Wald und Wild

Wald erfüllt umfangreiche Nutz- und Erholungsfunktionen und ist gleichzeitig Lebensraum vieler Pflanzen– und Tierarten.
 
Zu den im und vom Wald lebenden Arten zählt auch das Wild, das fester Bestandteil der Waldlebensgemeinschaft ist. Die Ausübung der Jagd in unserer Kulturlandschaft unterliegt rechtlichen Maßgaben, die darauf ausgerichtet sind, einen gesunden und artenreichen Wildbestand zu erhalten und dabei gleichzeitig sicherzustellen, dass die vom Wild verursachten Schäden ein vertretbares Maß nicht überschreiten.
 
Vielerorts zeigen jedoch die Erfahrungen, dass die von den Schalenwildarten (Rot-, Dam-, Sika-, Muffel-, Reh- und Gamswild) verursachten Schäden (Verbiss, Fege- und Schälschäden) waldbauliche Ziele (z.B. Wiederbewaldung, Waldumbau mit Naturverjüngung usw.) gefährden und teilweise unmöglich machen.
 
Vor dem Hintergrund der Folgen des Klimawandels für die Wälder und deren notwendige Anpassung an das sich ändernde Klima besteht die Notwendigkeit, überhöhte Schalenwildbestände dauerhaft auf ein waldverträgliches Maß hin zu regulieren. Es ist ein wesentlicher Baustein in diesem Kontext.
 
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat arbeitet in seinen Fachausschüssen an Lösungen, die sowohl Waldbesitzende als auch Jägerinnen und Jäger dabei unterstützen möchte, die Schalenwildbestände in Einklang mit den Erfordernissen zur Erhaltung des Waldlebensraumes zu bringen.

Hinweise zur inhaltlichen Ausgestaltung von Jagdpachtverträgen

Regelungsbereiche von Jagdpachtverträgen

Der DFWR-Ausschuss für Recht, Raumordnung und Umwelt (AfR) erarbeitete Vorschläge für zentrale Regelungsbereiche für Jagdpachtverträge. Entstanden sind Formulierungshilfen und individuelle Vertragsbausteine, die flexibel von Verpächtern und Pächtern genutzt werden können.

Der Jagdpachtvertrag ist die Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Pächter (Jäger) und Verpächter (Jagdgenossenschaft, Eigenjagdbesitzer). Ein besonderes Anliegen des Verpächters ist es, die vertraglichen Grundlagen der Jagdausübung so auszugestalten, dass Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.

Es ist zu empfehlen, im Jagdpachtvertrag eine Reihe von vertraglichen Vereinbarungen als Rechte und Pflichten einer verantwortungsvollen Jagdausübung zu treffen. Eine intensive Erörterung verschiedener Regelungsinhalte vor Vertragsabschluss trägt dazu bei, Konflikte im Zusammenhang mit Wildschäden weitgehend zu vermeiden.

Die Regelungsbereiche zur Ausgestaltung von Jagdpachtverträgen finden Sie hier

Wildschäden im Wald

 

Konvention zur Bewertung von Wildschäden im Wald

Wildschäden sind meist die Folge von nicht an die örtlichen waldbaulichen Gegebenheiten und Erfordernisse angepasste Schalenwildbestände.

Zur Versachlichung der oft emotional geführten Diskussion erarbeitete eine Arbeitsgruppe im DFWR-Fachausschuss für Betriebswirtschaft (AfB) eine Konvention zur Bewertung von Wildschäden im Wald. Sie dient als mögliche Berechnungsgrundlage für Entschädigungen. Im Schadensfall kann sie beispielsweise dazu beitragen, eine praxisnahe und vor allem gütliche Einigung zwischen Geschädigten und Ausgleichspflichtigen zu erreichen und damit Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.

Die Konvention trägt dazu bei, dass alle Beteiligten die Bedeutung und Konsequenzen von Wildschäden für den Wald bewusster wahrnehmen und den Jagdbetrieb darauf einstellen, um möglichen Schäden und Ersatzansprüchen vorzubeugen.

Die Konvention zur Bewertung von Wildschäden im Wald finden Sie hier