitere Erkenntnis aus dieser Bilanz ist, dass wir die ökonomische Basis der Forstbetriebe deutlich verbreitern müssen. Wir müssen den Forstbetrieben neue wirtschaftliche Perspektiven anbieten und vor allem Ihre Leistungen anerkennen“, betont Schirmbeck. „Wir benötigen jetzt neue Instrumente und einen Beitrag, um die Leistungen aller Waldbewirtschaftenden hinsichtlich Klimaschutz und weiterer Ökosystemleistungen für die Gesellschaft zu honorieren.“ Die Klimaschutzleistung nachhaltig bewirtschafteter Wälder und die Nutzung von Holz muss dabei derzeit besonders im Fokus stehen.

Schirmbeck betont: „Die Forstwirtschaft in Deutschland steht vor ihrer größten Bewährungsprobe, die sie nur gemeinsam mit Politik und Gesellschaft bewältigen kann. Wir brauchen ganz klare Rahmenbedingungen und Förderinstrumente für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Weitere Restriktionen hinsichtlich Waldbewirtschaftung und Holznutzung gefährden unsere Klimaschutzziele und damit den Weg raus aus einem fossilen Zeitalter hin zur Klimaneutralität. Ohnehin muss dabei berücksichtigt werden, dass sich Deutschland hinsichtlich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung international gesehen bezüglich seiner Standards im Spitzenfeld befindet. Dies gilt es hinsichtlich einer regionalen Wertschöpfung zu berücksichtigen und die Maßnahmen so zu gestalten, wie sie Waldbesitzende unterstützen, um den Wald aktiv zu bewirtschaften und seine vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft zu erhalten.“ Nur mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder und der Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz können wir einen Klimaschutzbeitrag leisten und die Ziele der Klimaneutralität bis 2050 erreichen.

 

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