Lebensraum Wald

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Biodiversität im Wald ist eine wesentliche Leistung und Ergebnis verantwortungsvoller Arbeit von Waldbesitzenden und Forstleuten seit Generationen“
 
Berlin, 22. Mai. Nachhaltige Waldbewirtschaftung fördert die biologische Vielfalt. Jüngste Auswertungen des Bundesamtes für Naturschutz zum Wald zeigen die besten Werte seit dem Beginn der Erhebungen im Jahr 1990. „Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass dieses Ergebnis vor allem auch ein Verdienst der umsichtigen Arbeit von Generationen von Waldbesitzenden und Forstleuten ist, die unseren Respekt verdienen“, sagt Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates.
 
Der deutsche Wald beherbergt von allen mitteleuropäischen Ökosystemen die meisten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten - in der Summe vermutlich weit über 10.000. Das bestätigt der Indikatorenbericht der Bundesregierung zur „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“. „Dem Landschaftsraum Wald und der Forstwirtschaft wurde mit 87 Prozent der beste Wert aller Flächennutzungen bescheinigt,“ betont Schirmbeck.
 
Es gehört zum waldgesetzlichen Auftrag und zum forstlichen Selbstverständnis, den Wald so zu bewirtschaften, dass er seinen verschiedenen Funktionen für die Gesellschaft möglichst umfassend gerecht wird. Ein vielfältiger und gemischter Wald ist meist artenreicher und in der Regel stabiler und widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen und Schadorganismen. Diese Erkenntnis setzen die Forstleute in der Bundesrepublik bereits seit mehr als 30 Jahren im Waldbau um. „Die Weiterentwicklung der Wälder in naturnahe, strukturreiche und klimaflexible Wälder ist sehr komplex, benötigt sehr viel Erfahrung und geht nicht von heute auf morgen.
 
Schirmbeck äußert: „Deshalb ist es auch ganz entscheidend, dass wir unser Klima schützen. Die Bundesregierung ist gefordert endlich zu handeln, wenn wir den Wald, so wie wir ihn kennen und schätzen, erhalten wollen. Die moderne Forstwirtschaft ist bereit und trägt ihren Teil dazu bei die CO2- Senkenfunktion der Wälder durch Waldwirtschaft zu gestalten und gleichzeitig Lebensräume für Arten zu schaffen und zu erhalten.
 
Weltweit gesehen sind eine Millionen Tier- und Pflanzenarten, laut Weltreport zum Artensterben des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) von Anfang Mai, vom Aussterben bedroht. Umso wichtiger ist es, die vorbildliche und nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland weiter zu fördern und entsprechende Rahmenbedingungen für eine Bewirtschaftung sicherzustellen, um dem weltweiten Trend etwas entgegenzusetzen. Die Nutzung von Holz aus heimischen Wäldern ist ein wesentlicher Baustein in der Diskussion um den Klimawandel und Biodiversität. Waldbesitzende und Forstleute setzen sich mit Ihrer Arbeit unter anderem dafür ein, dass sich Arten entfalten können. „Artenschutz beschränkt sich dabei nicht nur darauf, Bäume alt werden zu lassen und die Nutzung für bestimmte Waldbereiche einzustellen,“ sagt Schirmbeck.
 
Schirmbeck weiterhin: „Bestimmte Arten benötigen eine aktive Gestaltung des Lebensraumes Wald durch die Forstwirtschaft, damit sie sich ansiedeln oder erhalten werden können.“ Das Auerwild zum Beispiel, das in bestimmten Regionen Deutschlands vorkommt, benötigt genügend Lücken, also Freiflächen. Mehr Licht im Wald begünstigt eine vielfältige Bodenvegetation, Bäume mit niedrigen Ästen und eine hohe Strukturvielfalt. „Auf diese Weise entstehen für den größten Hühnervogel Europas deutlich bessere Nahrungs- und Versteckmöglichkeiten für Altvögel und frisch geschlüpfte Küken,“ sagte Schirmbeck. Schneisen und die Abwechslung von dichtem und lockerem Baumbestand erleichtern dem ungeschickten Flieger das Landen und Starten und sorgen gleichzeitig für Deckung. „Diese Strukturen tun nicht nur dem Auerhuhn gut, sie locken viele Insekten an und sind für andere bedrohte Vogelarten, Fledermäuse und Reptilien wertvoll,“ betonte der DFWR-Präsident. So könne durch Vielfalt am Waldboden dem Auerhuhn geholfen und die Biodiversität gefördert werden.
 
Förderprogramme der Länder unterstützen die Waldbesitzenden dabei noch mehr zu tun und in Naturschutzleistungen zu investieren. Schirmbeck: „Das sind finanzielle Anreize, die nur einen Bruchteil des tatsächlichen Aufwandes abdecken“. Schirmbeck mahnte in diesem Zusammenhang auch an, den Respekt im Umgang mit den Waldbesitzenden und Forstleuten zu wahren. „Wir brauchen für den Naturschutz im Wald mehr Verlässlichkeit in die politischen Rahmenbedingungen und die Akteure. Dazu zählen unter anderem angemessene Ausgleichsleistungen für die Waldbesitzenden bei Investitionen in Artenschutzmaßnahmen,“ forderte Schirmbeck.
 
Weitere Informationen:
 
Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt

Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt offiziell angenommen wurde. Artenvielfalt, auch Artendiversität genannt, ist ein Maß für die Vielfalt der biologischen Arten innerhalb eines Lebensraumes oder geographischen Gebietes und somit für die Vielfalt von Flora und Fauna.
 
Indikatoren für den Naturschutz

Der bundesweite Indikator für „Naturschutz, Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ dient der Erfolgskontrolle der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und der nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung in Deutschland, der Bundesregierung. Der Indikator ist eine Maßzahl, die aus den Bestandsgrößen von 51 ausgewählten repräsentativen Brutvogelarten ermittelt wird. Die aktuellen Bestandsgrößen werden ins Verhältnis zu einem jeweils artspezifischen Zielwert für das Jahr 2015/2030 gesetzt und über die Arten der Teilindikatoren gemittelt. Die Teilindikatoren erlauben Aussagen zum Zustand der Hauptlebensraum- und Landschaftstypen.
Die Veröffentlichung des BfN zur Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie für das (jüngste veröffentlichte) Berichtsjahr 2015 belegt die positive Entwicklung der Biodiversität im Wald.
Von allen Hauptlebensraumformen hat der Wald den besten Wert. Ebenso ist es in der Zeitreihe Wälder der beste jemals erreichte Wert.
https://www.bfn.de/themen/monitoring/indikatoren/naturschutz.html
 
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)
 
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.
 
Kontakt:
Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.
Geschäftsführer Franz Thoma
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
Tel.: 030-31904 560
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PRESSEMITTEILUNG 14/2019

Europawahl 2019 – Wahlprüfsteine zur Forstwirtschaft

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und die AGDW – Die Waldeigentümer rufen geschlossen auf, an den Europawahlen am 26. Mai teilzunehmen.

Die anstehenden Europawahlen sind für die Waldeigentümer und für die Bewirtschaftung unserer Wälder von großer Bedeutung. Die Folgen des Klimawandels sind eine Bedrohung für die Wälder in Deutschland. Waldbesitzende und Forstleute in Deutschland und ganz Europa bekommen die Auswirkungen des Klimawandels immer stärker zu spüren.

Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e.V. (DFWR), weist deshalb auf die Wichtigkeit der Europawahl hin: „An der Urne können wir jetzt entscheiden, wie die Forstpolitik in Zukunft gestaltet werden soll! Politisches Handeln und Unterstützung für eine aktive und nachhaltige Waldbewirtschaftung sowie aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure ist insbesondere in Zeiten des Klimawandels von wesentlicher Bedeutung – sowohl national, als auch auf Europäischer Ebene.“

„Auch für die zwei Millionen Waldeigentümer in Deutschland ist die Wahl sehr wichtig“, sagt Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer. „Viele Gesetze und Vorgaben, die auf die Bewirtschaftung und Pflege unserer Wälder Einfluss haben, kommen aus Brüssel. Deshalb zählt jede Stimme.“ Darüber hinaus sei die Teilnahme an der Europawahl wichtig, um die Europäische Union zu stärken. „Eine hohe Wahlbeteiligung und ein starkes Parlament sind eine wichtige Säule für eine starke europäische Gemeinschaft.“

Die Zuständigkeit für die Forstpolitik liegt laut Vertrag der Europäischen Union zwar bei den einzelnen Mitgliedsstaaten, der Einfluss der EU in anderen Politikbereichen, wie z.B. der Klimapolitik, auf viele forstrelevante Aspekte nimmt jedoch stetig zu.

Daher haben beide Organisationen gemeinsam Wahlprüfsteine erstellt und an alle Parteien versandt. Ihre Positionen auf fünf Fragen zu wesentlichen Themen der Forstwirtschaft haben die zur Europawahl antretenden Parteien CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, AfD, FDP, Freie Wähler und die Piratenpartei bei der Beantwortung der Wahlprüfsteine dargelegt. Auf Grundlage dieser Beiträge können sich Wählerinnen und Wähler gezielt zu den Positionen der Parteien rund um das Thema Forstwirtschaft für die anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament informieren.

Die Antworten der Parteien finden Sie unter https://dfwr.de/index.php/forstpolitik/wahlpruefsteine oder hier: Übersicht Wahlprüfsteine

Weitere Informationen:

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

Von den 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland sind 67 Prozent Privatwald sowie Kommunal- und Körperschaftswald. Die privaten Waldeigentümer verfügen über 48 Prozent des Waldes, die Körperschaften (z.B. Kirchen) und Kommunen verfügen über 19 Prozent, Bund und Länder über 33 Prozent.

Die AGDW setzt sich für die Interessen der rund zwei Millionen privaten Waldeigentümer ein, die mit ihrer multifunktionalen, nachhaltigen Forstwirtschaft etwa die Hälfte der deutschen Waldfläche bewirtschaften.

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Wald und Wild im Klimawandel

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Hoher Wildverbiss gefährdet den Umbau in klimastabile Mischwälder.“

Der Wald leidet unter den Auswirkungen des Klimawandels. Waldbesitzende und Forstleute sind deshalb umso mehr gefordert, den Wald mit seinen wichtigen Ökosystemfunktionen auch für die Zukunft zu erhalten. „Die Wilddichte kann einen maßgeblichen Einfluss auf die natürliche Entfaltung des Waldes haben“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, am Montag (6. Mai), bei einem Waldspaziergang in der Oberförsterei Lübben. Im Wald vor Ort waren auch die parlamentarischen Staatssekretäre Rita Schwarzelühr-Sutter vom Bundesumweltministerium BMU und Michael Stübgen vom Bundesandwirtschaftsministerium BMEL sowie der Ausschussvorsitzenden Alois Gerig und weitere Mitglieder vom Bundesfachausschuss Landwirtschaft und Ländlicher Raum des Bundestages, die der Einladung forstlicher Verbände in den Wald in der Rochauer Heide gefolgt sind.

Waldbesitzende und Forstleute haben schon vor 30 Jahren begonnen, die Wälder in klimastabile, leistungsfähige, arten- und struktureiche Mischwälder umzubauen. Ein maßgeblich begrenzender Faktor ist dabei vielerorts das Schalenwild, wie zum Beispiel Rot- und Rehwild, die insbesondere junge Bäume als schmackhafte Nahrung aufnehmen und damit ihr Wachstum stören, oder die Pflänzchen zum Absterben bringen. Ist die Wilddichte auf einem für den Wald und dessen erfolgreiche Verjüngung zu hohem Stand, beeinträchtigt der Verbiss die Bäume der nächsten Waldgeneration in der Regel so stark, dass der Umbau in struktureiche Mischwälder nicht erreicht werden kann.

„Diese Bäume fehlen dann dem klimastabilen und widerstandsfähigen Wald von morgen. Das kann sich die Gesellschaft nicht leisten, angesichts des spürbaren Klimawandels und der dadurch verursachten aktuellen Waldschäden“, betonte Schirmbeck und fordert ein Umdenken. Die Jagd ist eine der wichtigsten Stellschrauben, die über Erfolg oder Misserfolg der nächsten Waldgeneration entscheiden kann. Schirmbeck: „Die Jäger sind für die Forstwirtschaft ein sehr wichtiger Partner. Nur in einer gemeinsamen Anstrengung von Jägern und Walbesitzenden kann es gelingen, unsere Wälder an den Klimawandel anzupassen und für die nächsten Generationen zu erhalten.“

Derzeit kämpfen Waldbesitzende und Forstleute in ganz Deutschland darum, den Wald in seinem Bestand zu sichern. Absterbende Bäume müssen gefällt und aus dem Wald abtransportiert, riesige Kahlflächen wieder aufgeforstet und vertrocknete Jungpflanzen ersetzt werden. „Wenn wir unser Waldkulturerbe retten wollen, müssen Politik und Gesellschaft ihre Anstrengungen für mehr Klimaschutz deutlich erhöhen“, betonte der DFWR-Präsident. Neben Soforthilfen von zusätzlich mindestens 100 Millionen Euro Bundesmittel jährlich für den Wald sind gesetzliche Regelungen notwendig, die darüber entscheiden ob es uns gelingt, die Wälder vor den Klimafolgen wirksam zu schützen.

In Bezug auf die Jagd bedeutet dies auch Änderungen im Bundesjagdgesetz, die eine notwendige Einregulierung überhöhter Wildbestände rechtlich erleichtern sollen. Klimastabile arten- und strukturreichere Mischwälder sind nur mit an den Standort angepassten Wildbeständen sicher zu erreichen.

Schirmbeck: „Die Jäger müssen stärker am Erflog des Waldumbaus beteiligt werden. Vielfach sind die Folgen überhöhter Wildbestände weder Jägern noch den Waldbesitzenden bewusst.“ „Periodische Vegetationsgutachten auf Revierebene könnten, bundesweit eingeführt, dazu beitragen, auf faktenbasierter Grundlage die Bejagung an den Wuchsmöglichkeiten der nächsten Waldgeneration auszurichten“, betonte Schirmbeck.

Eine bisweilen erhobene Forderung, zur Verjüngung vorgesehene Waldflächen zu zäunen, kann keine generelle Lösung sein. Neben den hohen Kosten geht dem Wild Lebensraum verloren, was wiederum den Druck auf der verbleibenden Waldfläche erhöht.

Schirmbeck empfiehlt, die Förderrichtlinien des Bundes und der Länder dahingehend zu überarbeiten, dass sich Zahlungen vor allem auch am Wuchserfolg der nächsten Waldgeneration orientiert, beispielsweise an ihrem Verbisszustand als Ausdruck angepasster Wildbestände.

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Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

 

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Mitgliederversammlung des Deutschen Forstwirtschaftsrates

Georg Schirmbeck als Präsident wiedergewählt
Franz Thoma ist neuer DFWR-Geschäftsführer
 
Am 9. April 2019 fand in Warnemünde im Rahmen der 69. Jahrestagung die Mitgliederversammlung des Deutschen Forstwirtschaftsrates statt.
Turnusgemäß stand die Wahl eines neuen Präsidenten und eines neuen Präsidiums an.  Georg Schirmbeck wurde als Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates wiedergewählt. Im Präsidium vollzogen sich einige personelle Wechsel.
 
Das neue DFWR-Präsidium
Hans Georg von der Marwitz, MdB und Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Waldeigentümer AGDW. Er folgt auf Philipp Freiherr zu Guttenberg, der sich nach seinem Abschied aus dem Amt des AGDW-Präsidenten Ende 2018 nicht mehr zur Wahl stellte.  Max Reger, Landesforstpräsident Baden-Württemberg und Geschäftsführer von ForstBW ersetzt Georg Windisch von der Bayerischen Forstverwaltung, der Ende 2018 in den Ruhestand ging.
Dr. Carsten Leßner vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) folgt auf Dr. Peter Röhe vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, der Ende 2018 in den Ruhestand ging. 
Im Amt bestätigt wurden Norbert Leben, Präsident des Niedersächsischen Waldbesitzerverbandes als DFWR-Vizepräsident. Roland Burger, Bürgermeister der Stadt Buchen im Odenwald. Dr. Karl-Heinz Frieden geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz.  
Carsten Wilke, Leiter der Forstabteilung im Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Chef der Hessischen Landesforstverwaltung.
 
Wechsel in der Geschäftsführung
Im Rahmen der Festveranstaltung zur 69. DFWR-Jahrestagung wurde Geschäftsführer Wolf Ebeling von den Mitgliedern für seine Verdienste um die deutsche Forstwirtschaft geehrt und in seine Heimat Niedersachsen verabschiedet. Er prägte den DFWR und die Geschäftsstelle in den letzten dreieinhalb Jahren. Er schaffte viele Grundlagen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des forstlichen Dachverbandes und hinterlässt ein gut bestelltes Feld.
Mit Franz Thoma übernimmt erstmals ein Forstkollege aus Bayern in Berlin. Nach dem Studium der Forstwissenschaften an der Technischen Universität München absolvierte Herr Thoma sein Referendariat in Bayern. Anschließend wechselte er 2008 zur Landwirtschaftskammer Steiermark in Österreich, wo er die Leitung des Referates für forstliche Beratung und Forsttechnik übernahm. Nach über sechs Jahren führte ihn sein beruflicher Weg zurück nach Bayern in das Unternehmen Bayerischen Staatsforsten (BaySF). Von 2016 bis 2018 folgte schließlich eine Tätigkeit als politischer Fachreferent für den Zentralverband der Waldbesitzer (CEPF) in Brüssel. Zuletzt war Herr Thoma als stellvertretender Leiter des Forstbetriebes Bodenmais (BaySF) tätig. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat wünscht Franz Thoma viel Erfolg.
 
Weitere Informationen:
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Wald in Not

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Zum Erhalt des Waldes benötigen wir Soforthilfen von zusätzlich mindestens 100 Millionen Euro Bundesmittel jährlich sowie gesetzliche Regelungen.“

Der Klimawandel und seine Folgen bedroht die deutschen Wälder zunehmend in ihrer Existenz. Waldbesitzende und Forstleute in Deutschland und ganz Europa bekommen die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar und immer stärker zu spüren.
„Die Forstwirtschaft macht sich Sorgen um den Wald. Das herrschende Klimaszenario könnte zum Verlust der Wälder und vertrauter Waldlandschaften führen. Und wir müssen uns darauf einstellen, dass die wertvollen Ökosystemfunktionen der Wälder in Mitleidenschaft gezogen werden“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates am Montag (8. April) in Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern), im Rahmen der 69. Jahrestagung des forstlichen Dachverbandes.

Vom 7. bis 9. April diskutierten Forstleute und Waldbesitzende aus ganz Deutschland unter der Überschrift „Wald im Burnout - handeln und das Klima wandeln“, unter anderem mit den forstpolitischen Sprechern der Bundesregierung, was jetzt getan werden muss, um den Klimaschäden am Wald wirksam zu begegnen.
Als Reaktion auf die sehr kritische Lage fassten die Mitglieder des Deutschen Forstwirtschaftsrates Forderungen an die Politik in einer „Warnemünder Erklärung – Wald in Not“ zusammen. „Soforthilfen für den Wald und gesetzliche Regelungen werden darüber entscheiden, ob es uns gelingt, die Wälder vor den Klimafolgen wirksam zu schützen. Wenn wir unser Waldkulturerbe retten wollen, müssen Politik und Gesellschaft zudem ihre Anstrengungen für mehr Klimaschutz deutlich erhöhen“, betonte der DFWR-Präsident.

Warnemünder Erklärung – Wald in Not

1. Soforthilfen für die Bewältigung der Dürrefolgen im Wald bereitstellen!

Derzeit kämpfen Waldbesitzende und Forstleute in ganz Deutschland darum, den Wald in seinem Bestand zu sichern. Absterbende Bäume müssen gefällt und aus dem Wald abtransportiert, riesige Kahlflächen wieder aufgeforstet und vertrocknete Jungpflanzen ersetzt werden.

„Der Aufwand hierfür überschreitet das Normalmaß um ein Vielfaches und überfordert die Waldbesitzenden und Forstleute auf Jahre hinaus. Damit dürfen sie nicht allein gelassen werden. Deshalb sind Soforthilfen von zusätzlich mindestens 100 Millionen Euro Bundesmittel jährlich nötig, um die dringendsten Maßnahmen zum Walderhalt bewältigen zu können“, erklärte Schirmbeck.

2. Gesetzliche Regelungen zum Schutz des Waldes im Klimawandel auf den Weg bringen!

Die Erfahrungen bei der Bewältigung der aktuellen Krise zeigen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für ein effizientes Krisenmanagement nicht ausreichen.
Schirmbeck: „Wir brauchen deshalb gesetzliche Regelungen, die die für den Fortbestand unserer Wälder notwendigen Weichenstellungen umfassend und verbindlich regeln.“

Eckpunkte solcher gesetzlichen Regelungen müssen unter anderem sein:

➢ Einheitliche und permanente bundesweite Erfassung des Waldzustandes im Hinblick auf die Entstehung von Klimaschäden

➢ Aufbau eines bundesweiten Krisenmanagements

➢ Harmonisierung bestehender Vorschriften in verschiedenen Rechtskreisen (z.B. Verkehrs-, Steuer-, Beihilfe-, Forstschädenausgleichs-, Pflanzenschutz-, Umweltrecht) für den Krisenfall.

➢ Maßnahmen zur Krisenprävention (u.a. Förderung waldbaulicher Maßnahmen, Forschung, Forstpflanzenzüchtung, Aufklärung und öffentliche Information)
 

Weitere Informationen:

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

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Studie zur natürlichen Waldentwicklung in Deutschland

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Naturschutz im Wald braucht Verlässlichkeit“

 
Eine am Donnerstag (4. April) in Berlin veröffentlichte Untersuchung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) zeigt auf, dass 2,8 Prozent der deutschen Waldlfäche sich in natürlicher Entwicklung befinden. Die Bundesregierung formulierte in Ihrer Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt für den Lebensraum Wald das Ziel, dass bis 2020 der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung (NWE) fünf Prozent der Waldfläche betragen soll. Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates sagt: „Die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderte Studie zeigt auf, dass die gesteckten Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie nur in Zusammenarbeit mit der deutschen Forstwirtschaft und den Waldbesitzenden erreicht werden können“. Schirmbeck mahnte in diesem Zusammenhang auch an, den Respekt im Umgang mit den Waldbesitzenden und Forstleuten zu wahren. Wir brauchen für den Naturschutz im Wald mehr Verlässlichkeit in die politischen Rahmenbedingungen und Akteure. „Dazu gehört auch, dass gegenüber der Forstwirtschaft getroffene Zusagen zu NWE-Kulisse und Wildnisgebieten eingehalten werden“, betonte der DFWR-Präsident.
 
DFWR-Präsident Schirmbeck rät aber auch zur Versachlichung der Diskussion. „Auf dem ersten Blick sieht es so aus, als hätten wir nicht genug für die natürliche Waldentwicklung getan. Das greift eindeutig zu kurz, weil Naturschutz im Wald grundsätzlicher Bestandteil integrativer Waldbewirtschaftung ist. In der Studie selbst stehen jedoch nur Flächen im Fokus, die rechtsverbindlich und damit dauerhaft vor menschlicher Nutzung gesichert sind“, sagte Schirmbeck.
In Wäldern mit natürlicher Waldentwicklung finden weder forstliche Nutzungs- noch naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen statt. Seit der Eröffnungsbilanz 2013 hat sich die Fläche mit NWE um 1.110 Quadratkilometer auf 2,8 Prozent der Gesamtwaldfläche erhöht. Die Forscher erwarten bis 2020 einen Anstieg auf drei Prozent und danach auf vier Prozent.
Die Studie habe aber auch gezeigt, dass es weitere potenzielle Flächen gibt, die bis auf den fehlenden formalen Schutzstatus die Eigenschaften einer NWE-Fläche hätten, beispielsweise an unzugänglichen Steilhängen. Schirmbeck: „Auch diese Wälder sind wertvoll und leisten einen wichtigen Beitrag für die Biodiversität, den wir in der Betrachtung nicht ausblenden dürfen. Jetzt komme es darauf an, den Waldbesitzenden Angebote auf Augenhöhe zu machen und finanzielle Anreize zu schaffen, um auch kleinere Flächen für die Erhaltung der Artenvielfalt zu sichern.
 
Weitere Informationen:
Vorhaben NWePP
Natürliche Waldentwicklung in Deutschland: Perspektiven und Potenziale für die Entwicklung eines kohärenten NWE-Systems (NWePP)
In der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesrepublik Deutschland wird bis zum Jahr 2020 eine natürliche Waldentwicklung (NWE) auf fünf Prozent der gesamten Waldfläche bzw. 10 Prozent der öffentlichen Wälder angestrebt. Zur Versachlichung der Diskussion wurde 2013 in einem ersten Projekt (NWE5) eine belastbare Bilanz der bundesweiten NWE-Flächen sowie eine naturschutzfachliche und ökonomische Bewertung erarbeitet. Seit 2016 wird das Folgeprojekt NWePP vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt (NW-FVA) durchgeführt. Die Projektergebnisse beinhalten eine aktualisierte Bilanz der bundesweiten Flächen zur natürlichen Waldentwicklung sowie eine Analyse der Potenziale und Perspektiven für ihre Quantitative und qualitative Weiterentwicklung.
 
DFWR
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.