Bürgersinn lässt Bäume wachsen

Zehn Linden zum Internationalen Waldtag gepflanzt / Pflanzsaison im Forstamt

 

(Edewecht/Oldenburg) Entlang eines beliebten Wanderpfades im Wildenloh pflanzten zum Internationalen Tag des Waldes Vertreter der Gemeinde Edewecht, der beiden Orts-Bürgervereine und des Waldhauses Wildenloh zusammen mit Revierförster Stephan Nienaber und Forstamtsleiter Dr. Martin Dippel zehn Lindenbäume. Gast der Niedersächsischen Landesforsten bei der Pflanzaktion war Georg Schirmbeck aus Osnabrück, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates. Forstamtsleiter Martin Dippel erläuterte in seiner Begrüßung, dass die Linde im Wildenloh bislang nicht vertreten sei und als zusätzliche Baumart den stark besuchten Wildenloh bereichern solle - auch mit Blick auf die sehr insektenfreundliche Blüte im Sommer. Georg Schirmbeck als oberster Interessenvertreter der Forstwirtschaft in Deutschland ließ sich von den Anwesenden die intensive Nutzung des Wildenlohs für Sport und Erholung erläutern. „Ich bin beeindruckt von der gedeihlichen Zusammenarbeit aller Beteiligten zum Nutzen des Waldes und seiner Besucher.“

Baumpflanzungen im Forstamt Neuenburg

Das Forstamt Neuenburg umfasst rund 13.000 Hektar (130 km²) Landeswald im Nordwesten (zwischen Ems und Weser nördlich der Linie Küstenkanal – Oldenburg – Delmenhorst).

Rund 135.000 Setzlinge werden in dieser Pflanzsaison im Forstamt Neuenburg in die Erde gebracht. Die Baumartenverteilung zeigt deutlich die Strategie der Niedersächsischen Landesforsten ihren Wald mit Laubgehölzen anzureichern.

So wurden über 75.000 Eichen mit Schwerpunkt im Hasbruch bei Ganderkesee und im Neuenburger Holz bei Zetel gepflanzt.  Rund 25.000 Buchen dienen insbesondere der Anreicherung alter Nadelwälder mit Mischbaumarten. Dazu gehören auch gut 20.000 Douglasien, die zusammen mit der ökologisch wirksamen Buche Nadelbaum-Reinbestände anreichert und den Weg zum Mischwald mit mehreren Gehölzarten unterschiedlichen Alters bereitet.

2.000 Erlen wurden in einem Wald bei Ganderkesee gepflanzt. Hier galt es durch das Eschentriebsterben abgestorbene Eschen durch eine standortangepasste Baumart zu ersetzen.

 

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Gemeinsam Bäume pflanzen

Obstwiese rundet umfangreiche Baumpflanzungen ab

 (Ahlhorn) Zum gemeinsamen Bäume pflanzen anlässlich des Internationalen Waldtages   trafen sich am Mittwoch im Forstrevier Baumweg nahe der Teichwirtschaft Ahlhorn der Oldenburger Landrat Carsten Harings, Bürgermeister Thorsten Schmidtke, Großenkneten zusammen mit Forstamtsleiterin Regina Dörrie, die den Präsidenten des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck zu diesem Anlass eingeladen hatte. Auf einem geräumten Hausgrundstück zwischen den Teichen pflanzte man gemeinsam einige Obstbäume auf eine neue Streuobstwiese. „Es ist selten, dass eine bebaute Fläche entsiegelt und der Natur zurückgegeben wird.“, so Regina Dörrie zu der neuen Anlage mit 23 hochstämmigen Obstbäumen“. Georg Schirmbeck als oberster Interessenvertreter der Forstwirtschaft in Deutschland, betonte die Bedeutung der lichten Obstwiese für die Artenvielfalt im Wald, vor allem durch die Blüte im Frühjahr und die Früchte im Herbst.

Die eigentliche Pflanzfläche wurde von 25 Jungen und Mädchen des 7. Jahrganges der Waldorfschule aus Hannover-Bothfeld vorbereitet und bepflanzt. Zwei Wochen hat die Schulklasse den widrigen Witterungsbedingungen getrotzt und ihren Waldeinsatz-Aufenthalt im Waldpädagogikzentrum der Niedersächsischen Landesforsten mit der Pflanzung und anderen Arbeiten im Walde absolviert. Für Klassenlehrer Armin Moselewski hat der Waldeinsatz auch eine tiefere Bedeutung „Wir pflanzen nicht nur Bäume, sondern die Naturerfahrung beim Waldeinsatz soll sich in die Herzen unserer Schüler einpflanzen.“

Frühjahrspflanzungen im ganzen Forstamt Ahlhorn

Bereits seit vielen Wochen werden im Forstamtsbereich bei frostfreier Witterung mit Hochdruck Bäume gepflanzt. „Wir setzen über eine Viertel Million Bäume und werden rechtzeitig zum Frühjahr fertig, so dass die Anwuchschancen für die kleinen Setzlinge recht gut sind“, schildert Stefan Grußdorf, Betriebsdezernent des Forstamtes die aktuelle Lage. Ein Blick auf die Baumarten zeigt deutlich die Strategie der Niedersächsischen Landesforsten, den Landeswald mit Laubgehölzen anzureichern.

Allein 85.000 Eichen wurden gesetzt. Davon sind 14.000 Roteichen (Amerikanische Eiche), die auf armen Sandböden auch in Zeiten des Klimawandels gut zurechtkommen sollen.

Rund 50.000 Buchen dienen besonders der Anreicherung alter Kiefernwälder mit Mischbaumarten. Dazu gehören auch gut 27.000 Douglasien, die zusammen mit der ökologisch wirksamen Buche Nadelwald-Reinbestände anreichert und den Weg zum Mischwald mit mehreren Gehölzarten unterschiedlichen Alters bereitet.

Auch 70.000 Ahorne, Linden, Flatterulmen und Esskastanien werden in dieser Saison gepflanzt und 25.000 Sträucher sollen für artenreiche Waldränder sorgen.

Eine Besonderheit im Forstamt ist die Neuanlage von Wald. Allein in dieser Saison werden rund dreißig Hektar neuer Wald gepflanzt.

Das Forstamt Ahlhorn umfasst gut 15.000 Hektar (150 km²) Landeswald südlich von Oldenburg, zwischen Cloppenburg/Friesoythe und Syke.

Studie zur natürlichen Waldentwicklung in Deutschland DFWR-Präsident Schirmbeck: „Naturschutz im Wald braucht Verlässlichkeit“

Eine am Donnerstag (4. April) in Berlin veröffentlichte Untersuchung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) zeigt auf, dass 2,8 Prozent der deutschen Waldlfäche sich in natürlicher Entwicklung befinden. Die Bundesregierung formulierte in Ihrer Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt für den Lebensraum Wald das Ziel, dass bis 2020 der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung (NWE) fünf Prozent der Waldfläche betragen soll.

Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates sagt: „Die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderte Studie zeigt auf, dass die gesteckten Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie nur in Zusammenarbeit mit der deutschen Forstwirtschaft und den Waldbesitzenden erreicht werden können“.

Schirmbeck mahnte in diesem Zusammenhang auch an, den Respekt im Umgang mit den Waldbesitzenden und Forstleuten zu wahren. Wir brauchen für den Naturschutz im Wald mehr Verlässlichkeit in die politischen Rahmenbedingungen und Akteure. „Dazu gehört auch, dass gegenüber der Forstwirtschaft getroffene Zusagen zu NWE-Kulisse und Wildnisgebieten eingehalten werden“, betonte der DFWR-Präsident.

DFWR-Präsident Schirmbeck rät aber auch zur Versachlichung der Diskussion. „Auf dem ersten Blick sieht es so aus, als hätten wir nicht genug für die natürliche Waldentwicklung getan. Das greift eindeutig zu kurz, weil Naturschutz im Wald grundsätzlicher Bestandteil integrativer Waldbewirtschaftung ist. In der Studie selbst stehen jedoch nur Flächen im Fokus, die rechtsverbindlich und damit dauerhaft vor menschlicher Nutzung gesichert sind“, sagte Schirmbeck.

In Wäldern mit natürlicher Waldentwicklung finden weder forstliche Nutzungs- noch naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen statt. Seit der Eröffnungsbilanz 2013 hat sich die Fläche mit NWE um 1.110 Quadratkilometer auf 2,8 Prozent der Gesamtwaldfläche erhöht. Die Forscher erwarten bis 2020 einen Anstieg auf drei Prozent und danach auf vier Prozent.

Die Studie habe aber auch gezeigt, dass es weitere potenzielle Flächen gibt, die bis auf den fehlenden formalen Schutzstatus die Eigenschaften einer NWE-Fläche hätten, beispielsweise an unzugänglichen Steilhängen. Schirmbeck: „Auch diese Wälder sind wertvoll und leisten einen wichtigen Beitrag für die Biodiversität, den wir in der Betrachtung nicht ausblenden dürfen. Jetzt komme es darauf an, den Waldbesitzenden Angebote auf Augenhöhe zu machen und finanzielle Anreize zu schaffen, um auch kleinere Flächen für die Erhaltung der Artenvielfalt zu sichern.

Wald und Wasser

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Etwa 70 Prozent des deutschen Trinkwassers stammen aus Waldgebieten. Deshalb sollte nicht nur am Tag des Wassers die Waldarbeit besonders wertgeschätzt werden und Waldbesitzende und Forstleute bei ihrer Arbeit mehr Unterstützung und Hilfen von Politik und Gesellschaft erfahren!“

Welche Bedeutung Wasser für den Wald hat, haben Waldbesitzende und Forstleute im Dürresommer 2018 erfahren. „Neben der Einbeziehung sich natürlich verjüngender Altbäume und deren Sämlinge wurden in den letzten drei Jahren über eine Milliarde Pflanzen durch die Forstbetriebe gepflanzt. Davon vertrockneten im letzten Jahr rund 30 Prozent aufgrund der langanhaltenden Dürre. Die Nachpflanzung wird die Waldbesitzenden wohl eine halbe Milliarde Euro kosten“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates anlässlich des Tag des Wassers (22.3.) in Berlin.

Wald und Wasser beeinflussen sich auf vielfältige Weise gegenseitig. An einem warmen Sommertag verdunstet beispielsweise ein Hektar Buchenwald etwa 40.000 bis 60.000 Liter Wasser. Die wichtigsten Schutzfunktionen des Waldes beziehen sich auf Wasser. „Der Wald wirkt wie ein Schirm, ein Filter und ein Schwamm – er ist der größte Süßwasserspeicher der Erde“, betonte Schirmbeck.

Das Kronendach des Waldes fängt einen Teil des Niederschlags und mit ihm kleine Schmutzpartikel auf und verdunstet Regenwasser in die Luft. Auf diese Weise reinigt der Wald Luft und Niederschlagswasser. Außerdem hält er dadurch die Umgebungsluft feucht und wirkt ausgleichend auf das Kleinklima. Im Klimawandel sind diese Effekte von besonderer Bedeutung für das Waldwachstum und die Entwicklung des Landschaftsbildes.

„Etwa 70 Prozent des deutschen Trinkwassers stammen aus Waldgebieten“, erklärte Schirmbeck. Waldbesitzende und Forstleute seien sich seit Generationen dieser Verantwortung bewusst. Heute fordere der Klimawandel sie besonders, weil sie viele Schadflächen rasch wieder mit Bäumen zu bepflanzen haben, die an den Boden angepasst sind und künftige Klimabedingungen verkraften müssen. Schirmbeck: „Sie machen mit ihrer Arbeit den Wald widerstandfähiger gegenüber Umwelteinflüssen und tragen maßgeblich zum Erhalt des Waldkulturerbes bei.“ Das ist eine Leistung, die für die Gesellschaft essenziell sei.

„Deshalb sollte nicht nur an so einem Tag die Waldarbeit besonders wertgeschätzt werden und Waldbesitzende und Forstleute bei ihrer Arbeit mehr Unterstützung und Hilfen von Politik und Gesellschaft erfahren“, betonte der DFWR-Präsident.

Klimawandel fordert die Erben des Oberberghauptmannes von Carlowitz heraus

 

DFWR-Präsident Schirmbeck: „Wir dürfen nicht zulassen, dass wir unser Waldkulturerbe verlieren!“

Der sächsische Oberberghauptmann Hans von Carlowitz hat für die Forstwirtschaft in Deutschland eine besondere Bedeutung. Vor über 300 Jahren begründete er das Prinzip der Nachhaltigkeit. „Damit schuf er den Markenkern, der die deutsche Forstwirtschaft bis heute auszeichnet und sich zu einem Exportschlager entwickelt hat. Waldbesitzende und Forstleute nutzen nicht mehr Holz, als nachwächst. Dieser Grundsatz ist ihre DNA und zugleich Berufsethos“, sagte Georg Schirmbeck am Mittwoch (6. März) bei einer Kranzniederlegung auf Burg Rabenstein in Chemnitz, anlässlich des 305. Todestages des Oberberghauptmannes von Carlowitz.
 
Die Forstwirtschaft von heute steht vor vergleichbar großen Herausforderungen, wie von Carlowitz seinerzeit. Die Folgen des Klimawandels haben Waldbesitzende und Forstleute vor allem im letzten Jahr zu spüren bekommen. „Die Schäden in den Wäldern Sachsens und darüber hinaus auch in vielen weiteren Regionen Deutschlands übertreffen die Schäden, die das Waldsterben vor 35 Jahren forderte, wir stehen vor einer Mammutaufgabe“, sagte Thomas Schmidt, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft. Bestätigen sich die Prognosen, dann könnte sich diese Entwicklung im Jahr 2019 nahtlos fortsetzen.  
 
„Die Forstwirtschaft hat im Klimawandel eine schwierige Doppelrolle: sie ist Opfer und Retter zugleich. Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald mit Sturm-, Dürre,- und Borkenkäferschäden treffen die Forstwirtschaft schwer. Andererseits stellen sich Waldbesitzende und Forstleute der Jahrhundertaufgabe und überlassen es nicht dem Zufall, den Wald stabil und zukunftssicher zu machen“, betonte Minister Schmidt. Die aktuelle Situation fordere ein hohes Engagement und den gesamten Sachverstand der Branche auf allen Ebenen heraus.  
 
„Der Wald in Deutschland ist ein besonderes Kulturerbe, um das uns die Welt bewundert und den Waldbesitzende und Forstleute für die Gesellschaft seit Generationen pflegen. Dieses Kulturerbe ist in Gefahr und wir müssen heute alles daransetzen, dass wir es nicht verlieren“ betonte Schirmbeck.  

„In diesem Sinne ist von Carlowitz aktueller denn je, sagt Dr. Dieter Füsslein von der Carlowitz-Gesellschaft. „Unser Verein kümmert sich um das geistige Erbe von Carlowitz. Wir wollen der Nachwelt nicht nur das Andenken an eine große Persönlichkeit vermitteln, sondern vor allem die Bedeutung seines Verdienstes für die Gesellschaft von heute herausstellen. Die Waldfläche in Deutschland zum Beispiel hat sich seit dem Wirken von von Carlowitz verdoppelt“, betonte Dr. Füsslein.  

Minister Schmidt: „Wir müssen und werden den Umbau der sächsischen Wälder in klimastabile und anpassungsfähige  Wälder weiter vorantreiben. Das erfordert umfangreiches Fachwissen, waldbauliches Geschick, Geduld aber insbesondere finanzielle und personelle Ressourcen. Da sind wir in Sachsen gut aufgestellt.“

DFWR-Präsident Schirmbeck stimmt dem Minister zu: „Diese Forderung lässt sich auf die Forstwirtschaft in ganz Deutschland übertragen. „Das ist nicht selbstverständlich und kein Selbstläufer, betont Schirmbeck. „Dafür benötigt die Forstwirtschaft in Deutschland dringend ausreichend und gut ausgebildetes Personal, auskömmliche Rahmenbedingungen sowie eine engagierte Forstpolitik,“ forderte Schirmbeck. Es dürfe nicht sein, dass beim Forstpersonal in den Ländern immer zuerst der Rotstift angesetzt werde, um die Haushalte zu sanieren.  
Gleichzeitig müsse sich die Branche noch stärker mit den Akteuren in Europa und weltweit vernetzen, weil der Klimawandel keine Grenzen kenne. „Der Deutsche Forstwirtschaftsrat wird sich deshalb auch stärker für eine gemeinsame europäische Forstpolitik engagieren, zum Beispiel im Rahmen der Waldstrategie für Europa“, betonte Schirmbeck.

 

Hier finden Sie einen Fernsehbeitrag von Sachsen Fernsehen zu dieser Veranstaltung.