Betreff Sendung Frontal 21 vom 30. Oktober 2018, Beitrag „Deutscher Wald in Gefahr Akute Bedrohung für das Ökosystem“

Sehr geehrte Frau Brecht, sehr geehrter Herr Laska,

der Deutsche Forstwirtschaftsrat e. V. (DFWR) möchte sich bei Ihnen und bei der Redaktion ausdrücklich bedanken, dass Sie dem „Sorgenkind Wald“ eine Bühne gegeben haben, um verschieden Aspekte des Klimawandels und die komplexen Folgen für Wald, Waldbesitzende und Forstwirtschaft zu beleuchten. Der DFWR vertritt als forstlicher Spitzen- und Dachverband zwei Millionen Waldbesitzende, die rund 11,4 Mio. Hektar Wald – das grüne Drittel des Bundes-gebietes – seit Generationen bewirtschaften und vermehrt unter dem Klimawandel leiden. Der Sommer 2018 war, nach dem Rekordsommer 2003, der zweitwärmste seit Beginn der Wetter-aufzeichnung. Schon jetzt ist absehbar, dass der Wald durch die Kombination von Sturmfolgen, langanhaltender Trockenheit, Waldbränden und Insektenbefall erheblich geschädigt wurde. Das bereitet der Forstwirtschaft in Deutschland große Sorge. Eine erste Umfrage des DFWR in den Bundesländern über alle Waldbesitzarten bestätigte, dass die entstandenen Waldschäden be-reits auf mindestens zwei Milliarden Euro eingeschätzt werden – Tendenz steigend. Das ge-samte Ausmaß der Schäden wird sich erst nach dem Frühjahr 2019 zeigen.
Angesichts dieser großen Herausforderung sind wir alle gefordert und sollten zusammenarbei-ten, um den deutschen Wald zu erhalten. Deswegen finden wir es schade und kontraproduktiv, wenn zwischen den Zeilen Waldbewirtschaftende als Teil des Problems suggeriert werden. Die deutsche Forstwirtschaft arbeitet seit fast 300 Jahren nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit, was die Waldfläche seit Mitte des 17. Jahrhunderts verdoppelte. Seit Beginn der Aufzeichnungen über Artenverluste ist im Wald in den vergangenen 250 Jahren trotz Bewirtschaftung keine ein-zige an Waldlebensräume gebundene Art verloren gegangen (vgl. Artikel „Spannungsfeld Forst-wirtschaft und Naturschutz“ in der Anlage).
In Ihrem Bericht ist von Kiefer-Monokulturen die Rede, „die aus wirtschaftlichen Gründen hoch-gezogen wurden“. Ein hartes Urteil über unsere Vorfahren, die nicht unwissend waren, aber vor mehreren Jahrzehnten für unsere Gesellschaft heute eine waldbauliche Entscheidung treffen mussten. So wurden durch den Krieg zerstörte oder für Reparationen an die Siegermächte kahl-geschlagene Wälder mit den anspruchslosen, leicht vermehrbaren und in ausreichendem Maße vorhandenen Baumarten Fichte und Kiefer rasch wiederhergestellt. Eine beachtenswerte Leis-tung der Nachkriegsgeneration. Auch in der Folgezeit beeinflussten die damals herrschenden politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen die weitere Behandlung dieser Wälder; das sollte fairerweise nicht ausgeblendet werden.
Die Generation heutiger Waldbesitzender und Forstleute haben diese und andere Wälder geerbt und bauen sie in der Verantwortung für kommende Generationen durch eine nachhaltige Wald-wirtschaft zu klimastabilen Wäldern um. Das erfolgt im globalen Vergleich nach den höchsten Standards und wird durch die internationalen Nachhaltigkeitszertifikate PEFC und FSC sicherge-stellt.
Der Waldumbau kann nicht von heute auf morgen erfolgen, aufgrund der langen Lebensdauer unsere Waldbäume, wie Sie in Ihrem Beitrag richtig hervorheben. Es ist ein Gemeinschaftswerk, das durch generationenübergreifende, hochanspruchsvolle und sehr komplexe Aktivitäten der forstlichen Akteure am Wald funktioniert. Die Bundeswaldinventuren 1 bis 3 belegen, dass bei-spielsweise die Mischungsanteile der Baumarten, die Mehrschichtigkeit der Wälder und die Na-turnähe der Wälder stetig zunehmen (vgl. Artikel, Grafiken in der Anlage). Dabei kostet Waldum-bau auch Geld. Die Dürre 2018 wird die Waldbesitzenden beispielsweise über eine halbe Mrd. Euro für Nachpflanzungen kosten, bei gleichzeitig ausbleibenden Erlösen bzw. Mindererlösen durch von Insekten befallenen Holzes.
Die eigentliche Herausforderung, der sich Waldbesitzende und Forstleute stellen müssen, ist die Sorge um die zunehmende Dynamik des Klimawandels, der die Reaktions- und Anpassungsfä-higkeit der Einzelbäume und des Waldes überfordern könnte. Deshalb wird die Forstwirtschaft den Waldumbau weiter vorantreiben und noch mehr Forschung betreiben, um zweckmäßige Lö-sungen für die Praxis zu erarbeiten. Die nachhaltige und pflegliche Nutzung der Wälder ist dabei ein zentraler Baustein, damit dieses Vorhaben gelingen kann. Was passiert, wenn die Pflege der Wälder bewusst eingestellt wird, zeigen Ihre Bilder, offenbar aus dem Nationalpark Harz, sehr anschaulich. Mit dem flächigen Absterben von Wäldern in Folge von Käferbefall – in National-parken als natürlicher Prozess so auch gewünscht – werden große Mengen CO2 in die Atmo-sphäre freigesetzt. Dabei wird aber gerade durch die Verwendung von Bäumen aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Form von Bauholz, Möbeln, Papier, Brennstoff oder Holzinhaltsstoffen als Sub-stitut für Kunststoffe CO2 eingespart. Energieintensive Stoffe wie Stahl, Beton oder Öl, die bei Verwendung oder Produktion zusätzliches CO2 freisetzen, können durch Holz ersetzt und CO2 somit längerfristig fixiert werden. Deshalb ist die Verwendung von Holz aus deutschen Wäldern sehr klimaschonend, schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum und hilft beim Kampf gegen den Klimawandel.
Der Waldumbau im Klimawandel ist eine gesamtgesellschaftliche Jahrhundertaufgabe, an der sich alle Akteure aus Politik, Forstwirtschaft, Naturschutz und Gesellschaft engagiert beteiligen sollten. Immer neue Hürden in der Waldbewirtschaftung bringen uns Waldbesitzende und Forst-leute in der Sache nicht weiter.
Wir stellen uns gerne dieser Verantwortung und laden Sie herzlich dazu ein, mit uns gemeinsam an diesem Thema dranzubleiben. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat steht Ihnen als kompetenter Ansprechpartner und Kontakt für alle Themen zu Wald und Forstwirtschaft zur Verfügung. Mit unserem bundesweiten Netzwerk geben wir Ihnen jederzeit einen transparenten Einblick in die
verantwortungsvolle, moderne Forstwirtschaft und die aktuellen Herausforderungen im Klima-wandel. Wir vermitteln Ihnen gerne kompetente Ansprechpartner in ganz Deutschland. Spre-chen Sie uns jederzeit an.
In der Anlage haben wir Ihnen weitere Informationen zu Ergebnissen der Bundeswaldinventuren und der Waldentwicklung in Deutschland zusammengestellt.

PS: Sie finden den Deutschen Forstwirtschaftsrat auf der Internationalen Grünen Woche auf dem Stand der Forstwirtschaft in Deutschland in Halle 4.2. Kommen Sie vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Beste Grüße
Ihr

Georg Schirmbeck
(Präsident)

 

Anlagen:

Artikel Naturschutz und Biodiversität

Artikel Pflanzenarten

Bundeswaldinventur

Verlauf Mischwaldanteil

Bundesamt für Naturschutz schließt deutsche Forstwirtschaft vom Dialog zur Zukunft der Wälder aus

Presseerklärung von Georg Schirmbeck, Präsident Deutscher Forstwirtschaftsrat


Ende November dieses Jahres soll auf der Insel Vilm ein Workshop mit dem Titel „Wildnis im Dialog 2020 – Chancen für mehr Wildnis“ stattfinden. Bekanntermaßen visieren Wildnisprogramme in Deutschland unter anderem auch Waldgebiete an. Deswegen wollten wir als Deutscher Forstwirtschaftsrat uns diesem Dialog stellen, um unsere demokratische Pflicht als Repräsentanten der Waldbesitzer und Förster Deutschlands zu tun.


Allerdings wurde uns von Frau Prof. Dr. Jessel, Präsidentin des BfN, mitgeteilt, dass wir bei dieser Veranstaltung nicht erwünscht wären. Sie solle „naturschutzintern“ sein. Auch bei der folgenden zweiten Veranstaltung der Reihe „Wildnis im Dialog“ sollen Forstwirtschaft und Waldbesitz ausgeschlossen bleiben, erst bei der dritten Veranstaltung wären wir willkommen.


Wir kennen das schon: Sie nennen es „Dialog“, aber reden wollen die institutionalisierten Naturschützer nur mit denen, die ihre Ideologie teilen. Aus dieser Echokammer wird das Gleiche herausschallen wie seit Jahren schon: Stilllegung der Wälder und damit wirtschaftliche Zerstörung des ländlichen Raums, schleichende Enteignung der Waldbesitzer und sträfliche Ignoranz gegenüber forstwissenschaftlichen Erkenntnissen, die die segensreiche Wirkung von Wirtschaftswäldern für Boden, Klima und Biodiversität beweisen!


Die Einladung zur dritten Veranstaltung sehen wir als Alibi: Wir sollen vor vollendete Tatsachen gestellt werden, diese am besten noch abnicken und dem Ganzen so den Anstrich demokratischer Legitimation zu verleihen. Das Bundesamt für Naturschutz wirkt hier leider nicht wie eine der politischen Neutralität verpflichtete Bundesbehörde, sondern wie eine Spätfolge des „Marsches durch die Institutionen“, der vor Jahrzehnten von grünen Revoluzzern angekündigt wurde, die sich dadurch inzwischen zu einer Elite wirtschaftsfeindlicher Bürokraten gemausert haben.


Die deutschen Waldbesitzer und Förster sind geduldig, anders kommt man im Wald nicht weiter. Aber auch wir müssen Grenzen setzen: Bei diesem Dialog gehören wir an den Tisch! Wir sind die am meisten betroffene gesellschaftliche Gruppe! Sowohl das in der Verfassung verbriefte Grundrecht auf Eigentum der Waldbesitzer als auch der Sachverstand der Forstwissenschaftler müssen während der gesamten Veranstaltungsreihe repräsentiert werden! Diese Forderungen entsprechen demokratischen Gepflogenheiten und Rechten. Professor Jessel und das Bundesamt für Naturschutz haben hier eine Gelegenheit, ein Zeichen gegen Intransparenz und Technokratie zu setzen.

Wald bewegt bei den Deutschen Waldtagen 2018

DFWR-Präsident Schirmbeck bei den Deutschen Waldtagen 2018
 
Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, forderte bei den Deutschen Waldtagen 2018 für den Kulturschatz Wald, das Klima und für die Lebensqualität ein gesamtgesellschaftliches Engagement. Hierzu müssen sich auch die Politik, der Sport und die Forstwirtschaft gemeinsam stark machen.
 
Schirmbeck wünscht sich, dass auch zukünftige Generationen noch einen Wald haben, den sie sich erwandern, erradeln oder erreiten können. Die Weichen dafür werden jetzt gestellt.
 

Waldbauerntag 2018 in NRW

DFWR-Präsident Schirmbeck beim Waldbauernverband in NRW
 
Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck, fordert die Waldbesitzer aller Besitzarten zu mehr Geschlossenheit auf. „Der Klimawandel betrifft alle Waldbesitzer, wollen wir ihn bewältigen, muss der Waldumbau entschlossen vorangebracht werden. Damit das gelingen kann, müssen wir uns gemeinsam für ausreichende finanzielle Unterstützung durch die Politik sowie für gesellschaftliche Akzeptanz für das verantwortungsvolle Handeln des Waldbesitzes einsetzen! Wir haben den Klimawandel nicht verursacht, er ist eine große gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Dennoch sind wir gleichzeitig besonders betroffen und besonders wichtig für seine Bekämpfung, und das müssen wir auch geschlossen so vertreten!", so Schirmbeck.
 
Themen des Waldbauerntages 2018 in Nordrhein-Westfalen am 11. September 2018 waren die Beförsterung, die Holzvermarktung und die zukünftigen Herausforderungen, mit denen sich der Waldbesitz konfrontiert sieht.

Deutscher Forstwirtschaftsrat bedankt sich bei Hubschrauberbesatzungen

DFWR-Präsident Georg Schirmbeck: „Wir benötigen eine europäische Task Force zur Waldbrandbekämpfung“

„Wir sind Ihnen sehr dankbar, dass Sie das Feuer im Treuenbrietzener Wald rasch in den Griff bekommen haben, ohne dass jemand zu Schaden gekommen ist“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats e. V. am Montag (03. September) beim Besuch der Lufttransportgruppe am Bundeswehrstandort Holzdorf. „Dass ein Waldbrand so akut Wohnhäuser in Deutschland bedroht, bleibt hoffentlich eine Ausnahme. Sie haben unter Einsatz Ihres Lebens und Ihrer körperlichen Unversehrtheit das Feuer gelöscht. Ihnen gebührt größter Respekt“, lobte Schirmbeck die Piloten der Löschhubschrauber.

Oberstleutnant Knut Brantin, Kommandeur der Lufttransportgruppe des Hubschraubergeschwaders 64 führte Schirmbeck über den Fliegerhorst Holzdorf. „Momentan ist die Waldbrandbekämpfung durch die Bundeswehr sichergestellt. Dieses Jahr haben wir zum Schutz der Bevölkerung bereits circa 1,2 Millionen Liter Wasser über Bränden abgeworfen“, sagte Brantin. „Wir tun somit alles Mögliche, um die Brandbekämpfung in den besonders gefährdeten Gebieten von Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen, aber auch in einem bundesweiten Einsatz zu unterstützen. Hierbei gehen wir bis an unsere Leistungsgrenzen, teilweise sogar darüber hinaus.“

Oberstleutnant Michael Hackert, stellvertretender Kommandeur der Lufttransportgruppe, war beim Einsatz über Treuenbrietzen dabei und ergänzt: „Angesichts der höchsten Waldbrandstufe fünf sind wir derzeit sogar in Dauerbereitschaft. Das bedeutet wir sind jederzeit, sieben Tage die Woche, innerhalb von vier Stunden mit unseren Hubschraubern in der Luft“.
Waldbrände werden durch den Klimawandel immer wahrscheinlicher, weshalb Schirmbeck ein Umdenken fordert. „Wenn wir als Gesellschaft nicht in bessere Waldbrandbekämpfung investieren, setzen wir bei zukünftigen Ereignissen das Leben der Retter und der Anwohner aufs Spiel. Wir müssen dringend unsere Kapazitäten erhöhen“, appellierte Schirmbeck. „Der Deutsche Forstwirtschaftsrat begrüße es sehr, wenn die Bundeswehr bei der Beschaffung neuer Technik auch die Waldbrandbekämpfung im Auge behält“, so Schirmbeck weiter.


Europäische Task Force Waldbrandbekämpfung unter Einbezug Russlands

In diesem Zusammenhang plädiert Schirmbeck für mehr Zusammenarbeit mit den europäischen sowie russischen Partnern. „Eine europäische Task Force unter Einbezug Russlands zur Waldbrandbekämpfung würde es erlauben, die vorhandenen Mittel und das Fachpersonal zu konzentrieren. Großbrände im Wald, wie jüngst in Griechenland oder 2017 in Portugal, könnten damit rascher und effizienter bekämpft werden. Und wer ohne Russland und deren riesige Waldflächen Klimapolitik betreiben will, der irrt“, betonte Schirmbeck.

DFWR-Präsident würdigt den mutigen Einsatz der Waldbrandbekämpfer

DFWR-Präsident würdigt den mutigen Einsatz der Waldbrandbekämpfer und fordert mehr Löschkapazitäten sowie Unterstützung beim Waldumbau.


Kurz nach dem Großbrand nahe Berlin war Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats, unterwegs in der Region Treuenbrietzen, um den Bekämpfern des Waldbrands für ihre Bemühungen zum Schutz der umliegenden Wälder, vor allem aber des Lebens der Anwohner, zu danken. Kreisbrandmeister Jens Heinze nahm den Dank entgegen, aber an viel Zeremonie war nicht zu denken, denn die Pflicht rief: Diverse Glutnester flammten immer wieder auf. Das ging tagelang so. Der zuständige Stadtförster fuhr alle vier Stunden Patrouille durch den Wald.


So bekam Herr Schirmbeck Eindrücke aus erster Hand. Besonders beeindruckte ihn eine Fläche, durch die das Feuer gleich zweimal wütete: Zuerst als Bodenfeuer, dann drehte der Wind und bewegte sich im Kronenbereich zurück. „Derartige Richtungsänderungen gefährden die Retter. Im schlimmsten Fall wird man überholt oder ist gefangen“, so der Kreisbrandmeister.


Stärkung der Waldbrandbekämpfung
Herr Schirmbeck würdigte das: „Vor ein paar Tagen hätte ich hier nicht stehen wollen. Meinen Respekt für die Männer und Frauen, die hier unerschrocken Ihre Pflicht getan haben!“ Jetzt stehe im Gegenzug die Gesellschaft in der Pflicht: „Es müssen mehr Möglichkeiten zur Waldbrandbekämpfung geschaffen werden, am Boden wie in der Luft.“ Die Gefahr nähme wegen des Klimawandels deutlich zu. „Wenn wir in Zukunft nicht schnell und effektiv reagieren können, setzen wir das Leben von Anwohnern und Rettern aufs Spiel, aber auch die Klimaschutzleistungen unserer Wälder!“


Um die Brandbekämpfung effektiver zu gestalten, fordert Verbandspräsident Schirmbeck eine Förderung für Löschfahrzeuge in waldreichen Gemeinden. „Wenn überlegt wird, welche Mittel die Länder ihren Gemeinden zur Unterstützung der Feuerwehren zur Verfügung stellen, muss das erhöhte Waldbrandrisiko eingerechnet werden“, so Schirmbeck. „Zusätzlich sollten die Waldbesitzer bei der Schaffung und Instandhaltung eines durchgängigen Netzes von Löschbrunnen im Wald unterstützt werden, damit immer Wasser vor Ort verfügbar ist.“ Laut Schirmbeck hat es Vorbildfunktion, dass in dem besonders gefährdeten Bundesland Brandenburg solche Maßnahmen bereits jetzt zu 100 % vom Land gefördert werden.
Interessierte private und kommunale Waldbesitzer könnten sich an die Bewilligungsbehörde des Landesbetriebes Forst Brandenburg wenden.


Prävention durch Waldumbau
Nebst der Brandbekämpfung müsse auf Prävention gesetzt werden. Hier sind die Förster und Waldbesitzer aktiv und pflanzen bereits seit Jahrzehnten verstärkt Baumarten, die den Wald weniger anfällig für Waldbrände machen. „Wir setzen uns für Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen ein, der bestmöglich an die zukünftigen Bedingungen angepasst ist. Die jetzt verbrannten Monokulturen wurden vor fast 100 Jahren angelegt. Damals war Deutschland noch kein Waldbrandland. Und wir müssen fair zu unseren Vorfahren sein, die bei der Anlage der Wälder manchmal keine andere Wahl hatten. Waldflächen, die der Krieg zerstörte oder die für Zahlung von Kriegsreparationen kahlgeschlagen wurden, mussten unsere Vorfahren mit anspruchslosen Baumarten wieder bepflanzen. Anderes Pflanzmaterial war nach dem Krieg kaum zu bekommen“, so Schirmbeck


Heute dagegen muss sich die Forstwirtschaft gemeinschaftlich einer ganz anderen Problemlage stellen: „Förster, Waldbesitzer, Naturschützer und Rettungskräfte eint das Interesse an einem Wald, der zukünftigen Klimafolgen trotzt und seine gesamtgesellschaftlichen Ansprüchen genügt trägt. Wir stellen heute die Weichen in Verantwortung für den Wald in 100 bis 200 Jahren“, betonte Schirmbeck. „Deshalb fordert der DFWR Förderprogramme, die einerseits die Forschung bei forstlichem Saat- und Vermehrungsgut und die Forstbaumschulen stärken und anderseits den Waldumbau mit klimatoleranten Laub- und Nadelbaumarten voranbringen. Im Schadensfall z. B. nach Sturm, Insektenbefall, Trockenheit oder Feuer, braucht der Waldbesitz kurz- und langfristige Hilfeleistungen durch den Bund und die Länder. Steuerliche Erleichterungen, Bildung von Rücklagen oder unbürokratische Direktzahlungen können eine Lösung sein. Denn durch fehlende Holzverkaufserlöse können viele Waldbesitzer ihren Wald nicht zukunftsweisend umbauen. Besonders betroffen sind kleine Waldbesitzer, die ohnehin kaum Gewinn aus dem Wald ziehen können und oft selbst ohne Waldschäden schon draufzahlen, um den Wald aus ideellen Gründen zu bewahren. Diese Menschen müssen ermutigt und gefördert werden, damit sie ihren Wald nicht aufgeben! Dies dient der gesamten Gesellschaft, da ein stabiler Wald mitsamt einer verantwortungsvollen, nachhaltigen Holznutzung Klima-, Wasser- und Erosionsschutz sowie Erholungsfunktionen bereitstellt“, so Schirmbecks Fazit.