DFWR appelliert an nächste Bundesregierung: Waldpolitik nur mit forstwirtschaftlicher Expertise

Berlin, 26. Oktober 2021 – Anlässlich seines Herbstempfangs in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft (DPG) hat der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) am Montag die Bedeutung einer nachhaltigen Forstwirtschaft für die Entwicklung klimaresilienter Wälder sowie für das Erreichen der von der Politik ausgerufenen Klimaziele betont. Der DFWR und seine Mitgliedsorganisationen vertreten rund zwei Millionen private und öffentliche Forstbetriebe in Deutschland sowie die forstwissenschaftlichen Fakultäten, die mit der Forstwirtschaft verbundenen berufsständischen Verbände und weitere mit der Erhaltung und Förderung des Waldes und der Forstwirtschaft befassten Organisationen.

„In Zeiten des menschengemachten Klimawandels ist es wichtig, dass die Politik im Einklang mit unserer forstwirtschaftlichen Expertise die Rahmenbedingungen für die Gestaltung der Zukunft des Waldes schafft“, appellierte DFWR-Präsident Georg Schirmbeck am Vorabend der konstituierenden Sitzung des 20. Deutschen Bundestages an die Gäste aus Bundestag und Forstwirtschaft. „Nur im gemeinsamen Dialog können wir zu Lösungen kommen, die Wald und Holz als wichtigen CO2-Speicher schützen und gleichzeitig eine nachhaltige Bewirtschaftung zulassen.“ Dabei gehe es nicht um „Glaubensfragen“, sondern um wissenschaftliche Evidenz.

„Von der nächsten Bundesregierung fordern wir echte Problemlösungsstrategien, um die CO2-Emissionen wirksam zu senken“, so Schirmbeck. „Denn diese sind nach allen Erkenntnissen mitverantwortlich für die Extremwetterereignisse der letzten Jahre und die daraus resultierenden massiven Schäden, die in unseren Wäldern entstanden sind.“ Dabei könne der Wald eine wichtige Rolle spielen, dürfe aber nicht als "Sündenbock" dienen für Sektoren, die nicht genug CO2 senken können und deren Last dem Wald "übergestülpt" werde.

Holz als Biomasse ist wichtiger Träger erneuerbarer Endernergie

Die Jahrhundertaufgabe, die deutsche Wirtschaft zeitnah zur Klimaneutralität zu transformieren, sei nur mit dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu erreichen. „Holz zählt zur Biomasse und diese macht mit 52 Prozent einen erheblichen Teil an der Bereitstellung erneuerbarer Endenergie aus“, sagte Schirmbeck. „Die Forstbranche trägt somit im Rahmen der Energie- und Wärmewende bereits aktiv zum Klimaschutz sowie zum geplanten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger bei.“

Die Politik sei aufgefordert, Holz als schnell nachwachsenden Rohstoff zu fördern, um diese wichtigen Leistungen weiterhin in einem nachhaltig bewirtschafteten mulitfunktionalen Wald erbringen zu können. „Alle zehn Sekunden wächst in Deutschland die Menge von rund 40 Kubikmetern Holz nach, die für ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Holzbauweise benötigt wird“, so Schirmbeck. „Wir begrüßen, dass der Trend zum Bauen mit Holz als wichtiger CO2-Speicher Fahrt aufnimmt. Dies sollte durch staatliche Förderung etwa in Form einer Holzbauquote für den kommunale Wohnungsbau sowie weitere finanzielle Anreize stärker unterstützt werden“, so Schirmbeck. Bauen mit Holz stelle einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Klimakrise dar, denn es binde große Mengen an CO2.

Bioökonomiestandort Deutschland fördern

Schirmbeck: „Zudem ist Holz aus nachhaltiger, regionaler Waldbewirtschaftung in der Verwendung wesentlich klimafreundlicher als energieintensive, endliche Baumaterialien wie Kies, Zement und Stahl.“ Laut einem Uno-Bericht setzt der Grundstoff Zement mehr CO2 frei als der gesamte globale Flugverkehr.

In einer Gesamtstrategie müsse die Politik jetzt den Bioökonomiestandort Deutschland mit seiner Holzwirtschaft fördern. „Mit 180 Milliarden Euro Umsatz ist die Holz- und Forstindustrie ein wichtiger Garant für die Sicherung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und fördert somit den Gedanken gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land“, so Schirmbeck.

Bitte beachten Sie das beigefügte Pressefoto zu Ihrer freien Verwendung: „DFWR-Präsident Georg Schirmbeck während seiner Ansprache in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin.“

Bildnachweis: DFWR/Jens Jeske

 

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