Wald und Wild im Klimawandel

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Hoher Wildverbiss gefährdet den Umbau in klimastabile Mischwälder.“

Der Wald leidet unter den Auswirkungen des Klimawandels. Waldbesitzende und Forstleute sind deshalb umso mehr gefordert, den Wald mit seinen wichtigen Ökosystemfunktionen auch für die Zukunft zu erhalten. „Die Wilddichte kann einen maßgeblichen Einfluss auf die natürliche Entfaltung des Waldes haben“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, am Montag (6. Mai), bei einem Waldspaziergang in der Oberförsterei Lübben. Im Wald vor Ort waren auch die parlamentarischen Staatssekretäre Rita Schwarzelühr-Sutter vom Bundesumweltministerium BMU und Michael Stübgen vom Bundesandwirtschaftsministerium BMEL sowie der Ausschussvorsitzenden Alois Gerig und weitere Mitglieder vom Bundesfachausschuss Landwirtschaft und Ländlicher Raum des Bundestages, die der Einladung forstlicher Verbände in den Wald in der Rochauer Heide gefolgt sind.

Waldbesitzende und Forstleute haben schon vor 30 Jahren begonnen, die Wälder in klimastabile, leistungsfähige, arten- und struktureiche Mischwälder umzubauen. Ein maßgeblich begrenzender Faktor ist dabei vielerorts das Schalenwild, wie zum Beispiel Rot- und Rehwild, die insbesondere junge Bäume als schmackhafte Nahrung aufnehmen und damit ihr Wachstum stören, oder die Pflänzchen zum Absterben bringen. Ist die Wilddichte auf einem für den Wald und dessen erfolgreiche Verjüngung zu hohem Stand, beeinträchtigt der Verbiss die Bäume der nächsten Waldgeneration in der Regel so stark, dass der Umbau in struktureiche Mischwälder nicht erreicht werden kann.

„Diese Bäume fehlen dann dem klimastabilen und widerstandsfähigen Wald von morgen. Das kann sich die Gesellschaft nicht leisten, angesichts des spürbaren Klimawandels und der dadurch verursachten aktuellen Waldschäden“, betonte Schirmbeck und fordert ein Umdenken. Die Jagd ist eine der wichtigsten Stellschrauben, die über Erfolg oder Misserfolg der nächsten Waldgeneration entscheiden kann. Schirmbeck: „Die Jäger sind für die Forstwirtschaft ein sehr wichtiger Partner. Nur in einer gemeinsamen Anstrengung von Jägern und Walbesitzenden kann es gelingen, unsere Wälder an den Klimawandel anzupassen und für die nächsten Generationen zu erhalten.“

Derzeit kämpfen Waldbesitzende und Forstleute in ganz Deutschland darum, den Wald in seinem Bestand zu sichern. Absterbende Bäume müssen gefällt und aus dem Wald abtransportiert, riesige Kahlflächen wieder aufgeforstet und vertrocknete Jungpflanzen ersetzt werden. „Wenn wir unser Waldkulturerbe retten wollen, müssen Politik und Gesellschaft ihre Anstrengungen für mehr Klimaschutz deutlich erhöhen“, betonte der DFWR-Präsident. Neben Soforthilfen von zusätzlich mindestens 100 Millionen Euro Bundesmittel jährlich für den Wald sind gesetzliche Regelungen notwendig, die darüber entscheiden ob es uns gelingt, die Wälder vor den Klimafolgen wirksam zu schützen.

In Bezug auf die Jagd bedeutet dies auch Änderungen im Bundesjagdgesetz, die eine notwendige Einregulierung überhöhter Wildbestände rechtlich erleichtern sollen. Klimastabile arten- und strukturreichere Mischwälder sind nur mit an den Standort angepassten Wildbeständen sicher zu erreichen.

Schirmbeck: „Die Jäger müssen stärker am Erflog des Waldumbaus beteiligt werden. Vielfach sind die Folgen überhöhter Wildbestände weder Jägern noch den Waldbesitzenden bewusst.“ „Periodische Vegetationsgutachten auf Revierebene könnten, bundesweit eingeführt, dazu beitragen, auf faktenbasierter Grundlage die Bejagung an den Wuchsmöglichkeiten der nächsten Waldgeneration auszurichten“, betonte Schirmbeck.

Eine bisweilen erhobene Forderung, zur Verjüngung vorgesehene Waldflächen zu zäunen, kann keine generelle Lösung sein. Neben den hohen Kosten geht dem Wild Lebensraum verloren, was wiederum den Druck auf der verbleibenden Waldfläche erhöht.

Schirmbeck empfiehlt, die Förderrichtlinien des Bundes und der Länder dahingehend zu überarbeiten, dass sich Zahlungen vor allem auch am Wuchserfolg der nächsten Waldgeneration orientiert, beispielsweise an ihrem Verbisszustand als Ausdruck angepasster Wildbestände.

Weitere Informationen:

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

 

Kontakt:
Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.
Geschäftsführer Franz Thoma
Claire-Waldoff-Straße 7 10117
Berlin Tel.: 030-31904
560 Fax: 030-31904 564
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Mitgliederversammlung des Deutschen Forstwirtschaftsrates

Georg Schirmbeck als Präsident wiedergewählt
Franz Thoma ist neuer DFWR-Geschäftsführer
 
Am 9. April 2019 fand in Warnemünde im Rahmen der 69. Jahrestagung die Mitgliederversammlung des Deutschen Forstwirtschaftsrates statt.
Turnusgemäß stand die Wahl eines neuen Präsidenten und eines neuen Präsidiums an.  Georg Schirmbeck wurde als Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates wiedergewählt. Im Präsidium vollzogen sich einige personelle Wechsel.
 
Das neue DFWR-Präsidium
Hans Georg von der Marwitz, MdB und Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Waldeigentümer AGDW. Er folgt auf Philipp Freiherr zu Guttenberg, der sich nach seinem Abschied aus dem Amt des AGDW-Präsidenten Ende 2018 nicht mehr zur Wahl stellte.  Max Reger, Landesforstpräsident Baden-Württemberg und Geschäftsführer von ForstBW ersetzt Georg Windisch von der Bayerischen Forstverwaltung, der Ende 2018 in den Ruhestand ging.
Dr. Carsten Leßner vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) folgt auf Dr. Peter Röhe vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, der Ende 2018 in den Ruhestand ging. 
Im Amt bestätigt wurden Norbert Leben, Präsident des Niedersächsischen Waldbesitzerverbandes als DFWR-Vizepräsident. Roland Burger, Bürgermeister der Stadt Buchen im Odenwald. Dr. Karl-Heinz Frieden geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz.  
Carsten Wilke, Leiter der Forstabteilung im Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Chef der Hessischen Landesforstverwaltung.
 
Wechsel in der Geschäftsführung
Im Rahmen der Festveranstaltung zur 69. DFWR-Jahrestagung wurde Geschäftsführer Wolf Ebeling von den Mitgliedern für seine Verdienste um die deutsche Forstwirtschaft geehrt und in seine Heimat Niedersachsen verabschiedet. Er prägte den DFWR und die Geschäftsstelle in den letzten dreieinhalb Jahren. Er schaffte viele Grundlagen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des forstlichen Dachverbandes und hinterlässt ein gut bestelltes Feld.
Mit Franz Thoma übernimmt erstmals ein Forstkollege aus Bayern in Berlin. Nach dem Studium der Forstwissenschaften an der Technischen Universität München absolvierte Herr Thoma sein Referendariat in Bayern. Anschließend wechselte er 2008 zur Landwirtschaftskammer Steiermark in Österreich, wo er die Leitung des Referates für forstliche Beratung und Forsttechnik übernahm. Nach über sechs Jahren führte ihn sein beruflicher Weg zurück nach Bayern in das Unternehmen Bayerischen Staatsforsten (BaySF). Von 2016 bis 2018 folgte schließlich eine Tätigkeit als politischer Fachreferent für den Zentralverband der Waldbesitzer (CEPF) in Brüssel. Zuletzt war Herr Thoma als stellvertretender Leiter des Forstbetriebes Bodenmais (BaySF) tätig. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat wünscht Franz Thoma viel Erfolg.
 
Weitere Informationen:
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

 
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Wald in Not

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Zum Erhalt des Waldes benötigen wir Soforthilfen von zusätzlich mindestens 100 Millionen Euro Bundesmittel jährlich sowie gesetzliche Regelungen.“

Der Klimawandel und seine Folgen bedroht die deutschen Wälder zunehmend in ihrer Existenz. Waldbesitzende und Forstleute in Deutschland und ganz Europa bekommen die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar und immer stärker zu spüren.
„Die Forstwirtschaft macht sich Sorgen um den Wald. Das herrschende Klimaszenario könnte zum Verlust der Wälder und vertrauter Waldlandschaften führen. Und wir müssen uns darauf einstellen, dass die wertvollen Ökosystemfunktionen der Wälder in Mitleidenschaft gezogen werden“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates am Montag (8. April) in Warnemünde (Mecklenburg-Vorpommern), im Rahmen der 69. Jahrestagung des forstlichen Dachverbandes.

Vom 7. bis 9. April diskutierten Forstleute und Waldbesitzende aus ganz Deutschland unter der Überschrift „Wald im Burnout - handeln und das Klima wandeln“, unter anderem mit den forstpolitischen Sprechern der Bundesregierung, was jetzt getan werden muss, um den Klimaschäden am Wald wirksam zu begegnen.
Als Reaktion auf die sehr kritische Lage fassten die Mitglieder des Deutschen Forstwirtschaftsrates Forderungen an die Politik in einer „Warnemünder Erklärung – Wald in Not“ zusammen. „Soforthilfen für den Wald und gesetzliche Regelungen werden darüber entscheiden, ob es uns gelingt, die Wälder vor den Klimafolgen wirksam zu schützen. Wenn wir unser Waldkulturerbe retten wollen, müssen Politik und Gesellschaft zudem ihre Anstrengungen für mehr Klimaschutz deutlich erhöhen“, betonte der DFWR-Präsident.

Warnemünder Erklärung – Wald in Not

1. Soforthilfen für die Bewältigung der Dürrefolgen im Wald bereitstellen!

Derzeit kämpfen Waldbesitzende und Forstleute in ganz Deutschland darum, den Wald in seinem Bestand zu sichern. Absterbende Bäume müssen gefällt und aus dem Wald abtransportiert, riesige Kahlflächen wieder aufgeforstet und vertrocknete Jungpflanzen ersetzt werden.

„Der Aufwand hierfür überschreitet das Normalmaß um ein Vielfaches und überfordert die Waldbesitzenden und Forstleute auf Jahre hinaus. Damit dürfen sie nicht allein gelassen werden. Deshalb sind Soforthilfen von zusätzlich mindestens 100 Millionen Euro Bundesmittel jährlich nötig, um die dringendsten Maßnahmen zum Walderhalt bewältigen zu können“, erklärte Schirmbeck.

2. Gesetzliche Regelungen zum Schutz des Waldes im Klimawandel auf den Weg bringen!

Die Erfahrungen bei der Bewältigung der aktuellen Krise zeigen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für ein effizientes Krisenmanagement nicht ausreichen.
Schirmbeck: „Wir brauchen deshalb gesetzliche Regelungen, die die für den Fortbestand unserer Wälder notwendigen Weichenstellungen umfassend und verbindlich regeln.“

Eckpunkte solcher gesetzlichen Regelungen müssen unter anderem sein:

➢ Einheitliche und permanente bundesweite Erfassung des Waldzustandes im Hinblick auf die Entstehung von Klimaschäden

➢ Aufbau eines bundesweiten Krisenmanagements

➢ Harmonisierung bestehender Vorschriften in verschiedenen Rechtskreisen (z.B. Verkehrs-, Steuer-, Beihilfe-, Forstschädenausgleichs-, Pflanzenschutz-, Umweltrecht) für den Krisenfall.

➢ Maßnahmen zur Krisenprävention (u.a. Förderung waldbaulicher Maßnahmen, Forschung, Forstpflanzenzüchtung, Aufklärung und öffentliche Information)
 

Weitere Informationen:

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Studie zur natürlichen Waldentwicklung in Deutschland

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Naturschutz im Wald braucht Verlässlichkeit“

 
Eine am Donnerstag (4. April) in Berlin veröffentlichte Untersuchung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) zeigt auf, dass 2,8 Prozent der deutschen Waldlfäche sich in natürlicher Entwicklung befinden. Die Bundesregierung formulierte in Ihrer Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt für den Lebensraum Wald das Ziel, dass bis 2020 der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung (NWE) fünf Prozent der Waldfläche betragen soll. Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates sagt: „Die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderte Studie zeigt auf, dass die gesteckten Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie nur in Zusammenarbeit mit der deutschen Forstwirtschaft und den Waldbesitzenden erreicht werden können“. Schirmbeck mahnte in diesem Zusammenhang auch an, den Respekt im Umgang mit den Waldbesitzenden und Forstleuten zu wahren. Wir brauchen für den Naturschutz im Wald mehr Verlässlichkeit in die politischen Rahmenbedingungen und Akteure. „Dazu gehört auch, dass gegenüber der Forstwirtschaft getroffene Zusagen zu NWE-Kulisse und Wildnisgebieten eingehalten werden“, betonte der DFWR-Präsident.
 
DFWR-Präsident Schirmbeck rät aber auch zur Versachlichung der Diskussion. „Auf dem ersten Blick sieht es so aus, als hätten wir nicht genug für die natürliche Waldentwicklung getan. Das greift eindeutig zu kurz, weil Naturschutz im Wald grundsätzlicher Bestandteil integrativer Waldbewirtschaftung ist. In der Studie selbst stehen jedoch nur Flächen im Fokus, die rechtsverbindlich und damit dauerhaft vor menschlicher Nutzung gesichert sind“, sagte Schirmbeck.
In Wäldern mit natürlicher Waldentwicklung finden weder forstliche Nutzungs- noch naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen statt. Seit der Eröffnungsbilanz 2013 hat sich die Fläche mit NWE um 1.110 Quadratkilometer auf 2,8 Prozent der Gesamtwaldfläche erhöht. Die Forscher erwarten bis 2020 einen Anstieg auf drei Prozent und danach auf vier Prozent.
Die Studie habe aber auch gezeigt, dass es weitere potenzielle Flächen gibt, die bis auf den fehlenden formalen Schutzstatus die Eigenschaften einer NWE-Fläche hätten, beispielsweise an unzugänglichen Steilhängen. Schirmbeck: „Auch diese Wälder sind wertvoll und leisten einen wichtigen Beitrag für die Biodiversität, den wir in der Betrachtung nicht ausblenden dürfen. Jetzt komme es darauf an, den Waldbesitzenden Angebote auf Augenhöhe zu machen und finanzielle Anreize zu schaffen, um auch kleinere Flächen für die Erhaltung der Artenvielfalt zu sichern.
 
Weitere Informationen:
Vorhaben NWePP
Natürliche Waldentwicklung in Deutschland: Perspektiven und Potenziale für die Entwicklung eines kohärenten NWE-Systems (NWePP)
In der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesrepublik Deutschland wird bis zum Jahr 2020 eine natürliche Waldentwicklung (NWE) auf fünf Prozent der gesamten Waldfläche bzw. 10 Prozent der öffentlichen Wälder angestrebt. Zur Versachlichung der Diskussion wurde 2013 in einem ersten Projekt (NWE5) eine belastbare Bilanz der bundesweiten NWE-Flächen sowie eine naturschutzfachliche und ökonomische Bewertung erarbeitet. Seit 2016 wird das Folgeprojekt NWePP vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) an der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt (NW-FVA) durchgeführt. Die Projektergebnisse beinhalten eine aktualisierte Bilanz der bundesweiten Flächen zur natürlichen Waldentwicklung sowie eine Analyse der Potenziale und Perspektiven für ihre Quantitative und qualitative Weiterentwicklung.
 
DFWR
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

Hilfe für den Wald im Klimawandel


Der Landkreis Osnabrück stellt dem Kreisforstverband 100.000 Euro zur Verfügung und ordnet zwei Förster aus der Kreisverwaltung zur Unterstützung des Forstamtsteams ab.
Landrat Dr. Michael Lübbersmann, Landkreis Osnabrück (im Bild links): „Schorse, wir helfen und helfen weiter.“
DFWR-Präsident Georg Schirmbeck: „Wirkliche Freunde helfen in der Not und berufen sich nicht auf bürokratische Zuständigkeitsfragen! Zur Nachahmung allen Politikern empfohlen.
Jetzt ist die Zeit zum Handeln!“

Veränderungen in Deutschlands größter Sportarena macht Forstleuten, Sportlerinnen und Sportlern Sorge.

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Die Waldbesitzenden und Forstleute arbeiten hart, damit sich die Menschen auch in Zukunft im Wald erholen können!“

DOSB-Präsident Hörmann:

„Wald und Forstwirtschaft sind für Sportdeutschland wertvolle Partner. Forstliche Aktivitäten sind eminent wichtig, um den wertvollen Sportraum Wald dauerhaft zu erhalten.“

Der Wald ist als Sport- und Erholungsraum für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung. „Wir machen uns Sorgen um den Wald“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) am Dienstag (19. März) im Tegeler Forst, bei einer gemeinsamen Pflanzaktion mit Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Die Auswirkungen des Klimawandels mit Sturm, Dürre und Insektenbefall setzen dem Wald, aber auch Waldbesitzenden und Forstleuten zu. „Mit ihrer Arbeit setzen sie sich jeden Tag dafür ein, dass der Wald klimastabiler und widerstandfähiger wird“, betonte Schirmbeck. Die Pflanzaktion im Tegeler Forst ist eine von vielen bundesweit, die anlässlich des Internationalen Tages der Wälder am 21. März durchgeführt werden.

„Sport und bewegungsaktive Erholung im Wald haben für uns alle einen hohen Wert. Insbesondere für die Gesundheit und auch für den sozialen Zusammenhalt spielt die aktive Betätigung im Grünen eine große Rolle“, sagte Hörmann. Deshalb setzt sich der DOSB dafür ein, dass Sportdeutschland die Forstleute bei der Bewältigung der Folgen von Wetterextremen unterstützt – damit sie den Wald fit für den Klimawandel machen können. Schirmbeck: „Wir müssen mehr tun, um unser Klima zu schützen. Die Forstwirtschaft und der Sport leisten dafür wertvolle Beiträge.“ Jeder neugepflanzte Baum entzieht der Atmosphäre klimaschädliches Kohlendioxid und speichert es als Kohlenstoff im Holz. Das bei der Waldpflege geerntete Holz wird zu Holzprodukten weiterverarbeitet, wobei die Speicherleistung erhalten bleibt. „Wer sich ein neues Sportgerät zulegt, könnte zum Beispiel schauen, ob es davon eine Holzversion gibt, hergestellt mit Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Das ist bewusster und aktiver Klimaschutz, an dem sich jede und jeder beteiligen kann“, so Schirmbeck weiter.

„Die positiven individuellen und gesellschaftlichen Wirkungen von Sport im Wald sind enorm. Vor diesem Hintergrund fördern wir die Kooperation zwischen Sport- und Forstorganisationen und entwickeln erfolgreiche Formen gemeinsamen Handelns. Selbstverständlich werden wir auch den notwendigen Interessenausgleich zwischen Sport- und Forstorganisationen herbeiführen und gemeinsam mit dem DFWR diesbezügliche Herausforderungen, lösungsorientiert besprechen“, so Hörmann.

Die Flatterulmen für die Pflanzaktion im Tegeler Forst hat der Verband deutscher Forstbaumschulen e. V. (VDF) gestiftet. Die Flatterulme ist der Baum des Jahres 2019. Im vergangenen Jahr sind durch die Dürre bis zu 500 Mio. Pflanzen im Wald vertrocknet. „Die deutschen Forstbaumschulen unterstützen Waldbesitzende und Forstleute mit hochwertigem Pflanzgut, damit sie die Wälder an den Klimawandel anpassen können“, sagt Alain Paul der Geschäftsführer des VDF. „Die Forstbaumschulen sind wichtige Partner für die Forstwirtschaft, damit sie diese Jahrhundertaufgabe bewältigen können,“ betonte Paul.