Projekt „Konzeption und Durchführung eines Qualifizierungsangebotes zur Alltagskommunikation im Forstbetrieb"

Hintergrund:
Försterinnen und Förster, Waldbesitzende und andere mit dem Wald befasste Akteure begegnen bei ihrer täglichen Arbeit Menschen, die „ihren“ Wald aus ganz anderen Perspektiven betrachten und ihn in erster Linie als Freizeit- und Erholungsraum nutzen. Dem Wald fühlen sie sich emotional verbunden, forstwirtschaftlichem Handeln begegnen sie eher skeptisch. Auf Störungen, z. B. durch Sperrungen, reagieren sie schon einmal mit deutlicher Kritik. Ihrem Ärger machen sie sowohl unmittelbar gegenüber den im Wald anzutreffenden Forstleuten als auch vermehrt über soziale Medien Luft.
 
Das Projekt:
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA Freiburg) entwickeln im Rahmen eines von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderten Verbundprojektes ein Qualifizierungsangebot, welches Forstleuten auch in schwierigen Kommunikationssituationen mit Waldbesuchenden konkrete Unterstützung bieten soll.
Die Frage, wie im alltäglichen Betrieb die Chance zur Kommunikation ergriffen und Verständigung gelingen kann, ist Ausgangspunkt der geplanten Seminare. Diese richten sich an die vor Ort tätigen Akteure der Forstbranche, insbesondere an Revier-, Forstamts- oder Betriebsleitungen sowie in der Öffentlichkeitsarbeit eingesetztes Funktionspersonal.
 
Grundlegende Zusammenhänge der Kommunikation und aktuelle, wissenschaftliche Erkenntnisse – praxisgerecht aufbereitet – bilden hierfür die Basis. Methodisch geht es u. a. darum, mit Hilfe von Perspektivwechseln Verständnis für Argumentations- und Sichtweisen der Waldbesuchenden zu entwickeln, um auf „Augenhöhe“ erfolgreich in den Dialog treten zu können. Um Kommunikationschancen zu erkennen und typische Missverständnisse zu vermeiden, werden konkrete Beispiele aus der Praxis bearbeitet und auch die eigene (Fach-)Sprache unter die Lupe genommen.
Die Teilnahme an dem 2-tägigen Seminar ist dank der Förderung kostenlos, lediglich die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind zu tragen. Soweit die Seminare in forstlichen Bildungszentren stattfinden, entfällt für Angehörige der Landesforstbetriebe auch dieser Posten.
Dank der Folgeförderung werden in der Umsetzungsphase 2019 und 2020 deutschlandweit dezentral etwa 60 Seminare angeboten.

Aktuelles:

Das auf drei Jahre angelegte Projekt ist in zwei Phasen unterteilt. In der Pilotphase 2018 wurde das Seminarkonzept entwickelt und in Pilotseminaren getestet. Alle vier geplanten Seminare fanden bis Ende 2018 statt und wurden von den Teilnehmern positiv aufgenommen. Hierfür waren auch Beobachter vom DFWR und von der FVA anwesend, um eine wissenschaftliche Evaluation durchzuführen und den Seminarinhalt zu reflektieren. Während der Pilotphase wurden die Seminarinhalte somit fortlaufend evaluiert und angepasst, um ein schlüssiges Seminarkonzept für die zweite Phase 2019/2020 zu entwickeln.

Maßgeblich an der Entwicklung des Seminarprogramms waren Experten/innen der FVA beteiligt, um aktuelle wissenschaftlichen Hintergründe und Grundlagen der Alltagskommunikation einfließen zu lassen.

Auf Basis der wissenschaftlichen Evaluierung der Pilotphase hat die FNR über die beantragte Förderung in den Jahren 2019 und 2020 entschieden und die Folgeförderung zur Durchführung der zweiten Projektphase genehmigt. Dank der erfolgreichen ersten Projektphase werden, nach den nun anstehenden Vorbereitungen für die Umsetzungsphase, deutschlandweit dezentral etwa 60 Seminare angeboten. Im Zuge dessen erfolgt Ende 2018 die Ausschreibung und Vergabe zur Auswahl geeigneter Trainerinnen und Trainer.

 

Bei Fragen zu den Seminaren wenden Sie sich bitte an das Projektbüro des DFWR:

Kontakt:
Frau Judith Franzen
Deutscher Forstwirtschaftsrat e. V.
Claire-Waldoff-Straße 7 | 10117 Berlin
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