Ohne Waldbewirtschaftung setzen wir unsere Zukunft aufs Spiel!

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Wald und Holz schützen unser Klima!“

Berlin 19. September 2019: Am morgigen Freitag will die Bundesregierung Beschlüsse fassen und Maßnahmen zur Erreichung Ihrer Klimaziele vorstellen. „Wir brauchen jetzt wirksame Klimaschutzmaßnahmen, um der Erderwärmung etwas entgegen zu setzen und unsere Wälder zu erhalten“. „Uns läuft die Zeit davon. Die Folgen des Klimawandels verändern den Wald dramatisch mit Konsequenzen für unser Leben und unsere Zukunft“, sagt der Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck.

Bereits heute erzielen wir durch die Waldbewirtschaftung und anschließende Holznutzung einen enormen Klimaschutzbeitrag. „Diesen Klimaschutzbeitrag dürfen wir nicht in Gefahr bringen“, so Schirmbeck. Die gesteckten Klimaziele können nur mit einer Waldbewirtschaftung und der Bereitstellung des nachhaltigen Rohstoffes Holz erreicht werden. „Wald und Holz ist die Chance für den Klimaschutz“, betont Schirmbeck. „Wenn uns unsere Zukunft etwas wert ist, dann muss die Gesellschaft und die Politik jetzt handeln. Es wäre fahrlässig, wenn das Klimakabinett in Ihrem Gesamtpaket keine entsprechenden Maßnahmen zur Förderung der Waldbewirtschaftung und Waldbesitzenden mit aufnimmt“.

Aktive Waldwirtschaft und das Verwenden von Holz entlasten das Klima jährlich um 127 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Umso naheliegender ist es, bei der viel diskutierten CO2-Bepreisung den positiven Klimaschutzeffekt der Wald- und Holznutzung zu berücksichtigen und Maßnahmen zum Beispiel zum Walderhalt, Waldumbau und Wiederbewaldung daraus zu finanzieren, bzw. die Möglichkeit zu schaffen aus diesen Maßnahmen CO2-Zertifikate zu generieren.

Über 110.000 Hektar Wald sind in Folge des Klimawandels durch Sturm, Dürre und Schadorganismen verloren gegangen, die jetzt wiederbewaldet werden müssen. „Die Auswahl geeigneter Bäume, die klimastabile und resiliente Mischwälder hervorbringen, ist derzeit die größte Herausforderung“, betont Schirmbeck. Die Waldwirtschaft im Klimawandel ist besonders schwierig, weil es keine Patentrezepte und einfachen Lösungen gibt. „In der Folge des Klimawandels verschieben sich beispielsweise die natürlichen Verbreitungsgebiete der Baumarten im Bundesgebiet, so dass sich die Forstwirtschaft neu orientieren muss“, erklärt der DFWR-Präsident.

Schirmbeck: „Der Nationale Waldgipfel nächste Woche am 25. September wird zusätzlich zu den Ergebnissen des Klimakabinetts richtungsweisend für unsere Wälder und unsere Zukunft sein. Vor uns liegt eine Herkulesaufgabe, die mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Deshalb ist die Bundesregierung gefordert, vor allem eine langfristige Finanzierung für den Walderhalt und seine Klimaschutzleistung sicherzustellen“.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

Kontakt:

Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.

Geschäftsführer Franz Thoma

Pressesprecher Sebastian Schreiber

Claire-Waldoff-Straße 7

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Chancen für den Wald im Klimawandel

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Wir brauchen jetzt klare Zusagen für Maßnahmen, Mittel und Unterstützung der Waldbesitzenden zum Walderhalt!“

Berlin 28. August 2019: Die Folgen des Klimawandels haben dem Wald in den letzten beiden Jahren schwere Schäden zugefügt, mit einem noch nicht absehbaren Ende dieser mittlerweile nationalen Katastrophe. Aufgrund der dramatischen Lage im Wald hat Frau Bundesministerin Julia Klöckner am Donnerstag (29.08.2019) zu einem Verbändegespräch eingeladen, um über Hilfsmaßnahmen des Bundes und der Länder zu informieren und jetzt erforderliche Handlungsschritte mit den Verbänden zu diskutieren. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat hat dazu ein umfassendes Maßnahmenpaket für den Walderhalt und Anpassung der Wälder an den Klimawandel vorgelegt. „Es ist mir sehr wichtig, dass jetzt notwendige Soforthilfemaßnahmen beschlossen werden und gleichzeitig eine langfristige Strategie zur zukunftsfähigen Waldentwicklung auf den Weg gebracht werden,“ betont DFWR-Präsident Georg Schirmbeck.

Der Klimawandel und die Schadverläufe im Wald nehmen an Dynamik zu und haben sich zu einer Herausforderung nationalen Ausmaßes entwickelt. Schirmbeck weist darauf hin, dass man sich jetzt nicht in Scheindebatten verlieren dürfe. „Der Wald leidet im Klimastress, weil auch wir als Politik und Gesellschaft es in den vergangenen Jahrzehnten nicht geschafft haben, dem Klimawandel etwas entgegen zu setzen! Die Politik muss jetzt ambitioniert für den Klimaschutz handeln und endlich wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen“, fordert Schirmbeck.

Unsere Wälder sind ein wichtiger Teil der Lösung im Klimaschutz und doch können sie allein uns nicht retten. Die Gesellschaft und die Politik müssen zwingend ihren Beitrag dazu leisten, den Wald als unverzichtbaren Bestandteil als Arten- und Klimaschützer, für den Boden- und Wasserschutz, als Lebens- und Erholungsraum sowie als Arbeitsplatz zu erhalten.

Eines wird bei der Betrachtung der Situation jedoch besonders deutlich: eine nachhaltige, aktive Bewirtschaftung des Waldes und die Nutzung von Holz sind für den Klimaschutz in Deutschland unverzichtbar. Schirmbeck: „Wald und Holz gleichen bis zu 14 Prozent der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands aus und leisten damit einen enormen Klimaschutzbeitrag!“

„Die Forstwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung über den Generationenauftrag bewusst, den Wald mit seinen vielfältigen positiven Leistungen an die nächste Generation zu übergeben. Das bedeutet, dass wir heute verantwortungsvolle Entscheidungen treffen müssen, die einen Einfluss auf unsere Enkel und Urenkel haben. Jetzt Nichts zu tun und keine Entscheidungen zu treffen ist definitiv die schlechteste Lösung“, betonte Schirmbeck.

Schirmbeck betont außerdem, „es wird keine einfachen Lösungen und kein allgemeingültiges Klimawandel-Patentrezept für den Wald in Deutschland geben. Klimaforscher können für die nächsten Jahrzehnte ein breites Band an Szenarien liefern. Dennoch weiß niemand genau, welche Bäume in 200 Jahren in Deutschland noch wachsen können. Wir müssen unter anderem deutlich mehr in die Grundlagenforschung bezüglich klimaresilienter Baumarten und Waldwachstum investieren.“

Die sich abzeichnenden tiefgreifenden Folgen des fortschreitenden Klimawandels für den Wald sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Deshalb muss es auch im gesellschaftlichen Interesse sein, sich zu engagieren und die Waldbesitzenden und Forstleute aller Waldbesitzarten bei den Kosten für Wiederbewaldung, Waldpflege und die Entwicklung klimaresilienter Mischwälder zu unterstützen“, sagt der DFWR-Präsident. Neben den dringend notwendigen Sofortmaßnahmen für Schadholzentnahme, Holzlogistik und Vorbereitung der Wiederbewaldung geht es vor allem auch um die Einrichtung einer langfristigen Finanzierung von Maßnahmen, die die Wälder an den Klimawandel anpassen. Dazu könnten beispielsweise Mittel aus einer CO2-Bepreisung beitragen, die dem Klimaschützer Wald zu Gute kommen.

Bereits seit Jahrzehnten bauen Waldbesitzende und Forstleute die Wälder durch nachhaltige Waldbewirtschaftung in klimastabile Mischbestände um. Diese Aufgabe ist sehr komplex und kann aufgrund der langen Wachstumszeiträume von Bäumen mehrere Generationen in Anspruch nehmen. Schirmbeck hat großen Respekt vor den mutigen Entscheidungen und der Lebensleistung unserer Vorfahren. „Sie zu kritisieren bringt uns heute in der Debatte um die Zukunft des Waldes nicht weiter. Wir müssen in dieser Krise zielorientiert nach vorne blicken und an der Lösung arbeiten, die Wälder weiter an den Klimawandel anpassen und sie langfristig in stabile und gemischte Wälder umwandeln.“

Die Forstwirtschaft wird auch weiterhin die Entwicklung der Wälder hin zu klimastabilen Mischwäldern vorantreiben und damit an den Leistungen der letzten Jahrzehnte anknüpfen. Ausreichend qualifiziertes Personal ist für die anspruchsvolle Aufgabe des Waldumbaus und Waldpflege im Klimawandel essenziell. „Deshalb benötigen wir eine Einstellungs-, Ausbildungs- und Fortbildungs-Offensive für Forstpersonal!“. „Dazu benötigen wir umfassende Maßnahmen, von einem bundesweit funktionierenden Logistikkonzept, bis hin zu Absatz- und Verwendungsmöglichkeiten insbesondere für das Schadholz,“ sagt Schirmbeck.

Hinzu kommt die jagdliche Herausforderung für den Waldumbau. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Wiederbewaldung und die Fortsetzung des Waldumbaus hin zu klimaresilienten, naturnahen Mischwäldern sind angepasste Schalenwildbestände. „Dafür müssen jetzt jagdgesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden“, sagt der DFWR-Präsident.

 

Hier gehts zum DFWR-Maßnahmenpaket

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

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IPCC Sonderbericht: Wälder schützen das Klima

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Nachhaltige Forstwirtschaft leistet wesentlichen Beitrag negative Klimafolgen umzukehren!“

 

Berlin/Genf 08. August 2019: Vom 2.-6. August 2019 fand in Genf die 50. Plenarsitzung des Intergovernmental Panel on Climate Chance (IPCC) statt. Der Weltklimarat stellte heute einen neuen Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL) vor, der sich vor allem an politische Entscheidungsträger richtet.

„Der Bericht zeigt sehr deutlich, dass wir verantwortungsvoll mit unseren natürlichen Ressourcen insbesondere dem Wald umgehen müssen, wenn wir unsere Lebensgrundlage erhalten wollen“, sagte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V.

„In Zeiten des Klimawandels kommt einer nachhaltigen und aktiven Forstwirtschaft in Deutschland eine ganz besondere Rolle zu, weil sie Teil der Lösung ist“, erklärt Schirmbeck. Global verlieren wir Wald, mit negativen Folgen für das Klima und die Gesellschaft. Im weltweiten Vergleich nimmt die Waldfläche in Deutschland kontinuierlich zu. „Damit steht es in unserer Verantwortung, als Vorbild voranzugehen und einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz durch die nachhaltige Nutzung unserer heimischen Wälder und des nachwachsenden Rohstoffes Holz zu leisten. Nur wenn wir den erneuerbaren Rohstoff Holz nutzen wird es außerdem gelingen, den Einsatz fossiler Brennstoffe zu verringern“, betont Schirmbeck.
Eine nachhaltige, aktive Bewirtschaftung des Waldes in Deutschland ist für den Klimaschutz somit unverzichtbar. Wald und Holz leisten gemeinsam einen Klimaschutzbeitrag von 127 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr und gleichen damit rund 14 Prozent der gesamten CO2-Emissionen Deutschlands aus.

Vor dem Hintergrund der aktuell bundesweit zunehmenden Klimaschäden am Wald forderte Schirmbeck die Bundesregierung auf, den Klimaschutz ernst zu nehmen und wirksame Maßnahmen auf den Weg zu bringen. „Der Wald ist unser wichtigster Verbündeter im Klimaschutz. Deshalb setzen Waldbesitzende und Forstleute alles daran, den Wald in seinem Bestand zu erhalten und an den Klimawandel anzupassen“, betonte Schirmbeck.

„Das ist eine Jahrhundertaufgabe für die Forstwirtschaft! Deshalb müssen wir darüber nachdenken, die Gesellschaft an den Kosten für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu beteiligen“, sagte Schirmbeck und schlägt unter anderem im Bundehaushalt ein neues Kapitel Wald vor, das aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung gespeist wird. Wir benötigen jetzt eine langfristige Strategie und Finanzierung zur Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel.

Schirmbeck: „Klimaschutz kostet Geld, aber nichts tun kostet die Zukunft!“

Masterplan für den Wald in Deutschland

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Der Krisengipfel für den Wald gehört ins Kanzleramt, um jetzt Taten folgen zu lassen!“

Berlin 02. August 2019: Gestern trafen sich auf Einladung des Sächsischen Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt die Forstministerinnen und -minister aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen sowie Bundesministerin Julia Klöckner in Moritzburg bei Dresden, um sich über die bundesweit katastrophale Situation in den Wäldern zu beraten.

„Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung die kritische Situation in den deutschen Wäldern ernst nimmt und jetzt Maßnahmen auf den Weg bringen möchte, um den Wald und seine Funktionen für die Gesellschaft und folgender Generationen zu erhalten“, sagt der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck. Er begrüßt den Masterplan, der in Moritzburg beschlossen wurde.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat hat in der letzten Woche in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel einen Krisengipfel für den Wald im Kanzleramt mit allen Ministerpräsidenten der Bundesländer gefordert. Die dramatische Situation, die wir im Moment erleben erinnert an das Waldsterben der 1980er Jahre. Mit dem Unterschied, dass heute die Einflussfaktoren auf den Wald weitaus komplexer sind und die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald in der Politik und Gesellschaft immer noch nicht ernsthaft wahrgenommen werden. „Das müssen wir dringend ändern und dem Wald in der Krise die Aufmerksamkeit zuwenden, die er jetzt benötigt und verdient. Wir haben eine nationale Herausforderung. Der deutsche Wald ist systemrelevant und gehört ins Kanzleramt“, betont Schirmbeck.

Wir haben gegenüber den nachfolgenden Generationen eine große Verantwortung. Schirmbeck: „Deshalb müssen wir in einem ersten Schritt die entstandenen Waldschäden beheben und die Kahlflächen mit klimaangepassten Mischbaumarten wiederaufforsten. Das kostet Geld, aber nichts tun kostet uns die Zukunft!“

„Neben den Soforthilfemaßnahmen braucht der deutsche Wald eine langfristige Strategie, um aus den Krisenmodus zu kommen und die Wälder an den Klimawandel anzupassen“, betont Schirmbeck. Die Moritzburger Erklärung liefert dafür gute Ansätze. Diese herausfordernde Aufgabe der Schadensbeseitigung, Walderhalt und eines klimaangepassten Waldumbaus erfordert die Bereitstellung von erheblichen zusätzlichen Finanzmitteln über Jahre hinweg. Schirmbeck: „Und deshalb müssen wir weiterdenken. Die Maßnahmen und Unterstützung dürfen kein schnelles Verfallsdatum haben. Eine dauerhafte Einrichtung eines Risikofonds für die Forstwirtschaft, der aus der CO2-Abgabe gespeist wird, kann beispielsweise dazu beitragen, dass künftig Hilfe schneller im Wald ankommt und sich klimabedingte Schadereignisse für die Waldbesitzenden nicht existenzbedrohend aufschaukeln.“

Der Wald ist unser wichtigster Verbündeter für den Klimaschutz. Deshalb verdient er eine ernsthaftere und engagiertere Klimaschutzpolitik auf Bundesebene. „Das Klimakabinett muss endlich liefern damit die Gesellschaft ihren CO2-Fußabdruck verringert“, sagte Schirmbeck. Eins ist für den DFWR-Präsidenten klar: „Eine nachhaltige, aktive Bewirtschaftung des Waldes ist für den Klimaschutz in Deutschland unverzichtbar“!

Die Moritzburger Erklärung finden Sie hier.

Kein Kahlschlag an Bahngleisen

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Ordnungsgemäße Forstwirtschaft darf nicht an Gleisanlagen enden!“

Berlin 29. Juli 2019: Das Bundesverkehrsministerium BMVI hat Mitte Juni einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Eisenbahnbetreibern den Schutz der Gleisanlagen beispielsweise vor umstürzenden Bäumen erleichtern soll. Über 30 Prozent des rund 38.500 Kilometer langen Schienennetzes im Bundesgebiet führt durch Wälder. Der Entwurf sieht unter anderem vor, sich bei der Entnahme von Bäumen ausschließlich an deren Höhe zu orientieren. Waldbäume in Deutschland erreichen durchschnittlich eine Höhe von etwa 35 Metern. Nach Lesart des Gesetzentwurfes würde zur Herstellung der Verkehrssicherheit jeweils ein 35 Meter breiter Streifen auf beiden Seiten der Bahntrasse kahlgeschlagen wird. Das bedeutet das bereits auf einem Kilometer Bahntrasse rund sieben Hektar Wald verloren gehen.

„Der Wald in Deutschland ist ein wichtiger Baustein bei der Kompensation des Klimagases CO2 und für den Klimaschutz systemrelevant. Wir können es uns nicht leisten, auf Wald in dieser Größenordnung zu verzichten“, betonte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates. „Ordnungsgemäße Forstwirtschaft kann hier deutlich mehr leisten, beispielsweise durch einzelstammweise Entnahme umsturzgefährdeter Bäume, die eine erkennbare Gefahr für den Schienenverkehr darstellen. Dafür benötigen wir vor allem mehr und gut ausgebildetes Forstpersonal vor Ort“, betonte der DFWR-Präsident.

Einen möglichst störungsfreier Bahnbetrieb erhöht die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit und bringt langfristig mehr Verkehr auf die Schiene, was zum Klimaschutz beiträgt. "Es darf aber nicht so weit gehen, dass vorsorglich großflächig Waldflächen entlang von Bahntrassen dauerhaft beseitigt werden und eine ordnungsgemäße Waldbewirtschaftung in diesen Bereichen faktisch ausgeschlossen wird“, mahnt Schirmbeck.

Die Wälder in Deutschland leiden unter den Folgen des Klimawandels in einem extremen Ausmaß. Waldbesitzende und Forstleute sind aktuell stark gefordert den Wald in seinem Bestand zu erhalten. „In diesem Kontext sind die Vorschläge des Bundesverkehrsministeriums auf bundesweit 80.000 Hektar Wald zum Schutz von Gleisanlagen dauerhaft zu verzichten fahrlässig und unterstreichen, dass die Bundesregierung für die dramatischen Folgen, die der Klimawandel in den deutschen Wäldern derzeit anrichtet, nicht wahrnimmt.

Deshalb fordert der DFWR als Dachverband das BMVI auf, bei Entscheidungen dieser Tragweite die Verbände der Land- und Forstwirtschaft zwingend mit einzubeziehen, insbesondere auch im Rahmen der Verbändeanhörung in diesem konkreten Fall.

„Waldbesitzende und Forstleute benötigen eine klare gesetzliche Regelung, wie Wald an Gleisanlagen weiterhin bewirtschaftet werden kann bei gleichzeitiger Gewährleistung der Gleissicherung sowie die besondere Berücksichtigung der Bedeutung des Waldes im Kontext des Klimaschutzes. Es besteht noch erheblicher Nachbesserungsbedarf“, betonte Schirmbeck.

Hintergrundinformationen:

Das Bundesverkehrsministerium hatte am 17.Juni 2019 einen Gesetzentwurf zur Erleichterung von Gleissicherungsmaßnahmen vor Baumwürfen in die Verbändeanhörung gegeben. Der Entwurf berechtigt Eisenbahnbetreiber, nach eigenem Ermessen auf fremdem Gleisbegleitland Sicherungsmaßnahmen durchzuführen. Betroffene Eigentümer sollen demnach nur Aufwendungs- und Schadensersatz für konkrete Bestandsverluste erhalten, nicht aber eine Vergütung oder Entschädigung für die dauerhafte Indienststellung ihrer Flächen.

 

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Geschäftsführer Franz Thoma

Claire-Waldoff-Straße 7

10117 Berlin

Tel.: 030-31904 560

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Claire-Waldoff-Straße 7
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Klimaschutz

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Forst- und Holzwirtschaft sind für die Speicherung von klimaschädlichen CO2 systemrelevant!“

 

Berlin 18. Juli 2019: Die Wälder in Deutschland leiden unter den Folgen des Klimawandels in einem extremen Ausmaß. Noch ist Deutschland zu 30 Prozent bewaldet. Um den Wald in seinem Bestand zu erhalten sind Waldbesitzende aktuell und in Zukunft extrem gefordert. Absterbende Bäume werden gefällt und aus dem Wald abtransportiert. Vertrocknete Jungpflanzen müssen ersetzt und bis zu 110.000 Hektar Kahlflächen mit klimastabilen, naturnahen Mischbaumarten wieder neu bepflanzt werden.

Die Bundespolitik muss jetzt handeln: für die Zukunft unserer Wälder, Waldbesitzenden und damit für die Zukunft der Gesellschaft.

Die Klimaschutzleistung unserer Wälder kann nur dann stattfinden, wenn diese Wälder auch weiterhin erhalten bleiben. „Deshalb ist es essentiell, dass Wälder einerseits bewirtschaftet und an den Klimawandel angepasst werden, andererseits das Holz mit dem darin gespeicherten CO2 geerntet und zu Holzprodukten verarbeitet wird. In Deutschland sind bis zu 350 Mio. Tonnen Kohlenstoff in Holzprodukten gespeichert. Je länger die Produkte in Gebrauch sind, desto besser fürs Klima“, sagt Georg Schirmbeck, Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates. Wesentlich für die Einsparung von CO2 ist aber auch der Ersatz fossiler Brennstoffe und Energieträger durch den nachwachsenden Rohstoff Holz.

„Damit leisten Forstwirtschaft und Holzverwendung einen Klimaschutzbeitrag von jährlich 14 Prozent der CO2-Emissionen Deutschlands“, betont der DFWR-Präsident. Dieser Klimaschutzbeitrag durch die Aufnahme von CO2 in unseren Wäldern und Holzprodukten muss durch die Politik und Gesellschaft honoriert und in Wert gesetzt werden.

„Die Anstrengungen und Leistungen der Waldbesitzenden sind durch eine zweckgebundene CO2-Abgabe für den Wald anzuerkennen, die auf den Ausstoß klimaschädlicher Rohstoffe erhoben wird“, betont Schirmbeck.

Journalist Franz Alt brachte es in einer ARD-Sendung zu Auswirkungen zum Klimawandel auf den Punkt: „Klimaschutz kostet - aber kein Klimaschutz kostet die Zukunft.“

„Was wir im Moment erleben sind die Folgen einer Klimaschutzpolitik, die so nicht weiter gehen kann. Wir müssen als Gesellschaft dringend unsere CO2-Emmissionen herunterfahren und gleichzeitig die Waldbewirtschaftung als wesentlichen Baustein der Lösung für unser Klimaproblem und CO2-Aufnahme mit allen möglichen Mitteln unterstützen“, betont Schirmbeck.

Waldministerin Julia Klöckner forderte mindestens 600 Mio. Euro aus dem Waldklimafond der Bundesregierung für die Wiederaufforstung klimastabiler, naturnaher Mischwälder bereitzustellen. Damit sollen Waldbesitzende in Deutschland bei der Wiederaufforstung einer Gesamtschadfläche unterstützt werden, die der halben Landesfläche des Saarlandes entspricht. Diese Unterstützung ist dringend notwendig. Die zunehmende Dynamik der Klimawandelfolgen, die an der raschen Abfolge der Schadereignisse im Wald von Sturm, Dürre und Borkenkäfer vor allem 2018 und 2019 sichtbar ist, bringt Waldbesitzende zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Einkünfte fehlen, weil das Schadholz in einem überlasteten Markt nicht mehr absetzbar ist.

Es hat sehr lange gedauert, bis die Brisanz in den deutschen Wäldern die Bundespolitik erreicht hat. Eine zweckgebundene CO2-Abgabe könnte in einen Risikofond für die Forstwirtschaft eingezahlt werden und dazu beitragen, dass Hilfe schneller im Wald ankommt und sich klimabedingte Schadereignisse für die Waldbesitzenden nicht existenzbedrohend aufschaukeln.

 
 
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR)
 
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.
 
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