Parlamentarische Veranstaltung „Wald trifft europäische Politik“

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Der Weg aus dem Klimawandel führt
in den europäischen Wald!“


Am Mittwoch (16.1.) trafen sich im Bundestag auf Einladung des Deutschen Forstwirtschaftsrates
zahlreiche Abgeordnete und Vertreterinnen und Vertreter der Forstbranche
zur Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Wald trifft Politik“. Besprochen wurden drängende
Themen zur Lage des Waldes: Klimawandel, Förderung, Bioökonomie, Eigentum,
Digitalisierung und Ausbildung.

„Es freut mich sehr, dass so viele hochrangige Vertreter unserer europäischer Nachbarn
den Weg nach Berlin auf sich genommen haben, um mit uns über Wald, Holz und
Klima in Europa zu diskutieren“, begrüßte DFWR-Präsident Georg Schirmbeck die
Gäste, darunter Delegationen aus Finnland, Österreich und Russland. „Die Folgen des
Klimawandels für den Wald machen nicht an Ländergrenzen halt. Deshalb nehmen die
Waldbesitzenden in ganz Europa diese Herausforderung an und stehen zusammen, um
die Jahrhundertaufgabe zu bewältigen“, betonte Schirmbeck.

Waldministerin Julia Klöckner begrüßte die Anwesenden per Videobotschaft. Sie hob
die besondere Bedeutung der Wälder für Klima und Gesellschaft hervor. Klöckner
stellte eine Erhöhung der Bundesmittel zur Bewältigung der dramatischen aktuellen
Waldschäden in Aussicht, die Evaluation sei im Gange. Das Bundesfinanzministerium
sei ebenfalls involviert und würde über Steuererleichterungen für Waldbesitzende beraten.
Diese Ankündigungen bekräftigten die Anwesenden Alois Gerig, Vorsitzender des
Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft im deutschen Bundestag, sowie Dr.
Axel Heider, Leiter der Unterabteilung für Wald, Jagd und Forstpolitik im Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Ein Highlight der Veranstaltung war der Besuch des finnischen Forstministers Jari
Leppä. Er verkündete unter großer Zustimmung und Szenenapplaus seine Pläne für die
finnische EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte dieses Jahres: Eine umfassende
Förderung der Bioökonomie mit Fokus auf innovative Holzverwendungen als wichtigen
Schritt zur CO2-neutralen Gesellschaft.

Rudolf Rosenstatter, Vorsitzender der österreichischen Kooperationsplattform Forst
Holz Papier, schloss sich an. Die Länder in Zentral- und Nordeuropa hätten sowohl eine
hervorragende forstwirtschaftliche Tradition als auch große technologischen Fähigkeiten
und deshalb eine weltweite Verantwortung zur Weiterentwicklung des Rohstoffs
Holz. So könnte gleichzeitig sowohl die Zukunft der Wirtschaft gewährleistet als auch
der Lebensraum der Menschen sowie das Klima geschützt werden.

„Der Weg aus dem Klimawandel führt in den europäischen Wald. Den Auswirkungen
auf Wald, Waldbesitzende und Forstbetriebe kann nur gemeinsam begegnet werden“,
betonte Georg Schirmbeck. „Die etablierte Zusammenarbeit mit unseren Partnern in
Europa bietet dafür eine gute Basis“, lobte Schirmbeck. „Unser Wald und seine Bewirtschafter
haben im Klimawandel eine Doppelrolle: Einerseits sind sie Klimaschützer
durch die jährliche Reduzierung der deutschen CO2-Emissionen um 14 Prozent, andererseits
Leidtragende des Extremwetters“, erklärte der DFWR-Präsident. Er schilderte
seine persönliche Betroffenheit durch Käferschäden im Familienwald. “Wir müssen uns
um die kleinen Waldbesitzenden kümmern, damit sie unter solchen Umständen die Lust
an der Forstwirtschaft nicht verlieren. Das könnte unabsehbare Konsequenzen für
Wald, Klima und Gesellschaft haben“, warnte Schirmbeck. „Die Bewältigung des Klimawandels
und der Erhalt des Waldes ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, in der
sich auch die Bundesregierung stärker mit finanziellen und strukturellen Maßnahmen
engagieren muss“, betonte der DFWR-Präsident.

Aus Russland traten gleich zwei Delegationen auf. Svetlana Maksimova, Abgeordnete
der Staatsduma für die Region Twer sowie Vizepräsidentin des Russischen Bauernverbands,
hob die Bedeutung von Zusammenarbeit mit Deutschland und Finnland in der
Land- und Forstwirtschaft hervor. Vitalii Snesar, Vertreter der Region Altai, erläuterte
die dortigen Anstrengungen zum Erhalt von eiszeitlichen Reliktwäldern. „Ihr Besuch
setzt ein deutliches Zeichen für die Kooperation mit der Forstwirtschaft in Deutschland“,
begrüßte Schirmbeck die weitgereisten Gäste.

Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich über Wald und Klimawandel
auszutauschen. Der parlamentarische Staatssekretär Norbert Barthle aus dem
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dankte den Anwesenden
für ihren unermüdlichen Einsatz für den Klimaschutz und hob die Vorbildfunktion
der deutschen Forstwirtschaft für die Welt hervor, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit
niederschlage. Mehrere Teilnehmer meldeten sich, um die Rolle des
Eigentums als Garant von Freiheit und nachhaltiger Bewirtschaftung hervorzuheben.
Georg Schirmbeck: „Staat und Gesellschaft müssen sich stärker für den Kleinprivatwald
interessieren und ihn zweckmäßig fördern“. Ebenfalls thematisiert wurde die Zukunft
von Berufen der Forstwirtschaft. Es bestand Konsens, dass die zunehmende Automatisierung
den Menschen auch auf längere Sicht angesichts der Komplexität forstlicher
Aufgaben nur ergänzen, nicht ersetzen kann. Deswegen und aufgrund des vielerorts
anstehenden Generationswechsels würden viele neue interessante Stellen in den grünen
Berufen frei. „Die deutsche Forstwirtschaft braucht für den Waldumbau im Klimawandel
qualifizierten Nachwuchs. Der DFWR setzt sich dafür ein, dass die Qualität der
forstlichen Ausbildung sichergestellt wird und die jungen Leute im Anschluss attraktive
Jobs in der Forst- und Holzbranche bekommen können“, betonte Georg Schirmbeck.

„Wir können nur hoffen, dass es in den nächsten beiden Jahren in Berlin viel regnen wird!“

Deutscher Forstwirtschaftsrat äußert sich zu Zustand der Berliner Wälder


Am Dienstag, dem 18.12., stellte der Berliner Umweltstaatssekretär Stefan Tidow den Waldzustandsbericht des Landes Berlin 2018 vor. Georg Schirmbeck, Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrats, lobte die Anstrengungen zum Waldumbau, die sich darin zeigen. „Der Bericht zeigt deutlich, dass eine Mischung von Laubbäumen mit Nadelbäumen der einzige Lösungsansatz in diesen für die Wälder schweren Zeiten ist. Mich freut, dass die Kiefer für die meisten Berliner Standorte immer noch gut geeignet zu sein scheint: Trotz des extrem trockenen Jahres 2018 gibt es bei ihr bisher nur geringe Schäden“, so Schirmbeck.


Schirmbeck sieht den nächsten Jahren besorgt entgegen: „Die Daten des Jahres 2017 zeigen uns die Spätfolgen der Trockenjahre 2015 und 2016. Ähnlich werden wir die Folgeschäden des noch trockeneren Jahres 2018 auch erst in den nächsten Jahren sehen. Das eine feuchte Jahr 2017 hat zur Erholung der Bäume nicht ausgereicht.“ Er sei oft in der Hauptstadt, hat aber andere Wünsche für das Wetter als die meisten Stadtbewohner: „Wir können nur hoffen, dass es in den nächsten beiden Jahren in Berlin viel regnen wird!“


Schirmbeck teilt die Bestürzung des Herrn Staatssekretär Tidow, dass 75 % der im Herbst 2017 neu gepflanzten 385.000 Bäumchen vertrocknet sind. Die Reaktion der Berliner Forste, nächstes Jahr 300.000 neue zu setzen, sei genau richtig: „Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen! Sobald das Frühjahr anbricht, müssen wir raus auf die Fläche, neu pflanzen und auf Regen hoffen. Nur so kann der Umbau zum klimaplastischen Mischwald gelingen!“

COP 24 in Kattowitz: Vereinte Nationen würdigen Rolle der Forstwirtschaft für den Klimaschutz

Im Rahmen der COP 24 in Kattowitz verabschiedeten die Delegationsleitungen der Teilnehmerländer gestern eine „Ministerielle Erklärung zu Wäldern für das Klima“ (The Ministerial Katowice Declaration on Forests for the Climate). Für Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats, ist das genau die richtige Richtung: „Ich habe es schon öfter gesagt: Der Weg aus der Klimakrise führt in den Wald“, bekräftigte er heute (13.12) in Berlin.


Er fuhr fort: „Ich begrüße besonders die Würdigung des bewirtschafteten Waldes und seiner Holzprodukte als Schlüsselkomponenten der Kohlenstoffdioxidentfernung (carbon dioxide removal, CDR) aus der Atmosphäre. Zudem freue ich mich, dass die Erklärung das volle Spektrum der Multifunktionalität anerkennt, dass also auch wirtschaftliche und kulturelle Aspekte der Waldnutzung, wie zum Beispiel die Holzproduktion und das Aufrechterhalten historisch gewachsener Landschaftsstrukturen als Teil der Ökosystemdienstleistungen von Wäldern und ihrer Bewirtschafter gewürdigt wird“, betonte der DFWR-Präsident.


Schirmbeck ging explizit auf die drei Punkte der Erklärung ein.


Gemäß Punkt 1 der Erklärung soll der Beitrag der Wälder und Waldprodukte zum Klimaschutz aufrechterhalten und bis 2050 verbessert werden. Ebenso sollen Beiträge von Städten, Regionen, Unternehmen und Investoren unterstützt werden (Punkt 3). Dazu Schirmbeck: „Hierfür sind die Waldbesitzenden und Forstleute wichtige Ansprechpartner. Wir repräsentieren in Deutschland die lokalen Gemeinschaften (local communities) gemäß Absatz 11 der Erklärung, wir setzen uns seit 300 Jahren gegen Entwaldung und Walddegradation ein und haben die deutsche Waldfläche in dieser Zeit verdoppelt. Wir sind verpflichtet, dies zugunsten gegenwärtiger und zukünftiger Generationen auch weiterhin zu tun. Hierzu ist es wichtig, dass den Waldbesitzenden und Forstleuten angesichts der guten Bilanz der vergangenen Jahrhunderte auch weiterhin vertraut wird, statt zu mehr Regulierung zu greifen!“


Punkt 2 der Erklärung spricht davon, die Wissenschaft dabei zu unterstützen, die Rolle von Wäldern als Kohlenstoffsenke und Reservoir besser zu erforschen und zu quantifizieren. „Ein sehr guter Ansatz“, so Schirmbeck. „Im aktuellen Wissenschaftsbetrieb werden Förderungen
leider oft nur für den Zeitraum von wenigen Jahren bewilligt. Für die Erforschung der Senkenleistung von Wäldern ist das nicht ausreichend. Betrachtet man beispielsweise einen unbewirtschafteten Wald nur während seiner Wachstumsphase, könnte man auf die Idee kommen, er habe eine unbegrenzte Senkenfunktion. Dabei kehrt sich die Bilanz irgendwann um: Werden Bäume nicht entnommen, sondern sterben irgendwann an Altersschwäche und werden zersetzt, wird der Wald zur Kohlenstoffquelle.“ DFWR-Präsident Schirmbeck spricht sich für forstwissenschaftliche Langzeitversuchsflächen aus. „Langzeitversuchsflächen sind ein Markenzeichen deutscher Forstwirtschaft. Sie betrachten Jahrzehnte, bewahren uns dadurch vor solchen Fehlschlüssen und zeigen uns, dass nur ein bewirtschafteter Wald dauerhaft Senkenfunktion haben kann. Vor allem angesichts der Unabwägbarkeiten des Klimawandels benötigen wir mehr solcher Flächen!“


Zur Umsetzung der Erklärung empfiehlt Schirmbeck zwei politische Sofortmaßnahmen:


Zum einen muss die Rolle der Wälder als Kohlenstoffsenke im Klimaschutzbericht 2018 verankert werden, wie in der DFWR-Pressemitteilung 24/2018 dargestellt. „Stand jetzt wird der Wald ohne Not zur Quelle umgedeutet. Wenn die Bundesregierung den Bericht nicht korrigiert, wird das am Ende in Gesetzen verankert und so zur selbsterfüllenden Prophezeiung“, erklärte Schirmbeck.


Zum anderen sollten die Bundesmittel zur Unterstützung der Waldbesitzenden angesichts der Extremwetterereignisse dieses Jahres aufgestockt werden, wie im Bundesrat-Entschließungsantrag des Landes Rheinland-Pfalz gefordert, siehe DFWR-Pressemitteilung 26/2018. „Andernfalls kann die in Absatz 10 der Erklärung geforderte Anpassung der Wälder an den Klimawandel nicht gelingen“, schloss Schirmbeck.

Die Erklärung der COP24


Weitere Informationen:


COP 24
Vom 2. bis 14. Dezember 2018 findet in Kattowitz (Polen) die 24. UN-Klimakonferenz beziehungsweise die 24th Conference of the Parties, kurz COP 24, statt. Sie soll die Umsetzung des 2015 verabschiedeten Weltklimaabkommens einleiten und weiter voranbringen.
Im Oktober 2018 wurde der Sonderbericht zur globalen Erwärmung von 1,5 Grad des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) veröffentlicht. Danach wäre das im Weltklimaabkommen von Paris vereinbarte 1,5 °C-Ziel gerade noch erreichbar, wenn jetzt mit schnellen und weitreichenden, bisher nicht dagewesenen Maßnahmen reagiert würde.

COP 24 in Katowice: United Nations acknowledge role of forestry for protecting the climate

Yesterday, the ministers and heads of delegations of the participating countries of the COP 24 in Katowice accepted “The Ministerial Katowice Declaration on Forests for the Climate”. For Georg Schirmbeck, president of the German Forestry Council, this constitutes a significant step in the right direction: “As I have said earlier: The way out of the climate crisis has to lead into the forest”, he corroborated in Berlin today (December 13th).


He continued: „I especially welcome the international acknowledgement of managed forests as key components of carbon dioxide removal (CDR) from the atmosphere. Additionally, I am pleased that the declaration recognizes the full spectrum of multifunctionality, including economic and cultural aspects of using forests, for example wood production and the preservation of historically grown landscape structures as part of the ecosystem services supplied by forests and their managers”, the president emphasized.


Schirmbeck explicitly addressed the declaration’s three points.


According to point 1, the contribution of forests and forest products to protecting the climate is to be maintained and enhanced till 2050. Additionally, contributions from cities, regions, companies and investors are to be supported (point 3). Schirmbeck said: “For this, forest owners and foresters are important people to include in any endeavor. In Germany, we represent the local communities in the sense of paragraph 11 of the declaration; we have been combatting deforestation and forest degradation for 300 years and have doubled the forested area in Germany in this time. It is our duty to continue doing this in the favor of current and future generations. For this, it is crucial that, considering the successes of the past centuries, people will continue putting their trust in forest owners and foresters, instead of opting for more regulation!”


Point 2 of the declaration talks about supporting science in further efforts of researching and quantifying forests as carbon sinks and reservoirs. “A great approach”, according to Schirmbeck. “In contemporary science, grant money often is approved for a few years only. For measuring the sink performance of forest, this is not sufficient. If one, for example, observes an unmanaged forest during its growth phase only, it is possible to arrive at the conclusion that it would act as a sink forever. But the balance will topple eventually: If trees
are not removed but die from old age and then decay, the forest will become a carbon source.”


The president of the German Forestry Council argues in favor of long term experiment areas in forestry. “Setting aside forested areas for long-term observations and interventions are a trademark of German forestry. They are measured for decades and can thereby protect us from such fallacies. They show us that only a managed forest can act as a sink continuously. Especially considering the uncertainties of climate change, we need more such areas!”


For putting the declaration into effect in Germany, Schirmbeck advises to begin with two short-term measures:


Firstly, the role of forests as a carbon sink is to be acknowledged in the governmental “climate protection report 2018” (Klimaschutzbericht 2018). “In its current form, the forests are arbitrarily reclassified as a source. If the federal government does not correct this and it gets cemented in laws, it could become a self-fulfilling prophecy”, explains Schirmbeck.


Secondly, the federal government should increase its financial support of forests owners for dealing with the damage done by this year’s extreme weather. “Without this emergency support, the adaptation of our forests to climate change, as asked for by paragraph 10 of the declaration, cannot be achieved”, Schirmbeck concluded.

The Declaration


Additional information:


COP 24
Katowice (Poland) is hosting the 24th UN Climate Change Conference, also known as the 24th Conference of the Parties (COP 24) between December 2 and December 14 2018. It is intended to support the implementation of the Paris Agreement of 2015.
According to a special report released by The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in October 2018, it is still possible to reach this agreement’s 1.5 °C target of increase in global average temperature, as long as far-reaching measures are realized now.
The German Forestry Council (Deutscher Forstwirtschaftsrat, DFWR) is the voice of German forestry. It is the representative organization of all stakeholders in German forestry and supports sustainable forestry. To the DFWR, sustainable forestry means that care and management of the forests takes place to keep them healthy, stable and capable and to support their multifunctional provision of usability, protection and recreation in the service of culture and environment, now and in the future. This is the guiding thought of around two million forest owners in Germany, who manage an area of 11.4 million hectare – around 32% of Germany’s total area.

Charta für Holz 2.0

Unter dem Motto „Klima schützen – Werte schaffen – Ressourcen effizient nutzen“ ist die Charta für Holz 2.0 ein von Bund, Ländern, Wirtschaft und Wissenschaft getragener Dialogprozess. Die Charta verfolgt drei Kernziele:

1. Stärkung des Klimaschutzbeitrages durch mehr Holzverwendung aus nachhaltiger Forstwirtschaft 2. Erhalt und Stärkung von Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit des Clusters Forst & Holz

3. Schonung endlicher Ressourcen durch nachhaltige und effiziente Nutzung von Wäldern und Holz

Aus dem laufenden Dialogprozess, an dem der DFWR beteiligt ist, sind wichtige Impulse für eine effiziente und ziel- gerichtete Ausrichtung von Förderung und Forschung entstanden. Diese an den Anforderungen von Politik, Praxis und Gesellschaft ausgerichtete Bedarfsermittlung wird fortgesetzt. Sechs Arbeitsgruppen liefern einen hohen Output an Projekten. Das Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz (KIWUH) in unterstützt die Arbeit des Charta-Prozesses.  Einzel AG mit hohem Output an Projekten

Weiter Informationen finden Sie unter www.charta-fuer-holz.de 

Fehlanzeige bei der Unterstützung für Waldbesitzende

Wirksame klimawandelbedingte Hilfen für die Forstbetriebe bleiben aus

Im Verlauf der letzten 12 Monate folgte ein Wetterextremereignis auf das nächste. „In Summe können die Auswirkungen auf den Wald und die Forstbetriebe als katastrophal beschrieben werden“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e.V. am Freitag (7. Dezember) in Berlin. „Die Forstwirtschaft hat aktuell alle Hände voll zu tun, um die eingetretenen Schäden zu beseitigen. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat fordert von der Politik Hilfsmaßnahmen, um die Forstbetriebe in dieser schwierigen Lage nach Kräften zu unterstützen und die zwingend notwendigen Anpassungsmaßnahmen im Wald mit Nachdruck voranzubringen“, betonte Schirmbeck.

„So wie ich es im Moment wahrnehme, sind die Bemühungen auf Bundesebne zur aktuellen Schadensbegrenzung für die Waldbesitzenden, zur Unterstützung bei der Wiederaufforstung geschädigter Waldflächen und zur Fortsetzung des Umbaus hin zu klimastabilen und widerstandsfähigen Wäldern eingeschlafen“, bedauerte der DFWR-Präsident. Schirmbeck warnt: „Wir müssen befürchten, dass im nächsten Frühjahr und Frühsommer eine der größten Kalamitätskatastrophen der letzten Jahrzehnte auf den deutschen Wald zu kommt. „Die Bundesministerien haben offenbar die angekündigte Schadensermittlung aus 2018 nicht in Auftrag gegeben. Viele verantwortliche Amtsträger nehmen offensichtlich gar nicht zur Kenntnis, dass der Nadelholzmarkt in Mitteleuropa zusammengebrochen ist“, sagte Schirmbeck enttäuscht „und die Situation wird 2019 kaum besser“.

„Angesichts der katastrophalen Lage können die bereitgestellten Mittel im Bundeshaushalt, von jährlich fünf Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren, für die geschädigten Wälder in ganz Deutschland, noch kein adäquaten Beitrag der Bundesregierung sein. Man könnte meinen, die Bundesregierung beabsichtigt den deutschen Wald zu flächendeckenden Wildnisgebieten verkommen zu lassen“, sagte der DFWR-Präsident.

„In dieser Situation begrüßt der Deutsche Forstwirtschaftsrat ausdrücklich die Initiative von Rheinland-Pfalz, das im November dem Bundesrat einen Entschließungsantrag für die wirksame Unterstützung der Forstbetriebe in Folge klimawandelbedingter Extremwetterereignisse vorlegte“, erklärte Georg Schirmbeck. „Wir danken Frau Ministerpräsidentin Dreyer, dass Sie sich persönlich engagiert und Bewegung in die Beratungen bringt“, betonte Schirmbeck.

Schirmbeck fordert: „Es ist eine gigantische nationale und europäische Umweltkatastrophe, für die sich der Bund und die EU jetzt endlich engagieren müssen.“

Weitere Informationen:

Auszug aus dem Entschließungsantrag, der Bundesrat möge folgende Entschließung fassen:
1. Der Bundesrat stellt fest, dass der Wald und damit zugleich die Forstwirtschaft im laufenden Jahr durch klimawandelbedingte Extremwetterereignisse dramatische Schäden erlitten haben und einer wirksamen Unterstützung zu deren Behebung bedürfen.

2. Der Bundesrat begrüßt die durch die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft am 13. November 2018 angekündigte Erweiterung der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes” (GAK) um einen neuen Fördergrundsatz von “Maßnahmen zur Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald”. Er hält die avisierten Mittel in Höhe von 25 Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren allerdings für in keiner Weise hinreichend, um dem extremen Schadensausmaß gerecht zu werden. Diese Höhe würde auf Jahr und Hektar bezogen weniger als einen Euro ausmachen.

3. Angesichts der im Raum stehenden Schadenshöhe von bundesweit über fünf Milliarden Euro bittet der Bundesrat zwecks wirksamer Unterstützung notwendiger Maßnahmen um die hinreichende Ausstattung einer entsprechenden Förderung. Im Hinblick auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung und Dimension der Aufgabe bittet der Bundesrat um Prüfung, inwieweit dies in Form eines Bundesprogramms ausgestaltet werden kann.

4. Der Bundesrat betont, dass es sich hierbei um eine Förderung handelt, die nicht zur Kompensation von Einkommensverlusten, sondern gezielt für Maßnahmen aufgewendet wird, die einen Nutzen für den Wald selbst und damit auch für die Erfüllung der waldgesetzlichen Aufgaben und der Allgemeinheit entfalten.

5. Der Bundesrat bittet die Bundesregierung zudem, zeitnah zu prüfen, inwieweit angesichts der Dimension der Schadenshöhe eine finanzielle Hilfe aus Mitteln des Solidaritätsfonds der Europäischen Union beantragt werden kann.

6. Darüber hinaus bittet der Bundesrat die Bundesregierung zu prüfen, inwieweit weitere Unterstützungsaktivitäten, wie beispielsweise angesichts aktueller Ausbreitungs- und Einschleppungsgefahren von Schaderregern durch Importe, amtlich verfügte Phytosanitärmaßnahmen in Form eines Entrindungsgebots für potenziell mit hier nicht heimischen Schaderregern infiziertem Importholz ergriffen werden sollten.